Kärntner Seen - Bericht

Turracher See

Trophie: oligotroph

Der Turracher See konnte im Untersuchungsjahr 2018 aufgrund des niedrigen Gesamt-Phosphor- und Chlorophyll-a-Gehaltes wiederum dem oligotrophen Gewässertypus zugeordnet werden.

Das Gewässer lag mit einer mittleren Sichttiefe von 5,3 m im Bereich der beiden Vorjahre. Einer geringen Sichttiefe von 3 Metern im Mai 2018 folgte eine höhere Sichttiefe im folgenden August mit 7,6 Meter.

Die Sauerstoffkonzentration über Grund lag zu Beginn der Sommerstagnation bei 4,3 mg/l und sank aufgrund von Zehrungsprozessen mit Ende der Stagnationsphase unter die Nachweisgrenze.
Die Gesamt-Phosphor-Konzentration mit mittleren 9 μg/l im Epilimnion (0 bis 6) bewegte sich im Schwankungsbereich des langjährigen Durchschnitts.

Die epilimnischen Chlorophyll-a-Konzentrationen mit mittleren 3 μg/l im Epilimnion waren sehr gering und entsprachen der zugeordneten Nährstoffklasse.
Bei den mittleren Nitrat-Stickstoff-Konzentrationen ist in den beiden letzten Jahren wieder eine leichte Zunahme zu erkennen, der Mittelwert lag im Jahr 2018 bei 177 μg/l.

Im Mai 2018 dominierte die Kieselalge Asterionella formosa mit mittlerem bis häufigem Vorkommen (Häufigkeit 3-4 auf einer 5-stufigen Skala) die Phytoplanktongemeinschaft des Turracher Sees. Mit mittlerer Häufigkeit kamen die beiden Goldalgen Synura sp. und Dinobryon cylindricum in der Probe vor.

Im August 2018 war wiederum die Kieselalge Asterionella formosa diesmal gleichauf mit der Goldalge Dinobryon divergens vorherrschend, wobei die beiden Arten schon fast massenhaft (Häufikeit 4-5) auftraten.
Insgesamt war die Artenvariation in der Algengemeinschaft im Mai höher als im August.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)25,337,6
Temperatur (°C)0 m211,68,414,8
pH-Wert1 m27,87,38,3
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2146115176
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 30 m29711
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m29613
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m2177126228
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m2n.a.
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m2315
Gesamt-Phosphor (µg/l) 30 m214919
Ammonium-Stickstoff (µg/l)30 m210219185
Sauerstoff (mg/l)30 m23,8< 0,28,4
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Turracher See

Allgemeine Informationen:

Umrahmt von den Nockbergen liegt im Bereich der Turracher Höhe, eines in den Gurktaler Alpen liegenden Passübergangs, der Kärnten mit der Steiermark verbindet, der Turracher See. Geologisch gehört das Gebiet im Wesentlichen zur mächtig entwickelten "Gurktaler Phyllitzone". Diese wird nordöstlich und nördlich des Sees stellenweise von meist konglomeratisch ausgebildeten Gesteinen des Karbons überlagert.

Die Ufer des Sees sind vorwiegend durch Straßen- und Wegebau geprägt. Naturbelassene Ufer fehlen zum größten Teil.

Eisbedeckung. Aufgrund seiner Höhenlage (1.780 m) ist der See etwa 6 Monate im Jahr von Eis bedeckt. Eisdicken bis zu 1 m sind keine Seltenheit. Während des Sommers erwärmt sich der See nur mäßig; Oberflächentemperaturen steigen im allgemeinen nicht über 18° C an.

Keine Verbindung zur Drau. Der Turracher See wird von 2 Zuflüssen gespeist, von denen einer aus Westen kommend in das südliche Seebecken mündet, der zweite Zufluss erreicht das Gewässer im Norden. Der Turracher See ist der einzige Kärntner See der nicht in die Drau entwässert. Der Abfluss verlässt den See im Norden und mündet als Vorderer Seebach in die Turrach, die der Mur zufließt.

Morphometrische Daten

Turracher See - Geographische Daten
Geographische Länge13,8763464
Geographische Breite46,91806427
Seehöhe [m ü. A.]1780
Turracher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,194339
Max. Tiefe [m]33
Mittlere Tiefe [m]13,6
Volumen [m³]2.644.477
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]1,1
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]70
Einzugsgebiet [km²]2,2

Tiefenkarte

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Fischbestand:

Im Turracher See leben folgende 6 Fischarten:


Autochthoner Bestand und Besatz. Während Forellen, Seesaiblinge und Elritzen zu den autochthonen Fischarten zählen, gelangten Barsche erst in letzter Zeit unbeabsichtigt mit dem Besatz anderer Fische in den See.

Vorkommen von Seeforelle und Seesaibling. Vom Botaniker WULFEN wird vor 200 Jahren bereits die Seeforelle, bei ihm als "schwarzgefleckte Forelle" bezeichnet, für "subalpine Bäche der Reichenau" beschrieben (HONSIG-ERLENBURG & MILDNER 1996). Gemeint ist hier die Gegend um Ebene Reichenau. Aufgrund dieser Angaben ist anzunehmen, dass die Seeforelle auch im nahegelegenen Turracher See bereits vorgekommen ist. Ähnliches gilt auch für den Seesaibling, der bei WULFEN unter anderem für die "meisten alpinen Seen Kärntens und deren Zuflüsse" angeführt wird.

Fischereiberechtigt im Turracher See ist die Fürstliche Schwarzenberg'sche Familienstiftung Vaduz.

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