Kärntner Seen - Bericht

Vassacher See

Trophie: mesotroph

2019 wurde der Vassacher See als mesotrophes Gewässer mit Tendenz zur schwach mesotrophen Nährstoffklasse eingestuft.


Im Mai wurde ein Sichttiefenwert von 3,8 m gemessen, im August war das Seewasser mit einem Sichttiefenwert von 3,1 m weniger klar.


Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration im Epilimnion (0 - 5 m) lag mit 15 µg/l knapp an der Grenze zur schwach mesotrophen Trophiestufe. Der Gesamt-Phosphor-Gehalt am Ende des Sommers in 10 m Tiefe betrug wie im Vorjahr maximal 27 µg/l.


An beiden Terminen lag die Sauerstoff-Konzentration unter der Bestimmungsgrenze von < 0,2 mg/l und wies auf hohe bakterielle Abbauprozesse von abgesunkenem, organischen Material hin. Am Vassacher See ist eine Tiefenwasserableitung installiert, die nährstoffreiches Wasser aus dem Tiefenbereich ableitet. Zudem besteht eine variable Zuleitung, mit der Frischwasser in den See eingebracht werden kann.


Die mittlere Chlorophyll-a-Konzentration (8 µg/l) als Maß für die Produktivität der planktischen Algen entsprach der mäßig hohen Trophiestufe des Gewässers.


2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)23,53,13,8
Temperatur (°C)0 m218,513,323,7
pH-Wert1 m28,48,28,6
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2257249264
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 10 m20,340,130,54
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2151416
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2<2<2<2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 5 m2<60<6085
Phytoplankton (mm³/l)0 - 5 m20,350,140,57
Chlorophyll a (µg/l)0 - 5 m28,14,911,2
Gesamt-Phosphor (µg/l) 10 m2242227
Ammonium-Stickstoff (µg/l)10 m2370331408
Sauerstoff (mg/l)10 m2<0,2<0,2<0,2
2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
Vassacher See

Allgemeine Informationen:

Im Villacher Becken in einer Talsenke zwischen dem Kumitzberg im Osten und dem Oswaldiberg im Westen liegt der Vassacher See. Er ist in Sand- und Schottermassen der Drau eingebettet, die postglazial dem ostalpinen Altkristallin aufgelagert wurden. Das Seebecken verdankt seine Entstehung einer Toteisscholle, die während des Gletscherrückzuges zurückgelassen wurde.

Schwacher Durchfluss. Der Vassacher See gehört zu den mäßig eutrophen Seen Kärntens. Der weiherartige Kleinsee wird nur schwach durchflossen und reagiert daher empfindlich auf Nährstoffbelastungen. Im Naherholungsgebiet der Stadt Villach gelegen, dient der See im Sommer zahlreichen Badegästen als geeigneter Erholungsraum, der durch den großen Zustrom nicht unwesentlichen Belastungen ausgesetzt ist.

Weitgehend naturbelassene Ufer. Der See hat ein Becken mit relativ steil abfallender Halde. Die tiefste Stelle mit 10,2 m liegt im Nordwesten. Die Ufer fallen ebenfalls steil zum See hin ab, sie sind weitgehend naturbelassen. Entlang der Wasserlinie hat sich ein schmaler Schilf- und Großseggengürtel entwickelt, dahinter schließen Pfeifengraswiesen, Schwarzerlen- und Föhrenbestände an. Am Ostufer reicht der Nadelwald direkt bis zum Seeufer. Am Westufer befindet sich ein im Sommer stark frequentierter Campingplatz. Grundwassergespeister See. Der Vassacher See wird vorwiegend mit Grundwasser versorgt, der oberirdische Zufluss führt nur geringe Wassermengen zu. Der Abfluss verlässt den See im Süden, durchfließt eine Verlandungsfläche und mündet nach kurzem Lauf in den Leonharder See.

Landschaftschutz. Der Vassacher See befindet sich im 30 ha großen, gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet (LGBl. Nr. 42/1970).

Morphometrische Daten

Vassacher See - Geographische Daten
Geographische Länge13,86026561
Geographische Breite46,63341365
Seehöhe [m ü. A.]521
Vassacher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,0443
Max. Tiefe [m]10,2
Mittlere Tiefe [m]5,1
Volumen [m³]227.670

Tiefenkarte

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Fischbestand:

Im Vassacher See kommen folgende 13 Fischarten vor (KREUZER, mündl. Mitteilung):


Angelfischereiliche Nutzung. Hauptsächlich werden Karpfen und Schleien besetzt, die angelfischereilich genutzt werden. Der Sonnenbarsch hat sich nach der Einschleppung vermutlich durch Angler, explosionsartig vermehrt.

Krebsvorkommen:

Sumpfkrebsbestand. Im Rahmen der Kärntner Flusskrebs-Verbreitungsstudie wurden im Herbst 1998 im Vassacher See Sumpfkrebse (Astacus leptodactylus) nachgewiesen.
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