Kärntner Seen - Bericht

Ferlacher Badesee

Trophie: oligotroph

Der Ferlacher Badesee wurde im Untersuchungsjahr 2018 den oligotrophen, nährstoffarmen Gewässern zugeordnet.

2018 betrug die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration 9 µg/l. Damit befanden sich alle relevanten Einstufungsparameter anders als im Jahr 2017 in der oligotrophen Nährstoffklasse. 2017 war mit 11,9 µg/l der Parameter Gesamt-Phosphor, dessen Klassengrenze von oligotroph zu mesotroph bei 10 µg/l liegt, überschritten. Jedoch wurde der See aufgrund der sehr geringen Algenentwicklung als oligotroph eingestuft.

Mit einer Sichttiefe von 4,7 m im Mai und 4,4 m im September war eine gute Lichtdurchlässigkeit gegeben, was auf eine geringe Algenentwicklung schließen ließ.

Dem entsprechend lag die mittlere Chlorophyll-a Konzentration bei geringen 2 µg/l.

Bis zum Grund war ausreichend Sauerstoff vorhanden. Gegen Ende der Badesaison wurde knapp über dem Gewässerboden ein Sauerstoffgehalt von 4,9 mg/l bzw. eine Sauerstoffsättigung von 51 % gemessen.

Die mittleren Konzentrationen von Nitrat-Stickstoff und Ammonium-Stickstoff befanden sich mit 275 µg/l bzw. mit 62 µg/l innerhalb der langjährigen Schwankungsbereiche.

Das Artenspektrum der Algen war im Mai (15.05.2018) vorwiegend von den häufig (Häufigkeit 4 der 5-stufigen Skala) auftretenden Kieselalgen (Bacillariophyceae) Achnanthes sp. und Cymbella sp. sowie von der Goldalge (Chrysophyceae) Dinobryon divergens geprägt. Im September (05.09.2018) trat neben der Panzeralge Peridinium sp. das bäumchenartige Dinobryon divergens (Dinophyceae) wieder häufig im Plankton auf. Insgesamt wurden anhand der mikroskopischen Analysen 37 Aren 6 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Dinophyceae, Conjugatophyceae und Cyanophyceae) bestimmt.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)24,64,44,7
Temperatur (°C)0 m218,51818,9
pH-Wert1 m28,38,18,5
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2324311337
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2< 2< 2< 2
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m29710
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 5 m2274,5200349
Phytoplankton (mm³/l)0 - 5 mn.a.
Chlorophyll a (µg/l)0 - 5 m2213
Ammonium-Stickstoff (µg/l)5 m2626163
Sauerstoff (mg/l)5 m25,54,96
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Ferlacher Badesee

Allgemeine Informationen:

Der Ferlacher Badesee liegt im Rosental im Gemeindegebiet von Ferlach, eingebettet in Schottermassen, die von den in den Karawanken entspringenden Bächen in das Tal verlagert wurden. Sie bestehen vorwiegend aus Kalkschottern und sind den zum Teil mächtigen, 30 bis 40 m hohen Konglomeraten verfestigter fluviatiler Schottermassen der Drau aufgelagert (HANSELY & ANDERLE 1973). Der Grundwasserspiegel liegt zwischen 0 und 4 m. Aufgrund des Vorherrschens von leicht durchlässigen Böden (Schotter- und Sandablagerungen) ist die Grundwassererneuerung sehr groß. Der Ferlacher Badesee ist im Zuge der Errichtung des Kraftwerkes Ferlach-Maria Rain im Jahre 1976 entstanden. Der See besitzt keinen Zufluss, er wird vom Grundwasser gespeist. Ein oberirdischer Abfluss mündet in die kleine Drau.

Der Grundwassersee ist ein beliebtes Badegewässer und durch flache Ufer charakterisiert. Er ist von den Erlenwäldern des ehemaligen Auwaldes der Drau umgeben und wird nordseitig von den Dämmen des Draustaues begrenzt.

Morphometrische Daten

Ferlacher Badesee - Geographische Daten
Geographische Länge14,28358243
Geographische Breite46,54531198
Seehöhe [m ü. A.]420
Ferlacher Badesee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,067382
Max. Tiefe [m]10
Mittlere Tiefe [m]6



Fischbestand:

Im Ferlacher Badesee kommen folgende 12 Fischarten vor (LACKNER, mündl. Mitteilung):


Besetzt und sportfischereilich genutzt werden vor allem die Fischarten Karpfen, Regenbogenforelle und Zander. Der Bestand an Sonnenbarschen ist sehr hoch.

Krebsvorkommen:

Besatz mit Signalkrebsen. Der Ferlacher Badesee beherbergt ein Signalkrebsvorkommen (Pacifastacus leniusculus). Diese Nordamerikanische Flusskrebsart wurde durch einen gezielten Besatz Anfang der 1970er Jahre in den ehemaligen Baggersee eingebracht. Seither hat sich eine dichte Krebspopulation entwickelt.
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