Kärntner Seen - Bericht

Turnersee

Trophie: schwach mesotroph

Bei leichtem Anstieg der Gesamt-Phosphor-Konzentration und dem bekannten Sauerstoffschwund im Tiefenwasser zählte der Turnersee unverändert zu den schwach mesotrophen Seen.


Im Mai wurde im Epilimnion (0 - 6 m) eine Gesamt-Phosphor-Konzentration von 9 µg/l gemessen, im August stieg diese in der Oberflächenschicht auf 16 µg/l an. Verglichen mit den Vorjahren, war beim Gesamt-Phosphor ein geringer Anstieg auf 12 µg/l zu verzeichnen, wobei der Turnersee weiterhin als schwach mesotroph zu bezeichnen ist. Fast unverändert präsentierten sich die Phosphor-Werte des Tiefenwassers. Die höchste Konzentration von 40 µg/l wurde über Grund (in 12 m) zum Zeitpunkt der starken Sauerstoffzehrung im August gemessen.


Bereits im Mai war ab 11 m Tiefe durch den mikrobiellen Abbau von organischer Substanz ein Sauerstoffschwund gegeben. Gegen Ende der Sommerstagnation fehlte der Sauerstoff bereits ab 10 m Tiefe, gleichzeitig wurde der typische Geruch von Schwefelwasserstoff festgestellt. Sowohl zu Beginn als auch gegen Ende der sommerlichen Schichtungsphase war die Konzentration an Nitrat-Stickstoff im Epilimnion etwas geringer als im Vorjahr. Der Ammonium-Stickstoff-Gehalt der Tiefenzone blieb mit einem Jahresmittelwert von 1.064 µg/l auf dem hohen Niveau des Vorjahres.


Die Sichttiefe, als Maß zur raschen Abschätzung der Phytoplanktonmenge, fiel im Mai (3 m) und auch im August (2,2 m) geringer als in den Vergleichsjahren aus. Die verminderte Transparenz des Seewassers korrelierte mit einem stärkeren Aufkommen an Schwebealgen, deren Biovolumen sich im Vergleich zu 2018 auf 1,64 mm³/l verdoppelte. Mit der steigenden Algenmenge erhöhte sich auch die Chlorophyll-a-Konzentration. Bei einem Jahresmittelwert von 6,8 µg/l machte diese gemeinsam mit dem Phytoplanktonbiovolumen den schwach mesotrophen Charakter des Turnersees deutlich.


In der lichtdurchfluteten Oberflächenschicht entwickelte sich sowohl im Mai als auch im August eine annähernd gleich hohe Algenbiomasse, die saisonal von unterschiedlichen Algengruppen aufgebaut wurde. Zu Beginn der Sommerstagnation fand die Gelbgrünalge Botryochloris minima (Xantophyceae) optimale Licht- und Nährstoffbedingungen vor und bildetet allein 40 % des Biovolumens. Zentrische Kieselalgen (Bacyllariophyceae) wie Cyclotella waren im Mai mit einem Anteil von 27 % vertreten. Ende August gelangten vor allem Großformen wie Panzeralgen (Dinophyceae) mit der „Hornalge“ Ceratium hirundinella zur Entwicklung, aber auch längliche Kieselalgen wie Fragilaria crotonensis neben der Fadenalge Planktonema lauterbornii (Ulvophyceae). In mittleren Tiefen des Sees schichtete sich wie üblich die Burgunderblutalge (Planktothrix rubescens) ein. Gegen Ende der Stagnationsphase wurde zwischen 7 und 10 m ein hohes Biovolumen von 5,39 mm³/l ausgebildet, das zu 88 % von den rötlichen Fäden dieser Blaualgenart gebildet wurde.


2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)22,62,23
Temperatur (°C)0 m219,71524,3
pH-Wert1 m28,48,38,4
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2346327365
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 12 m2161417
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 12 m22,221,72,73
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m212916
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2<2<2<2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m2777739814
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m21,641,621,66
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m26,85,18,5
Gesamt-Phosphor (µg/l) 12 m2352940
Ammonium-Stickstoff (µg/l)12 m210645201608
Sauerstoff (mg/l)12 m2<0,2<0,2<0,2
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
Turnersee

Allgemeine Informationen:

Die windgeschützte Lage des Turnersees lässt seine Oberflächentemperatur im Sommer bis zu 25° C ansteigen. Die sehr gute Badewasserqualität lockt unzählige Gäste an die vielen Badeplätze und -stege. Die Schilf- und Unterwasserpflanzengürtel am Ufer vermitteln trotz der starken Badenutzung einen naturbelassenen Eindruck.

Nacheiszeitlicher See. Der Turner See hat eine Fläche von 44,15 ha und ist 13 m tief. Er liegt südlich des Klopeiner Sees in der Gemeinde St. Kanzian auf der sogenannten Rückersdorfer Platte in einer Seehöhe von 481 m. Der ursprüngliche Name des Turnersees ist Sablatnigsee. Die Bezeichnung Turnersee setzte sich erst im 20. Jahrhundert durch, nachdem der Österreichische Turnerbund ein Jugendlager errichtet hatte, welches als Turnerseelager bezeichnet wurde. Der Turnersee ist der Rest eines großen, nacheiszeitlichen Sees, der neben dem heutigen Turnersee auch die Sablatnig-Wiesen umfasste und ehemals eine Fläche von etwa 9 km² eingenommen haben dürfte. Während die Sablatnig-Wiesen bis auf einen kleinen Rest, dem Sablatnig-Teich, verlandet sind, ist der Turnersee als freie Wasserfläche erhalten geblieben.

Seltene Vogelarten. Die nach Osten anschließende Verlandungsfläche geht in ein Flachmoor mit verschiedenen Seggenarten über. In den Kalkflachmooren finden sich Mehlprimel, Moorweide, Fieberklee und Sumpf-Stendelwurz. Dieses Gebiet ist das einzige natürliche Brutbiotop der Kiebitze in Kärnten, auch Schwarzkehlchen und Schafstelze kommen auf den Sumpfflächen vor. Die Nassflächen im Bereich des Sees sind wichtige Rastplätze für Sumpfvögel während des Vogelzuges und man findet in diesem Gebiet noch recht häufig See- und Teichrosen. Der See ist das Kernstück des 240 ha großen, gleichnamigen Landschaftsschutzgebietes (LGBl. Nr. 53/1970).

Morphometrische Daten

Turnersee - Geographische Daten
Geographische Länge14,57613125
Geographische Breite46,58540725
Seehöhe [m ü. A.]481
Turnersee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,441559
Max. Tiefe [m]13
Mittlere Tiefe [m]7,5
Volumen [m³]3.308.833
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]1,2
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]85
Einzugsgebiet [km²]7,98

Tiefenkarte

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Tourismus:

Baden und Sport. An sieben Badestellen rund um den See kann in den Sommermonaten gebadet werden. Betrieben werden diese unter anderem von zwei verschiedenen Campingplätzen und einigen Pensionen. Neben dem Schwimmen in einem der reinsten Seen Kärntens, lockt die Umgebung auch mit anderen Sportarten wie Surfen und Segeln, Tennis oder Golfen und auch Reiten. Der künstlerisch gestaltete 18-Loch-Golfpark bietet die längste Spieldauer Österreichs und einen herrlichen Blick auf den Hochobir und die Petzen.

Inmitten der Kärntner Bergwelt ist der Turnersee ein beliebter Ausgangspunkt für ausgiebige Wanderungen und Bergtouren. Über 170 Kilometer an hervorragend gepflegten und markierten Wanderwegen durch faszinierende Naturlandschaften befinden sich in der Umgebung.

Bis zu 1.000 unterschiedliche Vogelarten können im Vogelpark Turnersee bewundert werden. Mit dieser großen Anzahl stellt der Vogelpark Turnersee das größte Zuchtgehege Österreichs dar. Im dazugehörigen Streichelzoo können Zwergziegen, Kaninchen, Meerschweinchen, Ponys und Alpakas ganz aus der Nähe betrachtet, gestreichelt und gefüttert werden.
In der Walderlebniswelt Klopeiner See können die Besucher auf rund 20.000 m² einen Baumwipfelpfad erklimmen. Ein begehbarer Fuchsbau, ein Kletterwald sowie ein Hecken- und Baumlabyrinth begeistern Groß und Klein.

Nightlife. St. Kanzian am Klopeiner See ist weitaus bekannt für das tolle Nachtleben in den Sommermonaten.

Kultur- und Lehrpfade Klopeiner See

Fischbestand:

Aus dem Turnersee sind folgende 10 Fischarten bekannt:


Vielfältiger Fischbestand. Im See werden immer wieder Karpfen mit Gewichten zwischen 12 und 15 kg gefangen. Der Karpfen im Turnersee wird nachbesetzt, diese Fischart pflanzt sich jedoch auch natürlich fort. Auch die Welse werden sehr groß, mit Längen bis zu 1,40 m. Sie reproduzieren sich selbst. Ebenso kann der Hechtbestand als gut bezeichnet werden. Im Turnersee gibt es im Vergleich zu anderen Seen mit ähnlichem Charakter keine Lauben und auch keine Zander. Außerdem fand kein Besatz mit Aalen und Amurkarpfen statt.

Auf der geschützten Moorseite finden Sport- und Hobbyfischer ein ruhiges Plätzchen zum Fischen.

Krebsvorkommen:

Edelkrebse am Turnersee. Der Turnersee beherbergt einen Edelkrebsbestand (Astacus astacus).


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