Kärntner Seen

St. Urbaner See

Trophie: schwach eutroph

Der St. Urban See behielt 2018 aufgrund der mittleren Gesamt-Phosphor-Konzentration die Einstufung schwach eutroph.

Aufgrund der Beobachtung eines schlammartigen Oberflächenfilms im April lagen für die Auswertung anstelle der üblichen zwei Probenahmen drei vor. Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration in 1 m Tiefe war mit 32,5 µg/l etwas niedriger als 2017 (36,6 µg/l).

Entsprach im Vorjahr die durchschnittliche Chlorophyll-a-Konzentration mit 23 µg/l auch der schwach eutrophen Klasse, lag sie 2018 mit 6 µg/l um zwei Klassen besser im schwach mesotrophen Bereich.

Die Nitrat-Stickstoff-Konzentration, die bislang häufig unter der Bestimmungsgrenze (11,3 µg/l) lag, was ein Hinweis darauf ist, dass der Stickstoff fast vollständig in pflanzlicher Biomasse gebunden ist, betrug 2018 im Mittelt 54 µg/l.

Entsprechend der guten Sauerstoffsituation (minimal 6,8 mg/l und maximal 11 mg/l) war die mittlere Ammonium-Stickstoff-Konzentration mit 9,1 µg/l gering. Tendenziell lies der See im Vergleich zu 2017 eine Verbesserung erkennen.

Wie die Sichttiefen zeigten, war der St. Urban See Mitte April mit einer Sicht bis zum Grund (2 m) klar. Mitte Mai führte die zunehmende Algenentwicklung, ausgedrückt durch die Chlorophyll-a-Konzentration von 11 µg/l, zu einer Verringerung der Sichttiefe auf 1,2 m und Ende August auf 1,3 m. In der Algenprobe vom April (16.04.2018), die wegen der aufschwimmenden Algenfladen analysiert wurde, waren die Kieselalgen mit 27 Arten und die Blaualgen mit sechs Arten am häufigsten zu finden. Die Fladen setzten sich aus fädigen vorwiegend am Gewässergrund wachsenden Blaualgen sowie Vertretern der Kieselalgen zusammen, die am nährstoffreichen Schlamm gute Entwicklungsbedingungen fanden. Die sonnigen Tage regten die Assimilationstätigkeit derart an, dass sich die Algen vom Untergrund lösten und an die Oberfläche stiegen. Dieser Vorgang wird in stehenden Gewässern besonders durch das Fehlen von Wasserpflanzen begünstigt. Wasser bzw. Unterwasserpflanzen beschatten den Untergrund und entziehen dem Gewässerboden Nährstoffe.

Mitte Mai (16.05.2018) dominierten mit Aulacoseira sp. als häufigsten Vertreter nach wie vor die Kieselalgen (Bacillariophyceae) die Algengesellschaft. Die Blaualgen (Cyanophyceae) kamen mit den coccalen bzw. kugelförmigen Arten Aphanocapsa sp. und Microcystis wesenbergii häufig (Häufigkeit 4 der 5-stufigen Skala) vor. Die Grünalgen (Chlorophyceae) zählten sechs Arten. Ende August (30.08.2018) kam die Kieselalge Aulacoseira sp. immer noch mit der Häufigkeit vier vor und die Blaualgen traten wieder vermehrt in Erscheinung. Insgesamt konnten anhand aller Algenproben 54 Arten aus 6 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae) im Jahr 2018 bestimmt werden.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)21,51,22
Temperatur (°C)0 m217,612,621,7
pH-Wert1 m28,38,18,3
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2279273289
Gesamt-Phosphor (µg/l) 1 m332,51552
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 1 m3< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)1 m354< 11151
Ammonium-Stickstoff (µg/l)1 m39,1< 414
Sauerstoff (mg/l)1 m38,96,811
Chlorophyll a (µg/l)1 m26111
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
St. Urbaner See

Allgemeine Informationen:

In einem Seitental des oberen Glantales, nordöstlich von Feldkirchen, befindet sich der St. Urbaner See. Er liegt in 745 m Seehöhe und ist ein künstlich aufgestautes Gewässer mit einer Fläche von etwa 9 ha. Seine maximale Tiefe beträgt in der Nähe des Dammes beim Auslaufbauwerk 3,0 m, seine mittlere Tiefe 1,7 m. Ein etwa 200 m langer Damm war zur Errichtung dieses Sees notwendig.

Trotz seiner Höhenlage wurde der St. Urbaner See ein beliebtes Badegewässer. Gegen Westen wird der See immer seichter. Er endet in einem versumpften Gelände, in dem noch 2 weitere kleine Teiche liegen. Das Nord- und das Westufer werden von Verlandungsmooren eingenommen.

Landschaftsschutz. Der St. Urbaner See liegt im 140 ha großen, gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet (LGBl. Nr. 31/1970).

Morphometrische Daten

St. Urbaner See - Geographische Daten
Geographische Länge14,16121008
Geographische Breite46,74565933
Seehöhe [m ü. A.]745
St. Urbaner See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,09
Max. Tiefe [m]3
Mittlere Tiefe [m]1,7
Volumen [m³]150.000



Fischbestand:

Im St. Urbaner See waren ursprünglich folgende 10 Fischarten vertreten (FRIEDL, 1992):


Fischbestand. Es dominierten Barsche, Rotaugen und Rotfedern. Der St. Urbaner See wird regelmäßig abgelassen, zuletzt 1983 und 1990. Die dadurch erfolgte Dezimierung des Fischbestandes bewirkte ein gutes Wachstum der Restbestände.

Fischsterben. Im Jahre 1996 kam es Ende des Winters durch die lange Eisbedeckung zu einem massiven Fischsterben infolge von Sauerstoffschwund. Insgesamt verendeten ca. 1.300 kg an Fischen, hauptsächlich Karpfen, Waller, Zander, Graskarpfen, Silberkarpfen, Hechte, Schleien, Barsche und diverse "Futterfische". Das Fischsterben gab die Möglichkeit, einen Einblick in die Fischbiomasse im St.Urbaner See zu erhalten. Demnach betrug der Bestand vor dem Ereignis rund 140 kg/ha. Bei dem Fischsterben verendeten auch rund 400 Stück Edelkrebse. Bald nach dem Fischsterben wurde trotz der Tatsache, dass kein ausreichender Futterfischbestand vorhanden war, ein Besatz mit rund 100 kg Hechten durchgeführt. Die Folge war ein Ausbruch der durch ein Bakterium verursachten Fleckenseuche, die fast die Hälfte des Besatzes dahinraffte.

Krebsvorkommen:

Der St. Urbaner See war früher für seinen guten Bestand an Edelkrebsen (Astacus astacus) bekannt. Im Frühjahr 1996 kam es in Folge einer länger anhaltenden Vereisung und einer daraus resultierenden Sauerstoffzehrung im See zu einem großen Fisch- und Krebssterben. Ob aktuell noch Edelkrebse im St. Urban See vorkommen, konnte bisher noch nicht geklärt werden.
DE | EN | IT | SI | FR