Kärntner Seen

Turnersee

Trophie: schwach mesotroph

Bei geringfügiger Abnahme der Phosphor-Konzentrationen ist der Turnersee hinsichtlich des Nährstoffniveaus und der sauerstofffreien Tiefenzone unverändert als schwach mestroph zu bewerten.

Die Sichttiefenwerte lagen im Jahresmittel (3,3 m) auf dem Niveau des Vorjahres. Anfang Juni war das Seewasser mit einer Sichttiefe von 3,6 m etwas klarer als zur Zeit der pflanzlichen Hochproduktion im August (3 m).

Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration im Epilimnion (0-6 m) war mit 9 µg/l etwas geringer als im 3-Jahresvergleich. Leichte Abnahmen im Vergleich zu 2017 zeigten sowohl der über Grund gemessene Gesamt-Phosphor (36 µg/l) als auch der über die Wassersäule (0-12 m) gewichtete Gesamt-Phosphor (13 µg/l). Zu Beginn der Sommerstagnation wurde in der Oberflächenschicht eine Gesamt-Phosphor-Konzentration von 11 µg/l gemessen, die im Tiefenwasser allmählich bis auf 32 µg/l (12 m) anstieg.

Aufgrund des Abbaus des stetig sinkenden und abgestorbenen Planktonmaterials fanden über Grund stark sauerstoffzehrende Prozesse statt. Sauerstoff war an beiden Probenahmeterminen nur bis 10 m Tiefe gelöst. Ende August trat als Folge des mikrobiellen Abbaus im sauerstofffreien Milieu über Grund (12 m) eine Schwefelwasserstoffbildung auf.

Im Gegensatz zum Vorjahr waren sowohl zu Beginn als auch gegen Ende der sommerlichen Schichtungsphase höhere Mengen an Nitrat-Stickstoff im Epilimnion gelöst mit Konzentrationen über 1.000 µg/l. Der Maximalwert von 1.301µg/l an Nitrat-Stickstoff wurde Anfang Juni analysiert. Hingegen zeigte die Ammonium-Stickstoffkonzentration der Tiefenschicht (12 m) mit durchschnittlich 1.015 µg/l weiterhin abnehmende Tendenz.

Die Jahresmittelwerte des Phytoplanktonbiovolumens sowie auch der Chlorophyll-a-Konzentration zeigten kaum Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Zu Beginn der Sommersaison bildete sich im Epilimnion eine eher geringe Phytoplanktonmenge (0,606 mm³/l) aus. Neben zentrischen Kieselalgen (Bacyllariophyceae), darunter Cyclotella radiosa, waren es vor allem Panzeralgen (Dinophyceae) wie Ceratium hirundinella und Gymnodinium sp., die sich in der warmen Oberflächenschicht entwickelten. Ein größerer Teil der Schwebealgen schichtete sich, wie im Vorjahr, in tieferen Wasserschichten ein. Zwischen 7 und 10 m Tiefe bildete sich ein doppelt so hohes Phytoplanktonbiovolumen (1,327 mm³/l) aus wie im Epilimnion. Dieses wurde zu 51 % von den rötlichen Fäden der Burgunderblutalge (Planktothrix rubescens) gebildet, die sich in typischer Weise während den Sommermonaten in mittlere Wassertiefen zurückziehen. Durch das farbgebende Pigment Phycoerithrin ist diese Blaualgenart bestens an die dort herrschenden Lichtverhältnisse angepasst.

Im überdurchschnittlich warmen und trockenen August beschleunigten sich auch die Produktionsprozesse im See und die Schwebealgenmenge nahm sowohl im Epilimnion (1,155 mm³/l) als auch im darunterliegenden Wasserkörper zwischen 7 und 10 m Tiefe (1,608 mm³/l) deutlich zu. Ende August wurde die Algenpopulation des Epilimnions zu einem Drittel von den freischwimmenden Fäden von Planktonema lauterbornii (Ulvophyceae) gebildet. Ein Großteil wurde wie im Frühsommer von großen Panzeralgen, darunter Peridnium willei, gebildet. Gegen Ende der Sommerstagnation fand wiederum Planktothrix rubescens in den tieferen Schichten des Turnersees optimale Bedingungen vor und bildete dort 62 % der Algenbiomasse.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)23,333,6
Temperatur (°C)0 m223,723,124,2
pH-Wert1 m28,28,28,2
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2372350393
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 12 m2131314
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 12 m21,0230,8131,234
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m29811
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m2116010191301
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m20,8810,6061,155
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m24,536
Gesamt-Phosphor (µg/l) 12 m2363240
Ammonium-Stickstoff (µg/l)12 m210157401290
Sauerstoff (mg/l)12 m2< 0,2< 0,2< 0,2
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Turnersee

Allgemeine Informationen:

Die windgeschützte Lage des Turnersees lässt seine Oberflächentemperatur im Sommer bis zu 25° C ansteigen. Die sehr gute Badewasserqualität lockt unzählige Gäste an die vielen Badeplätze und -stege. Die Schilf- und Unterwasserpflanzengürtel am Ufer vermitteln trotz der starken Badenutzung einen naturbelassenen Eindruck.

Nacheiszeitlicher See. Der Turner See hat eine Fläche von 44,15 ha und ist 13 m tief. Er liegt südlich des Klopeiner Sees in der Gemeinde St. Kanzian auf der sogenannten Rückersdorfer Platte in einer Seehöhe von 481 m. Der ursprüngliche Name des Turnersees ist Sablatnigsee. Die Bezeichnung Turnersee setzte sich erst im 20. Jahrhundert durch, nachdem der Österreichische Turnerbund ein Jugendlager errichtet hatte, welches als Turnerseelager bezeichnet wurde. Der Turnersee ist der Rest eines großen, nacheiszeitlichen Sees, der neben dem heutigen Turnersee auch die Sablatnig-Wiesen umfasste und ehemals eine Fläche von etwa 9 km² eingenommen haben dürfte. Während die Sablatnig-Wiesen bis auf einen kleinen Rest, dem Sablatnig-Teich, verlandet sind, ist der Turnersee als freie Wasserfläche erhalten geblieben.

Seltene Vogelarten. Die nach Osten anschließende Verlandungsfläche geht in ein Flachmoor mit verschiedenen Seggenarten über. In den Kalkflachmooren finden sich Mehlprimel, Moorweide, Fieberklee und Sumpf-Stendelwurz. Dieses Gebiet ist das einzige natürliche Brutbiotop der Kiebitze in Kärnten, auch Schwarzkehlchen und Schafstelze kommen auf den Sumpfflächen vor. Die Nassflächen im Bereich des Sees sind wichtige Rastplätze für Sumpfvögel während des Vogelzuges und man findet in diesem Gebiet noch recht häufig See- und Teichrosen. Der See ist das Kernstück des 240 ha großen, gleichnamigen Landschaftsschutzgebietes (LGBl. Nr. 53/1970).

Morphometrische Daten

Turnersee - Geographische Daten
Geographische Länge14,57613125
Geographische Breite46,58540725
Seehöhe [m ü. A.]481
Turnersee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,441559
Max. Tiefe [m]13
Mittlere Tiefe [m]7,5
Volumen [m³]3.308.833
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]1,2
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]85
Einzugsgebiet [km²]7,98

Tiefenkarte

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Tourismus:

Baden und Sport. An sieben Badestellen rund um den See kann in den Sommermonaten gebadet werden. Betrieben werden diese unter anderem von zwei verschiedenen Campingplätzen und einigen Pensionen. Neben dem Schwimmen in einem der reinsten Seen Kärntens, lockt die Umgebung auch mit anderen Sportarten wie Surfen und Segeln, Tennis oder Golfen und auch Reiten. Der künstlerisch gestaltete 18-Loch-Golfpark bietet die längste Spieldauer Österreichs und einen herrlichen Blick auf den Hochobir und die Petzen.

Inmitten der Kärntner Bergwelt ist der Turnersee ein beliebter Ausgangspunkt für ausgiebige Wanderungen und Bergtouren. Über 170 Kilometer an hervorragend gepflegten und markierten Wanderwegen durch faszinierende Naturlandschaften befinden sich in der Umgebung.

Bis zu 1.000 unterschiedliche Vogelarten können im Vogelpark Turnersee bewundert werden. Mit dieser großen Anzahl stellt der Vogelpark Turnersee das größte Zuchtgehege Österreichs dar. Im dazugehörigen Streichelzoo können Zwergziegen, Kaninchen, Meerschweinchen, Ponys und Alpakas ganz aus der Nähe betrachtet, gestreichelt und gefüttert werden.
In der Walderlebniswelt Klopeiner See können die Besucher auf rund 20.000 m² einen Baumwipfelpfad erklimmen. Ein begehbarer Fuchsbau, ein Kletterwald sowie ein Hecken- und Baumlabyrinth begeistern Groß und Klein.

Nightlife. St. Kanzian am Klopeiner See ist weitaus bekannt für das tolle Nachtleben in den Sommermonaten.

Kultur- und Lehrpfade Klopeiner See

Fischbestand:

Aus dem Turnersee sind folgende 10 Fischarten bekannt:


Vielfältiger Fischbestand. Im See werden immer wieder Karpfen mit Gewichten zwischen 12 und 15 kg gefangen. Der Karpfen im Turnersee wird nachbesetzt, diese Fischart pflanzt sich jedoch auch natürlich fort. Auch die Welse werden sehr groß, mit Längen bis zu 1,40 m. Sie reproduzieren sich selbst. Ebenso kann der Hechtbestand als gut bezeichnet werden. Im Turnersee gibt es im Vergleich zu anderen Seen mit ähnlichem Charakter keine Lauben und auch keine Zander. Außerdem fand kein Besatz mit Aalen und Amurkarpfen statt.

Auf der geschützten Moorseite finden Sport- und Hobbyfischer ein ruhiges Plätzchen zum Fischen.

Krebsvorkommen:

Edelkrebse am Turnersee. Der Turnersee beherbergt einen Edelkrebsbestand (Astacus astacus).


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