Kärntner Seen - Bericht

St. Johanner Badesee

Trophie: oligotroph

Als konstant nährstoffarmes Gewässer war der St. Johanner Badesee auch 2018 als oligotroph zu bezeichnen.

Die Gesamt-Phosphor-Konzentrationen des oberflächlichen Wasserkörpers (Epilimnion: 0 - 6 m) waren mit Messwerten von minimal 6 µg/l und maximal 9 µg/l sehr gering. Ebenso niedrig waren die grundnahen Konzentrationen (9 µg/l und maximal 10 µg/l).

Der Sauerstoffgehalt über Grund war an beiden Untersuchungsterminen mit 7,9 mg/l und 17,2 mg/l (Übersättigung) gut, weshalb auch nur geringe Ammonium-Stickstoff-Konzentrationen (8 µg/l und 43 µg/l) in der Tiefe festgestellt wurden. Die hohen Nitrat-Konzentrationen (Mittel: 1.176 μg/l) weisen jedoch auf eine rege landwirtschaftliche Nutzung des Umlandes hin.

Die Sichttiefe betrug Mitte Mai ausgezeichnete 4,9 m und korrelierte mit der geringen epilimnischen Konzentration an Chlorophyll-a von nur 2 µg/l im Epilimnion. Anfang September war der See stärker getrübt, die Sichttiefe betrug 2,5 m und die Chlorophyll-a-Konzentration 4 µg/l. Die Konzentration an Chlorophyll-a weist auf die Aktivität des Phytoplanktons hin und liefert einen Anhaltspunkt zur Algenmenge.

Die Algengemeinschaft des St. Johanner Badesees war Mitte Mai (15.05.2018) entsprechend der Jahreszeit von Kieselalgen (Bacillariophyceae) geprägt. Die Kieselalge Cyclotella sp. trat massenhaft (Häufigkeiten 5 der 5-stufigen Häufigkeitsskala) in Erscheinung. Mit einer Häufigkeit von 4 dominierte die Panzeralge (Dinophyceae) Ceratium hirundinella. Zum zweiten Temin Anfang September (05.09.2018) kamen wieder die Kieselalgen diesmal mit Fragilaria ulna var. angustissima, Aulacoseira sp. und Cyclotella sp. häufig (Häufigkeit: 4) vor. Insgesamt wurden 39 Arten aus 6 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae) bestimmt.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)23,72,54,9
Temperatur (°C)0 m219,918,121,6
pH-Wert1 m28,27,88,5
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2437433441
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2869
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m211769971355
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 mn.a.
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m2324
Phytoplankton (mm³/l)0 - 9 mn.a.
Gesamt-Phosphor (µg/l) 9 m210910
Ammonium-Stickstoff (µg/l)9 m226843
Sauerstoff (mg/l)9 m212,67,917,2
Chlorophyll a (µg/l)9 m2324
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
St. Johanner Badesee

Allgemeine Informationen:

Im Rosental, zwischen den Ortschaften Feistritz und Ferlach, liegt der St. Johanner Badesee (Weizelsdorfer Badesee). Geologisch ist dieser Bereich durch spät- bis nacheiszeitliche Ablagerungen geprägt. Großflächig werden die Sedimente von Terrassenschottern überdeckt, die von den Karawanken kommenden Bächen ins Tal geschwemmt wurden.

Rasche Wassererneuerungszeit. Der Grundwasserkörper befindet sich im Allgemeinen zwischen 7 und mehr als 40 m Tiefe. Die Grundwassererneuerung ist in Folge des Vorherrschens von leicht wasserdurchlässigen Boden-, Schotter- und Sandablagerungen sehr groß (HANSELY & ANDERLE 1973). Der See entstand durch Schotterentnahme im Grundwasserbereich. Die Schotterentnahmen wurden im Jahre 1980 begonnen und 1991 beendet. Der See besitzt keinen oberirdischen Zu- und Abfluss, sondern wird ausschließlich von Grundwasser gespeist.

Das Einzugsgebiet des Sees wird landwirtschaftlich genutzt, 67 % entfallen auf Grünland und 33 % auf Ackerland. Die steilen Uferböschungen wurden weitgehend einer natürlichen Sukzession überlassen. Das Ostufer wurde mit standortgerechten Erlen besetzt. Die nicht standortgemäße Bepflanzung des Südufers mit Lärchen und Fichten führte zu starken Trockenschäden an den Gehölzen. Die steilen Unterwasserböschungen des Grundwassersees ermöglichen nur in einem schmalen Ufergürtel die Entwicklung von Schwimmblatt- und Röhrichtgesellschaften.

Intensive Badenutzung. Der St. Johanner Badesee zeichnet sich durch intensive Freizeitnutzung aus. Am flachen Südwestufer des Gewässers liegt die Badeanstalt der Gemeinde Feistritz, sie wurde 1989 eröffnet.

Grundwasserstudie. Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Jugend und Familie sowie des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft wurde in den Jahren 1990 bis 1992 eine umfassende Grundwasserstudie "Baggerseen und deren Wechselbeziehungen zum Grundwasser" durchgeführt. Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurden die hydrologischen Besonderheiten, der Chemismus und die Biologie des St. Johanner Badesees und seines umgebenden Grundwasserfeldes untersucht.

Morphometrische Daten

St. Johanner Badesee - Geographische Daten
Geographische Länge14,21492104
Geographische Breite46,53380555
Seehöhe [m ü. A.]439
St. Johanner Badesee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,120827
Max. Tiefe [m]13
Mittlere Tiefe [m]6,2
Volumen [m³]690.015



Fischbestand:

Im St. Johanner Badesee kommen folgende 14 Fischarten vor (SCHULZ et al., 1994):


Fischbestand. Vor allem der Bestand an Sonnenbarschen ist sehr hoch. Dies hat vermutlich dazu geführt, dass das Naturaufkommen des Karpfens stark zurückgegangen ist. Seeforelle, Regenbogenforelle und Bachsaibling werden zu angelfischereilichen Zwecken besetzt, ein Naturaufkommen ist nicht sehr wahrscheinlich.

Aufgrund des geringen Nährstoffgehaltes des St. Johanner Badesees sind Wachstum und Kondition der Fische relativ gering. Bei den Lauben konnte ein zum Teil starker Befall mit dem Riemenwurm Ligula intestinalis festgestellt werden. Dieser 20 cm und länger werdende Parasit gelangt über Wasservögel und Kleinkrebse in die Leibeshöhle der Fische und kann die Ausbildung der Geschlechtsprodukte verhindern (parasitive Kastration).

Die sportfischereiliche Nutzung des St. Johanner Badesees unterliegt dem Fischereiverein "Seeforelle", der sich auch für die Pflege des Gewässers und die Bepflanzung der Uferböschungen und Ufersäume einsetzt.

Krebsvorkommen:

Dichter Edelkrebsbestand. Der St. Johanner Badesee beherbergt bereichsweise einen dichten Edelkrebsbestand (Astacus astacus).
DE | EN | IT | SI | FR