Kärntner Seen - Bericht

Faaker See

Trophie: oligotroph
Ökologischer Zustand:
Fische2003gut
Makrophyten2003gut
Phytoplankton (3-Jahresmittel)2019sehr gut

Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration im Epilimnion (0-6 m) lag im oligotrophen, nährstoffarmen Bereich.


Die Bewertung gemäß GZÜV (Gewässerzustandsüberwachungsverordnung) für das Qualitätselement Phytoplankton ergab sowohl für das Einzeljahr 2019 und im 3-Jahresmittel (2017-2019) den „sehr guten“ ökologischen Zustand.


Hinsichtlich der allgemein physikalisch-chemischen Parameter lagen hypolimnische Temperatur, Chlorid- und pH-Werte innerhalb der Bandbreite für den „sehr guten“ und „guten“ Zustand. Die Komponente Gesamt-Phosphor-Konzentration (volumsgewichteter Jahresmittelwert im Mixolimnion) entsprach dem „sehr guten“ Zustand. Die mittlere Sichttiefe lag aufgrund von mineralischen Trübstoffen (Kalkpartikel) aus den Zubringerbächen unterhalb des Grenzwertes für den „sehr guten“ Zustand und war nicht durch Algenentwicklung vermindert.


Die höchste Transparenz des Seewassers wurde im März mit 6 m Sichttiefe dokumentiert. Im Dezember war die Sicht aufgrund mineralischer Trübstoffe mit einem Wert von 0,9 m stark getrübt.


Im März zum Zeitpunkt der Frühjahrszirkulation waren über Grund 9,5 mg/l Sauerstoff gelöst. Im Dezember betrug die Konzentration, bevor die Zirkulation den gesamten Wasserkörper erfasste, 0,2 mg/l.


Das mittlere Phytoplanktonbiovolumen (0,16 mm³/l) und die mittleren Chlorophyll-a-Konzentrationen unter der Bestimmungsgrenze (<1,0 µg/l) im Epilimnion (0-6 m) entsprachen dem nährstoffarmen Trophiestatus.


2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)43,80,96
Temperatur (°C)0 m414,88,122,1
pH-Wert1 m48,38,28,4
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4363344382
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 29 m40,140,120,19
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 29 m410<517
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m40,160,120,2
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m4<1<1<1
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m49<517
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4<2<24
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m4247219273
Gesamt-Phosphor (µg/l) 29 m412915
Ammonium-Stickstoff (µg/l)29 m48<411
Sauerstoff (mg/l)29 m44,50,29,5
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
Faaker See

Allgemeine Informationen:

Als südlichst gelegener Badesee Österreichs besticht der Faaker See mit türkisblauem, klarem Wasser. In 4 Strandbädern lässt sich seine ausgezeichnete Badewasserqualität genießen.
Der Faaker See ist mit einer Fläche von 220 ha der fünftgrößte See Kärntens. Er liegt südöstlich von Villach, am Fuß des Mittagskogels. Seine Entstehung geht auf die letzte Eiszeit zurück. Der See wird im Norden durch einen flachen, aus angeschwemmten (alluvialen) Ablagerungen bestehenden Hügelzug vom Drautal abgetrennt. Im Süden befindet sich der Gebirgszug der Karawanken, dem nacheiszeitliche Schotterkegel vorgelagert sind. Der geologische Untergrund des Einzugsgebietes besteht aus Kalk, Dolomit und Mergel.

Türkisblaues Wasser. Vor allem der Hauptzufluss, die Wourounitza gibt dem Wasser seine charakteristische Farbe. Sie entwässert die steilen Hänge des Mittagskogels und führt dem See feinste Kalkpartikel zu, die lange in Schwebe bleiben und das Licht türkisblau reflektieren, bevor sie sich am Boden ablagern.
Eine Bodenschwelle, die von Westen nach Osten reicht und sich als Insel 12 m über die Wasseroberfläche erhebt, teilt den See in zwei Becken. Das Südbecken erreicht eine Tiefe von 24 m, nördlich der Insel weist der See eine Tiefe von 29,5 m auf.
Der Seeabfluss am Südwestufer, der Faaker Seebach, strömt Richtung Westen und mündet in die Gail. Die Wasserführung des Faaker Seebaches hat sich seit 1976 deutlich verringert. 1976 wurde ein MQ von 750 l/s, 1991 ein MQ von 550 l/s gemessen.
Im Süden wird das Seebecken von den steilen Hängen der Karawanken eingerahmt, denen nacheiszeitliche Schotterkegel vorgelagert sind.

Sehr gute Badewasserqualität. Der Faaker See ist ein vollständig durchmischender, also holomiktischer See. In limnologischer Hinsicht ist der Faaker See dem nährstoffarmen, oligotrophen Seentyp zuzuordnen und weist eine sehr gute Badewasserqualität auf. Von Mai bis Oktober ist der Wasserkörper thermisch streng geschichtet. Das Oberflächenwasser erreicht in den Sommermonaten zeitweise Temperaturen über 24°C. Die winterliche Eisbedeckung dauert in der Regel 1 bis 2 Monate. Erste Eisschichten bilden sich von Mitte bis Ende Jänner.

Reinigung durch mineralische Trübstoffe. Im Einzugsgebiet des Faaker Sees hat sich seit den 1960er Jahren ein intensiver Sommertourismus entwickelt, der zu einer zunehmenden Nährstoffbelastung des Sees geführt hat. Trotz des durch den Tourismus vermehrten Phosphor- und Stickstoffeintrages wurden am Faaker See keine so spektakulären Eutrophierungserscheinungen wie an anderen Kärntner Seen beobachtet. Einerseits wurden rechtzeitig Sanierungsmaßnahmen gesetzt, andererseits haben die mit den Hochwässern in den See eingeschwemmten mineralischen Trübstoffe eine fällende Wirkung für Nährstoffe und Algen.

Naturbelassene Flächen. Große Teile des flach auslaufenden Westufers weisen eine ausgedehnte Verlandungsvegetation mit Schilfgürtel auf. Die naturbelassenen Flächen im Süden und Westen des Sees wurden zu Landschaftsschutzgebieten erklärt:
LSG Drobollacher Moor: 91 ha, LGBl. Nr. 67/1978
LSG Faaker See-West: 456 ha, LGBl. Nr. 39/1970, 68/1978
LSG Faaker See-Insel: 8 ha, LGBl. Nr. 40/1970 LSG Faaker See Ost: 472 ha, LGBl. Nr. 38/1970

Morphometrische Daten

Faaker See - Geographische Daten
Geographische Länge13,92674275
Geographische Breite46,58113931
Seehöhe [m ü. A.]554
Faaker See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]2,199999
Max. Tiefe [m]29,5
Mittlere Tiefe [m]16,1
Volumen [m³]35.242.157
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]1,8
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]619
Einzugsgebiet [km²]37,09

Tiefenkarte

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Tourismus:

Mit der Fähre, Booten oder schwimmend kann die Insel mit darauf liegendem Hotel in der Mitte des Faaker Sees erreicht werden. Am Nordufer liegen die stark frequentierten Fremdenverkehrszentren Egg, Drobollach und Faak. Das Ostufer wird von zahlreichen Campingplätzen und Strandbädern eingenommen.
Freizeitangebote und Veranstaltungen. Neben attraktiven Angeboten für Freizeit und Sport finden zahlreiche Veranstaltungen wie die „Faaker See-Radrundfahrt“ und der „Mittagskogel-Wanderweg“ statt. Die „European Bike Week“ (vormals Harley-Treffen) in der ersten Septemberwoche ist wohl am bekanntesten. Kulturelle Aktivitäten bietet die nahe gelegene Burgruine Finkenstein.

Fischbestand:

Im Faaker See wurden bisher folgende 18 Fischarten nachgewiesen:


Fischereiliche Nutzung. Bis Ende der 1970er Jahre wurde im Faaker See Berufsfischerei vor allem auf Coregonen betrieben. Die Coregonen weisen Duchschnittslängen von 30 - 50 cm auf.
Heute wird der See nur angelfischereilich genutzt, wobei die Bewirtschaftung von zwei Fischereivereinen durchgeführt wird. Beim Faaker See handelt es sich um einen Privatsee, wobei die Seebesitzer gleichzeitig auch fischereiberechtigt sind.

Der Hauptfisch der Angelfischerei ist die Reinanke oder Renke, die ursprünglich im Faaker See vorkommt. Sie wird mittels Hegene-System erbeutet.
Jährlich findet am Faaker See ein Fischen auf die "Goldene Faaker See Forelle" sowie eine Renkenolympiade vom Fischereiverein Forelle statt. Des Weiteren werden Wildkarpfen, Hecht, Waller und Zander befischt.

Durch Besatz gelangten die großwüchsigeren Maränen in das Gewässer. Regenbogenforellen und Seeforellen kamen im vermehrten Ausmaße ebenso erst durch Besatz in jüngerer Zeit in den See. Heute werden von ihnen auch größere Exemplare mit bis zu 7 kg gefangen. In letzter Zeit wurde der Versuch unternommen, Bitterlinge wieder in den See einzubringen. Zudem gelangten versehentlich Pseudokeilfleckenbarben aus einem kleinen Teich bei Villach über eine Fischzucht in der Steiermark in den See.
In den Zuflüssen des Faaker Sees leben Bachforellen (Salmo trutta f. fario), diese Fischart kommt ebenfalls im Ausrinn, dem Faaker Seebach, vor. In diesem werden außerdem Schneider (Alburnoides bipunctatus) sowie im unteren Abschnitt Haseln, Barben und Nasen angetroffen.

Krebsvorkommen:

Rückgang der Krebspopulation. Im See und im Faaker Seebach sind vereinzelt Edelkrebse (Astacus astacus) zu finden. Die ursprünglich dichte Krebspopulation im See ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Eine Ursache könnte im Aalbestand liegen. Diese ursprünglich in unseren Gewässern nicht heimische Fischart ist der gefährlichste Feind der Flusskrebse. In jüngerer Zeit wurden Besatzmaßnahmen mit Edelkrebsen im See durchgeführt.
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