Kärntner Seen - Bericht

Flatschacher See

Trophie: eutroph

Aufgrund der Gesamt-Phosphor-Konzentration und des Algenbiovolumens musste der Flatschacher See im Jahr 2018 als eutroph eingestuft werden.

Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration lag mit 46 µg/l im eutrophen Bereich.

Die Sichttiefe als Maß für die Gewässertrübe und indirekt als Maß für die Menge der Schwebealgen im See betrug an beiden Probenahmeterminen im Mai und August nur 1,1m.

Die Sichttiefen haben sich im Vergleich zu den Jahren 2016 und 2017 weiter verschlechtert.

Das im Jahr 2018 festgestellte mittlere Algen-Biovolumen betrug 6,206 mm³/l, was die starke Trübung des Gewässers bzw. die geringe Sichttiefe erklärte. Damit lagen die relevanten Einstufungs-Parameter Gesamt-Phosphor und Algen-Biovolumen im eutrophen Bereich. Lediglich die Chlorophyll-a-Messungen entsprachen der schwach eutrophen Nährstoffklasse. In 1 m Tiefe war die Sauerstoff-Konzentration des Sees im Untersuchungsjahr 2018 mit Werten zwischen 6,4 mg/l im Mai und 10,1 mg/l im September aufgrund der Assimilationstätigkeit der Algen gut.

Die mittlere Nitrat-Stickstoff-Konzentration hat im Vergleich zum Vorjahr auf 445 µg/l wieder etwas zugenommen. Zuvor ging sie von 1.211 µg/l (2014) bis zum Jahr 2017 kontinuierlich auf 305 µg/l zurück. Der Zweck des nördlich an den Flatschacher See grenzenden Vorteiches ist es, die zufließenden Nähr- und Trübstoffe des Körausbaches aufzunehmen, um den Flatschacher See in Bezug auf den Nährstoffgehalt zu entlasten. Daher weist der Vorteich stets höhere Nährstoff-Konzentrationen auf als der Flatschacher See selbst.

2018 lag im Vorteich die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration mit 58 µg/l etwas niedriger als in den Jahren 2016 (81 µg/l) und 2017 (80 µg/l). War im Vorteich von 2016 auf 2017 eine Abnahme der mittleren Nitrat-Stickstoff-Konzentration von 1.247 µg/l auf 935 µg/l zu verzeichnen, stieg sie 2018 wieder auf 1.348 µg/l an.

Vom Flatschacher See und dessen Vorteich wurden 2018 Netzzugproben für die Analyse der Artenzusammensetzung entnommen. Zusätzlich gab es aus dem Flatschacher See auch Algenproben, die für die Bestimmung des Biovolumens herangezogen wurden. Auf Basis aller entnommenen Algenproben waren die Grünalgen (Chlorophyceae) mit 47 Arten und die Kieselalgen (Bacillariophyceae) mit 33 Arten die artenreichsten Gruppen. Im Mai (14.05.2018) betrug das Algen-Biovolumen 1,550 mm³/l. Es dominierten die Kieselalgen (Bacillariophyceae) mit 45 %, sie kamen vorwiegend mit den Arten Aulacoseira islandica, A. sp., Cyclotella sp. und Rhizosolenia longiseta vor. Die Schlundalgen (Crytpophyceae) kamen auf 21 %, wobei allein auf Cryptomonas sp. 15 % entfielen und weitere 5 % auf Rhodomonas minuta var. nonnoplanktica. Die Grünalgen als artenreichste Gruppe erzielten nur 14 %. Im August (29.08.2018) wurde mit 10,862 mm³/l ein extrem hohes Algen-Biovolumen erzielt. Die Panzeralgen (Dinophyceae) kamen hauptsächlich mit Peridinium willei und P. sp. auf ein Biovolumen von 3,519 mm³/l, was einen Anteil von 33 % am Algen-Biovolumen ausmachte. Einen Biovolums-Anteil von 26 % (2,810 mm³/l) erzielten mit überwiegend vier Arten der Gattung Aulacoseira (A. sp., A. islandica, A. granulata und A. muzzanensis) die Kieselalgen. Weitere 16 % entfielen auf die Goldalgen (Chrysophyceae) und 11 % auf die Grünalgen. Insgesamt wurden 2018 aus den Algenproben des Flatschacher Sees und dessen Vorteich 144 Arten aus 9 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Crytpophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae, Unbestimmbare Formen) bestimmt.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)21,11,11,1
Temperatur (°C)0 m217,41519,7
pH-Wert1 m27,87,58
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2221200241
Gesamt-Phosphor (µg/l) 1 m2464250
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 1 m2435
Nitrat-Stickstoff (µg/l)1 m244516874
Ammonium-Stickstoff (µg/l)1 m2311250
Sauerstoff (mg/l)1 m28,36,410,1
Phytoplankton (mm³/l)1 m26,21,610,9
Chlorophyll a (µg/l)1 m218,5532
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Flatschacher See

Allgemeine Informationen:

Baden und Angeln. Der Flatschacher See, der unweit von Feldkirchen liegt, gehört zu den beliebten Freizeitgewässern in diesem Raum. Der etwa 3 ha große und 3,4 m tiefe Badeteich wird im Süden durch einen Damm aufgestaut, die übrigen Ufer nimmt eine ausgeprägte Verlandungs- und Unterwasservegetation ein. Ein kleines Gerinne, das von Norden aus einem landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebiet zuströmt und sehr nährstoffreiches Wasser führt, speist den See. Diese Nährstoffe bedingten im Teich einen hohen Schwebealgenbestand. Um diese Nährstoffzufuhr zu verringern, wurde 1986 durch eine Dammschüttung ein Vorklärbecken, der Flatschacher Vorteich, geschaffen. Die Nährstoffe, die über den Zufluss in den Flatschacher See gelangen, sollten von diesem aufgefangen werden, um so die Wasserqualität zu verbessern.

Landschaftsschutz. Der Flatschacher See gehört zum 272 ha großen Landschaftsschutzgebiet Flatschacher See - Krahkogel (LGBl. Nr. 79/1970).

Morphometrische Daten

Flatschacher See - Geographische Daten
Geographische Länge14,06206142
Geographische Breite46,72853794
Seehöhe [m ü. A.]680
Flatschacher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,029999
Max. Tiefe [m]3,4
Mittlere Tiefe [m]1,6
Volumen [m³]46.306
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]0,073
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]20
Einzugsgebiet [km²]3,5



Fischbestand:

Im Flatschacher See leben folgende 9 Fischarten (SIEDLER, mündliche Mitteilung):


Fischereiberechtigt ist die Stadtgemeinde Feldkirchen. Das Gewässer wurde an den Fischereiverein Feldkirchen verpachtet, der jedoch nur 2 - 3 Mal jährlich Befischungen duchführt. Zur Eindämmung der Wasserschnecken wurde zuletzt eine größere Anzahl von Schleien besetzt.

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