Kärntner Seen

Wörthersee

Trophie: schwach mesotroph
Ökologischer Zustand:
Fische2017gut
Makrophyten2017gut
Phytoplankton (3-Jahresmittel)2018gut

2018 wurde der Wörthersee erneut als schwach mesotrophes Gewässer bewertet. Anhand des Qualitätselementes Algen (3-Jahresmittel 2016 - 2018) war der ökologische Zustand des Sees wie in den Vorjahren „gut“.

Der Gesamt-Phosphor im Epilimnion (0 – 6 m) und Mixolimnion (0 – 50 m) war ausschlaggebend für die Beurteilung schwach mesotroph. Im Epilimnion (0 - 6 m) betrug die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration 11 µg/l und im Mixolimnion, dem zirkulierenden Wasserkörper von 0 - 50 m Tiefe, 14 µg/l (gew. Gesamt-Phosphor). In 50 m Tiefe war die Gesamt-Phosphor-Konzentration mit 21 µg/l geringer als 2017 (41 µg/l) und in 70 m Tiefe mit 93 µg/l (2017: 92 µg/l) ähnlich hoch. Aufgrund des meromiktischen Charakters des Sees reicht die Zirkulation selten bis zum Grund. Dadurch bleibt der grundnahe Wasserkörper sauerstofffrei. Demzufolge lag 2018 die Sauerstoffgrenze im März und Juni in 55 m bzw. 52 m, im August und Dezember in 46 m Tiefe. Schwefelwasserstoff wurde zu allen Untersuchungsterminen ab 60 m Tiefe festgestellt.

Das Jahresmittel des Algen-Biovolumens war im Epilimnion mit 1,462 mm³/l nahezu doppelt so hoch wie im Vorjahr (0,873 mm³/). Entsprechend war die mittlere Chlorophyll-a-Konzentration mit 5,4 µg/l etwas höher als 2017 (3,27 µg/l).

Der Nitrat-Stickstoff im Epilimnion und der Ammonium-Stickstoff in 50 m Tiefe lagen in niedrigen Konzentrationen vor und unterstrichen den schwach mesotrophen Charakter des Sees. Die Sichttiefenwerte als Maß für die Trübung des Wassers mit Schwebealgen und Schwebstoffen maßen minimal 3,5 m und maximal 5,1 m. Zur Beurteilung der Trophie werden beim meromiktischen Wörthersee das Epilimnion (0 - 6 m) und der zirkulierende Wasserkörper (Mixolimnion 0 – 50 m), der erfahrungsgemäß während der Frühjahres- oder Herbstzirkulation bis in 50 Meter Tiefe reicht, herangezogen. Nur selten reichen die Zirkulationen tiefer und versorgen den sauerstofffreien Tiefenbereich mit Sauerstoff. Die Lage der Sauerstoffgrenze liefert dazu einen wichtigen Anhaltspunkt.

Die Wasserrahmenrichtlinie fordert im Bereich der Oberflächengewässer eine Bewertung des ökologischen und des physikalisch-chemischen Zustandes. Seen mit einer Fläche größer als 50 Hektar werden entsprechend der Qualitätszielverordnung Ökologie Oberflächengewässer (QZV Ökologie OG, BGBl. I Nr. 99/2010 i.d.g.F.) bewertet. Entsprechend dem „Leitfaden zur Erhebung der biologischen Qualitätselemente Teil B2 – Phytoplankton“ (Wolfram & Dokulil 2015) und dem „Leitfaden zur typspezifischen Bewertung gemäß allgemein physikalisch-chemischer Parameter in Seen“ (Wolfram & Donabaum 2015) werden die ökologischen Zustände anhand des Qualitätselementes Phytoplankton und der physikalisch-chemischen Parameter jährlich berechnet. Anhand des Qualitätselementes Phytoplankton mit der normierten EQR von 0,62 befand sich der Wörthersee auch 2018 im „guten“ ökologischen Zustand. Anders als 2017 gaben nicht alle zu erhebenden Parameter den „guten“ Zustand wieder. Einzig der Brettum-Index mit einer nEQR von 0,69 tat dies. Biovolumen (nEQR: 0,54) und Chlorophyll-a (nEQR: 0,55) kamen im mäßigen Bereich zu liegen. Das 3-Jahresmittel (2016 - 2018) mit einem Gesamt-EQR von 0,65 hob den „guten“ Zustand des Wörthersees hervor. Im 3-Jarhesmittel (2016 - 2018) lagen die Ergebnisse hinsichtlich der allgemein physikalisch-chemischen Qualitätsparameter für die hypolimnische (35 - 50 m) Temperatur, die Chloridkonzentration und den pH-Wert im Mixolimnion (0 - 50 m) innerhalb der Bandbreite für den sehr guten und guten Zustand. Die Kenngröße Gesamt-Phosphor im Mixolimnion (nEQR von 0,43) sowie die Kenngröße Sichttiefe (nEQR: 0,61) im 3-Jahresmittel entsprachen dem „guten“ ökologischen Zustand.

Der Wörthersee wird in der kalten Jahreszeit, im Dezember bis April fast ausschließlich von einer Algenart besiedelt. Die fädige Blaualge (Cyanophyceae) Planktothrix rubescens nimmt dann rund 90 % des epilimnischen Algen-Biovolumens ein. In der warmen Jahreszeit verschwindet sie aus dem erwärmten Oberflächenbereich vollständig und ist in den tieferen Schichten (7 - 30 m) mit einem Biovolumsanteil zwischen 60 und 90 % anzutreffen. 2018 kam P. rubescens im März (14.03.2018) bei einer epilimnischen Gesamt-Algenmenge von 2,230 mm³/l mit einem Biovolumsanteil von 87 % vor, was einem Algen-Biovolumen von 1,945 mm³/l entsprach. Auch die tieferen Wasserschichten waren durch die Dominanz von P. rubescens geprägt. Ganz ähnlich war die Situation im Dezember (04.12.2018), wo sie einen Anteil am Algen-Biovolumen von 96 % hatte. Das epilimnische Algen-Biovolumen belief sich auf 3,232 mm³/l, wovon 3,107 mm³/l allein auf P. rubescens entfielen. Mitte Juni (19.06.2018) spielten die Blaualgen im Epilimnion mit rund 5 %, die fast ausschließlich von Anabaena lemmermannii gebildet wurden, keine Rolle. Bei einem geringen Algen-Biovolumen von 0,238 mm³/l entfielen auf die Schlundalgen (Cryptophyceae) 30 %, auf die Goldalgen (Chrysophyceae) 24 % und auf die Panzeralgen (Dinophyceae) 23 %. Ab sieben Meter Tiefe war fast ausschließlich wieder P. rubescens anzutreffen. Mitte August (22.08.2018) war das epilimnische Algen-Biovolumen mit 0,148 mm³/l sehr niedrig und setze sich aus sieben Algenklassen zusammen. Die Panzeralgen kamen auf 39 %, die Kieselalgen (Bacillariophyceae) auf 20%, die Schlundalgen auf 18 %, die Grünalgen (Chlorophyceae) kamen auf 12 %, die Jochalgen (Conjugatophyceae) auf 9 % und die Blaualgen ohne P. rubescens auf 6 %. Insgesamt wurden 2018 anhand der Analysen 88 Arten aus 11 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae, Ulvophyceae, Xanthophyceae, Unbestimmbare Formen) bestimmt.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)44,13,55,1
Temperatur (°C)0 m414,93,625,4
pH-Wert1 m48,48,38,6
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4311299326
Phytoplankton (mm³/l)0 - 30 m41,6661,4211,936
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 50 m4141018
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m411< 518
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4< 2< 23
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m441< 11147
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m41,460,1483,232
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m45,40,512
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 70 m4211728
Gesamt-Phosphor (µg/l) 50 m4211435
Ammonium-Stickstoff (µg/l)50 m413963221
Sauerstoff (mg/l)50 m40,8< 0,22
Gesamt-Phosphor (µg/l) 70 m49372113
Ammonium-Stickstoff (µg/l)70 m4652558711
Sauerstoff (mg/l)70 m4< 0,2< 0,2< 0,2
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Wörthersee

Allgemeine Informationen:

Einer der beliebtesten Badeseen Österreichs, der Wörthersee, besticht einerseits durch seine ausgezeichnete Badewasserqualität und andererseits durch die publikumswirksamen Veranstaltungen rund um den See. 10 Strandbäder bieten eine sommerliche Abkühlung.
Mit einer Fläche von 19,39 km² und 16,5 km Länge ist der Wörthersee der flächenmäßig größte See Kärntens. Eingebettet im Mittelkärntner Hügelland, liegt er in einer Talfurche abseits der Hauptentwässerungslinie Drau. Diese Talfurche stellt eine tektonische Störung dar, die vom eiszeitlichen Gletscher überformt wurde. Die sich in Ost-West Richtung erstreckende Seewanne ist durch Inseln, Halbinseln und unterseeische Schwellen in 3 Becken gegliedert. Das westliche und tiefste reicht von Velden bis Pörtschach (Fläche 7,9 km², max. Tiefe 85,2 m), das mittlere von Pörtschach bis Maria Wörth (Fläche 3,5 km², max. Tiefe 39,9 m) und das östliche von Maria Wörth bis Klagenfurt (Fläche 8,0 km², max. Tiefe 73,2 m).
Der Name Wörthersee  leitet sich vom althochdeutschen Werdersee (Inselsee) ab und bezieht sich auf drei Inseln im Wörthersee. Eine davon, Maria Wörth, bekam erst durch die Tieferlegung des Wasserspiegels um 1770 Verbindung zum Festland.

Eine Vielzahl kleinerer Bäche münden von allen Seiten in den Wörthersee. Der Größte von ihnen ist der Reifnitzbach mit einer mittleren Wasserführung von 630 l/s. Der Abfluss, die Glanfurt/Sattnitz, verlässt den See im Osten und entwässert über die Glan und die Gurk zur Drau.

10,5 Jahre würde der gesamte See theoretisch benötigen um sich bei einem mittleren Zufluss von 2.460 l/s zu füllen. Das zeigt, dass der Wörthersee eine sehr geringe Durchflutung aufweist. Aufgrund eben dieser geringen Durchflutung und der windgeschützten Beckenlage, erwärmt sich der See im Frühjahr sehr rasch. Dabei bildet sich eine strenge Temperaturschichtung aus.

Temperaturen bis zu 28 °C am Ufer sind keine Seltenheit. In der Seemitte erwärmt sich das Epilimnion, also die oberste Wasserschicht, auf über 25 °C. Bis Ende Juni hat der See eine Temperatur über 20° C erreicht, eine Abkühlung erfolgt erst im Laufe des Monats September. Das Epilimnion reicht während der Sommermonate bis etwa 8 m Tiefe, der Temperaturabfall in der darunter liegenden Schicht, der Sprungschicht (Metalimnion), die bis 15 m Tiefe reicht, erfolgt sehr rasch und bedingt die strenge Temperaturschichtung im Sommer. Die mächtige Warmwasserschicht des Epilimnions wird auch durch kurzzeitige Schlechtwettereinbrüche nicht abgekühlt.

Eisbedeckung am Wörthersee. Die Eislegung am Wörthersee beginnt in der Regel Mitte bis Ende Jänner. Eine geschlossene Eisdecke bildet sich nur in extrem kalten Wintern aus, meist frieren nur einige Buchten zu. Die Eisdecke kann jedoch eine Dicke bis zu 30 cm erreichen. Der Eisbruch erfolgt Anfang bis Mitte März.

Beste Badewasserqualität. Aus limnologischer Sicht ist der Wörthersee dem mäßig mit Nährstoffen belasteten (schwach mesotrophen) Seentyp zuzuordnen, besitzt also eine einwandfreie Badewasserqualität.

Teildurchmischung des Wassers. Der Wörthersee gehört dem meromiktischen Zirkulationstyp an. Das bedeutet, die Durchmischung des Wasserkörpers erfolgt während der Zirkulationsperioden im Frühjahr und Herbst nur bis zu einer Tiefe von 50 bis 60 m. Die darunterliegende Wasserschicht bleibt von der Zirkulation unberührt. Ursachen dafür sind die relativ tiefen Becken, die geringe Durchflutung sowie die windgeschützte Lage.
Aufgrund der Teilzirkulation des Wörthersees wird das Tiefenwasser nicht mit Sauerstoff versorgt, es ist naturgegeben sauerstofffrei. Der mikrobielle Abbau abgestorbener abgesunkener Organismen führt zum Sauerstoffschwund in der Tiefe.

Belastung des Sees. In Folge der verstärkten Nährstoffbelastung (Eutrophierung) durch die Tourismusentwicklung in den 60er Jahren verlagerte sich die sauerstofffreie Zone von rund 70 m auf 45 m Tiefe. Die Belastung mit häuslichen, phosphathältigen Abwässern wurde so groß, dass Algenblüten als sichtbare Zeichen in Erscheinung traten. Schließlich beeinträchtigte das wiederholte Auftreten von Algenblüten an der Wasseroberfläche den Badebetrieb und den Fremdenverkehr so empfindlich, dass 1963 die zuständigen Behörden zum Handeln veranlasst wurden. Maßnahmen zur Reinhaltung der Seen wurden beschlossen und ein Seenreinhaltegesetz verabschiedet. Als erstes richtungweisendes Projekt wurde die Kläranlage Klagenfurt (1967) errichtet. Nicht zuletzt ist der See Dank der Sanierungsmaßnahmen (Kanalbau) im Einzugsgebiet heute wieder ein Anziehungsmagnet für den Sommertourismus.

Farbenspiel im Wasser. Eine Besonderheit des Wörthersees ist das Vorherrschen der Burgunderblutalge (Planktothrix rubescens) im pflanzlichen Plankton. Diese zu den Blaualgen zählende Algenart ist im Frühjahr im gesamten Wasserkörper zwischen 0 und 30 m verteilt und bindet die Nährstoffe der Oberflächenschicht. Mit zunehmender Erwärmung zieht sich diese Alge in die Tiefe von 8 bis 20 m zurück. Daher ist der Oberflächenbereich des Sees während der Sommermonate relativ nährstoff- und algenarm, ein Umstand, der für die hervorragende optische Qualität der Oberflächenschicht des Sees mitverantwortlich ist. Während der Wintermonate gelangt die Burgunderblutalge mit der Zirkulation des Wasserkörpers wieder an die Oberfläche zurück. Sie ist an einer roten Färbung des Wassers deutlich erkennbar. Das Aufschwimmen von Planktothrix rubescens während der Wintermonate ist somit nicht auf eine verstärkte Nährstoffbelastung, sondern auf die Zirkulationsvorgänge zurückzuführen.
An heißen Tagen fällt beim Wörthersee eine weißliche Trübe auf, die dem See seine charakteristische türkise Farbe verleiht. Die Kalkteilchen entstehen durch die Tätigkeit von Algen und Unterwasserpflanzen (Assimilation), die aus kalkreichem Wasser Calciumcarbonat ausfällen. Die Kalkplättchen lagern sich in den Uferregionen ab und bilden die hellgrauen Seekreidebänke.

Natur- und Landschaftsschutz. Besonders wertvolle und naturbelassene Bereiche rund um den Wörthersee wurden zu Landschafts- und Naturschutzgebieten (Kleine Seenkunde/Schutzgebiete: Ein Landschaftsschutzgebiet ist ein naturnahes Gebiet, dessen Landschaft einen besonderen Charakter, hohen ästhetischen oder Erholungswert hat. Das primäre Ziel ist die Erhaltung des charakteristischen Landschaftsbildes. Ein Naturschutzgebiet ist ein streng geschütztes Gebiet, das zur Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt oder einer landschaftlichen oder erdkundlichen Eigenart dient.) erklärt:
LSG Maiernigg: 24 ha, LGBl. Nr. 69/1970
LSG Lendspitz - Siebenhügel: 104 ha, LGBl. Nr. 67/1970
LSG Pyramidenkogel: 770 ha, LGBl. Nr. 73/1970
LSG Rauth: 152 ha, LGBl. Nr. 72/1970
LSG Schrottkogel: 504 ha, LGBl. Nr. 71/1970
LSG Villa Alban Berg: 12 ha, LGBl. Nr. 92/1971
NSG Walterskirchen: 23 ha, LGBl. Nr. 37/1953
LSG Pörtschacher Halbinsel: 8 ha, LGBl. Nr. 76/1970
LSG Leonstain: 22 ha, LGBl. Nr. 75/1970

Morphometrische Daten

Wörthersee - Geographische Daten
Geographische Länge14,12194257
Geographische Breite46,630346
Seehöhe [m ü. A.]439
Wörthersee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]19,3875
Max. Tiefe [m]85,2
Mittlere Tiefe [m]41,9
Volumen [m³]816.440.455
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]10,5
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]2.470
Einzugsgebiet [km²]162,23

Tiefenkarte

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Tourismus:

Sommerfrische am Wörthersee. Bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert erfuhr der Fremdenverkehr rund um den Wörthersee seine erste Blüte und lockte „Sommerfrischler“ an die Ufer des Sees. Berühmte Komponisten wie Johannes Brahms, Gustav Mahler oder Alban Berg nutzten den Wörthersee als Erholungsgebiet. Bis heute finden an den Ufern des Sees viele Prominente Inspiration und Erholung.

Events und Großveranstaltungen. Als beliebter Drehort für Unterhaltungsfilme oder als Platz für Großveranstaltungen, wie Beach Volleyball-Grand-Slam, IRONMAN, Starnacht und GTI-Treffen wurde der See weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Fremdenverkehrszentren entlang des Nordufers sind Krumpendorf und Pörtschach. Im Westen liegt der beliebte Urlaubsort Velden mit seinem berühmten Casino. Im Süden befinden sich Reifnitz und Maria Wörth, das mit seiner berühmten Wahlfahrtskirche ganz charakteristisch das Bild des Südufers prägt. In Klagenfurt am Wörthersee, am Ostufer des Sees, befindet sich das größte Binnesee-Strandbad Europas: das Strandbad Klagenfurt.

Mit dem Schiff übers Wasser. Die 4 Schiffe der Wörtherseeschifffahrt laufen 11 Anlegestellen in 5 Ortschaften an. Eine Rundfahrt bietet immer wieder den Blick auf die Häuser mit der typischen Wörthersee Architektur. Besonderer Beliebtheit erfreut sich eines der letzten Schraubendampfschiffe Europas, die Thalia. Sie wurde 1909 erbaut und 1988 umfangreich restauriert.
Neben Segelbooten und Elektrobooten darf auf dem Wörthersee auch eine beschränkte Anzahl von privaten Motorbooten fahren.

Fischbestand:

Aus dem Wörthersee sind derzeit folgende 21 Fischarten bekannt:


Berufsfischerei wird im Wörthersee im Nebenerwerb mittels Stellnetzen betrieben. Dabei werden jährlich etwa 2 bis 4 t Coregonen gefangen. Hauptsächlich wird jedoch geangelt, wobei neben Karpfenartigen auch Hechte gefangen werden. Die fischereilichen Hektarerträge am Wörthersee liegen zwischen 5 und 10 kg/ha. Die Angelsaison geht vom 10. Mai bis zum 20. Oktober.

Die Hauptfische des Wörthersees sind die Reinanke (Maräne) und der Hecht. Die ursprünglich autochthone Reinanke hat sich gegenüber der eingesetzten, großwüchsigeren Maräne bisher behaupten können.

Neuankömmlinge im See, die sich mittlerweile gut eingebürgert haben, sind die Seeforelle, der Forellenbarsch und der Sonnenbarsch.
Seeforellen wanderten durch Einbürgerung im Reifnitzbach im Jahre 1889 in den See (HARTMANN, 1898). In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gelangte der Forellenbarsch durch einen Teichbruch aus den Schloßteichen bei Velden in den Wörthersee. Erst später dehnte er seinen Lebensraum langsam nach Osten aus. Dabei vermehrte sich diese Fischart im See so stark, dass über eine gewisse Zeitspanne mehr Forellenbarsche als Hechte im See vorkamen (LEBITSCH zit. in HARTLIEB, 1966). Die Fische wurden bis über 3 kg schwer. Heute hat sich die Forellenbarschpopulation in ihrer Stärke gegenüber anderen Fischarten angepasst. Der aus Nordamerika stammende und mit dem Forellenbarsch nahe verwandte Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus) ist vor einigen Jahren vermutlich durch das entsorgen von Aquarienfischen oder durch Wasservögel in den Wörthersee gekommen und hat sich dort stark vermehrt. Zum Leidwesen der Berufsfischer verfangen sich diese Fische immer wieder in den Netzen und sind infolge ihrer "sperrigen" Rückenflosse schwierig zu lösen.
Durch Besatz kamen in den 1960er Jahren der Aal und in den 1970er Jahren der Amurkarpfen und der Tolstolob (Silberkarpfen) in den See. Amur- und Silberkarpfen gibt es heute jedoch kaum mehr.
In den kleineren Zuflüssen des Wörthersees kommen Bachforellen (Salmo trutta f. fario) und Regenbogenforellen (Oncorhynchus mykiss) vor. Sichtungen von Seeforellen in letzter Zeit im See und in den Zubringern könnten auf eine Zunahme des Bestandes diese Art schließen lassen.
Im Abfluß des Wörthersees, der Sattnitz, tummeln sich Zährten (Vimba vimba), Schneider (Alburnoides bipunctatus) und Haseln (Leuciscus leuciscus). Früher zogen auch Barben und Nasen aus der Sattnitz zur Laichzeit in den See. Diese Fischarten leben heute noch in der Sattnitz. Durch die Errichtung einer Fischaufstiegshilfe beim Teilungswehr Lampl Arm - Ebenthaler Arm im Frühjahr 2000 ist nun ein Fischaufstieg über den Lampl Arm bis zum Weinländer Wehr wieder möglich. Über den Ebenthaler Arm ist ein Fischzug durch die zahlreichen Wehranlagen unterbunden.

Einzigartiger Lebensraum. Eine Besonderheit ist die in Kärnten nur im Wörthersee vorkommende Seelaube oder Mairenke. Infolge einer täuschenden Ähnlichkeit mit der Reinanke wurden Mairenken früher gelegentlich auf dem Klagenfurter Markt als solche von Unkundigen gekauft. Wegen der grünlich erscheinenden Färbung bezeichnet man diese Fische im Wörthersee auch als Grünlinge. In den Monaten April und Mai kann der „Hochzeitszug“ der Mairenke im Reifnitzbach beobachtet werden. Zum Höhepunkt der Laichwadnerung ziehen bis zu 50.000 Fische am Tag in den Wasserlauf zum Ablaichen ein. Einst wurden sie eimerweise abgefischt und an Schweine verfüttert. Heute sind sie ganzjährig geschont und stehen auf der roten Liste gefährdeter Fische.
Die früher im Wörthersee vorkommende Aalrutte (Lota lota) kann heute nicht mehr nachgewiesen werden.

Krebsvorkommen:

Sumpfkrebse im Wörthersee. Der Wörthersee beherbergt zwischen der Klagenfurter Bucht und Krumpendorf einen Sumpfkrebsbestand (Astacus leptodactylus). Diese osteuropäische Flusskrebsart ist aktuell in Kärntens Gewässern außer im Wörthersee neuerdings auch im Vassacher See und in einem kleinen Teich nordöstlich von Klagenfurt nahe Schloss Ehrenbichl zu finden. Der Bestand im Wörthersee geht vermutlich auf Besatzmaßnahmen zurück, welche erst im letzten Jahrzehnt durchgeführt wurden (PETUTSCHNIG, 1997).
Der frühere Reichtum an Edelkrebsen (Astacus astacus), für den der Wörthersee einst bekannt war, ist heute nahezu gänzlich erloschen. Heute findet man den größten Vertreter der heimischen Flusskrebsarten nur mehr selten, meist in den Mündungsbereichen der Zubringerbäche (Abfluss des Forstsees, des Saisser Sees und einigen größeren Teichen am Süd- und Nordufer des Sees) sowie im Abflussbereich der Glanfurt. Der Aalbestand im See ist wohl mit ein Grund, dass sich seit der Vernichtung des ursprünglichen Edelkrebsbestandes, durch das Auftreten der Krebspest, kein größerer Bestand im See mehr entwickelt hat.
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