Kärntner Seen - Bericht

Ferlacher Badesee

Trophie: schwach mesotroph

Der Ferlacher Badesee wurde im Untersuchungsjahr 2019 aufgrund erhöhter Gesamt-Phosphor- und Nitrat-Stickstoff-Konzentrationen erstmals als schwach mesotroph eingestuft.


Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration des bislang oligotrophen Gewässers stieg von 2018 bis 2019 von 9 µg/l auf 14 µg/l an. Der erhöhte Nährstoffgehalt im Badesee förderte das Algenwachstum, was durch eine hohe Chlorophyll-a-Konzentration von 8,9 µg/l im August zum Ausdruck kam.


Bis zum Grund war ausreichend Sauerstoff vorhanden. Mitte August wurde knapp über dem Gewässerboden beim Steg ein Sauerstoffgehalt von 5,5 mg/l bzw. eine Sauerstoffsättigung von 64 % gemessen.


Besonders auffällig war der starke Anstieg beim Nitrat-Stickstoff im Epilimnion (0 - 5 m). Die mittlere Nitrat-Stickstoff-Konzentration hat von 275 µg/l (2018) auf 1.454 µg/l zugenommen. Im Mai betrug sie hohe 2.698 µg/l, was sehr wohl eine Folge der Niederschläge Anfang des Monats als auch des Hochwassers im Oktober 2018 sein kann. Der Rückgang im September auf geringe 210 µg/l ist mit der Festsetzung in Algenbiomasse zu erklären.


Da der Ferlacher Badesee aufgrund seiner Lage zwischen den Flüssen Drau und Kleine Drau von oberflächlichen Abschwemmungen weitgehend unbeeinflusst ist, scheidet ein direkter Eintrag von Nährstoffen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen aus. Daher ist der plötzliche Nährstoffanstieg als Folge des Unwetters im Oktober 2018 zu sehen.


Mit einer Sichttiefe von vier Meter im Mai und 3,1 Meter im August war eine etwas geringere Lichtdurchlässigkeit als 2018 gegeben. Womit ein weiterer Hinweis auf eine rege Algenentwicklung in Folge eines Nährstoffeintrages vorliegt.


Somit kennzeichneten 2019 alle relevanten Einstufungsparameter den Ferlacher Badesee als schwach mesotrophes Gewässer.


2019 wurden zwei Netzzugproben für die Bestimmung des Artenspektrums der Algen entnommen. Der Mai war vorwiegend von der Goldalge Dinobryon divergens (Chrysophyceae), der Kieselalge Cyclotella sp. (Bacillariophyceae) und den Panzerlagen Peridinium cinctum und P. umbonatum (Dinophyceae) geprägt. Im August dominierten Peridinium sp., das bäumchenartige Dinobryon divergens sowie die Kieselalgen Cyclotella sp. und Fragilaria ulna var. acus die Planktongemeinschaft. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Grünalge Pandorina morum (Chlorophyceae) und die Blaualge Microcystis wesenbergii (Cyanophyceae), beides Arten, die hohe Nährstoffgehalte anzeigen, vereinzelt bestimmt wurden.

Insgesamt wurden anhand der mikroskopischen Analysen 42 Arten aus sechs Algengruppen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cyanophyceae und Dinophyceae) festgestellt.


weitere Informationen



2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)23,63,14
Temperatur (°C)0 m218,914,423,7
pH-Wert1 m28,28,28,2
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2347346347
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2141018
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2333
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 5 m214542102698
Phytoplankton (mm³/l)0 - 5 m2n.a.
Chlorophyll a (µg/l)0 - 5 m24,60,28,9
Ammonium-Stickstoff (µg/l)5 m270,260,380
Sauerstoff (mg/l)5 m26,95,58,2
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
Ferlacher Badesee

Allgemeine Informationen:

Der Ferlacher Badesee liegt im Rosental im Gemeindegebiet von Ferlach, eingebettet in Schottermassen, die von den in den Karawanken entspringenden Bächen in das Tal verlagert wurden. Sie bestehen vorwiegend aus Kalkschottern und sind den zum Teil mächtigen, 30 bis 40 m hohen Konglomeraten verfestigter fluviatiler Schottermassen der Drau aufgelagert (HANSELY & ANDERLE 1973). Der Grundwasserspiegel liegt zwischen 0 und 4 m. Aufgrund des Vorherrschens von leicht durchlässigen Böden (Schotter- und Sandablagerungen) ist die Grundwassererneuerung sehr groß. Der Ferlacher Badesee ist im Zuge der Errichtung des Kraftwerkes Ferlach-Maria Rain im Jahre 1976 entstanden. Der See besitzt keinen Zufluss, er wird vom Grundwasser gespeist. Ein oberirdischer Abfluss mündet in die kleine Drau.

Der Grundwassersee ist ein beliebtes Badegewässer und durch flache Ufer charakterisiert. Er ist von den Erlenwäldern des ehemaligen Auwaldes der Drau umgeben und wird nordseitig von den Dämmen des Draustaues begrenzt.

Morphometrische Daten

Ferlacher Badesee - Geographische Daten
Geographische Länge14,28358243
Geographische Breite46,54531198
Seehöhe [m ü. A.]420
Ferlacher Badesee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,067382
Max. Tiefe [m]10
Mittlere Tiefe [m]6



Fischbestand:

Im Ferlacher Badesee kommen folgende 12 Fischarten vor (LACKNER, mündl. Mitteilung):


Besetzt und sportfischereilich genutzt werden vor allem die Fischarten Karpfen, Regenbogenforelle und Zander. Der Bestand an Sonnenbarschen ist sehr hoch.

Krebsvorkommen:

Besatz mit Signalkrebsen. Der Ferlacher Badesee beherbergt ein Signalkrebsvorkommen (Pacifastacus leniusculus). Diese Nordamerikanische Flusskrebsart wurde durch einen gezielten Besatz Anfang der 1970er Jahre in den ehemaligen Baggersee eingebracht. Seither hat sich eine dichte Krebspopulation entwickelt.
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