Kärntner Seen - Bericht

St. Andräer Badesee

Trophie: mesotroph

Im St. Andräer See wurden 2019 geringere Gesamt-Phosphor-Werte und eine deutlich verminderte Nitrat-Konzentration im Vergleich zum Vorjahr gemessen. Der Badesee konnte somit der mesotrophen Gewässerklasse zugeordnet werden.


Sowohl im Mai als auch im August zeigte sich ein deutlicher Rückgang der Gesamt-Phosphor-Konzentration bei Werten von 25 µg/l (Mai) und 31 µg/l (August). Das Jahresmittel von 28 µg/l wies den St. Andräer See, wie bereits in vielen anderen Beobachtungsjahren, der mittleren mesotrophen Stufe zu. 2018 war der St. Andräer Sees aufgrund des höheren Nährstoffniveaus als schwach eutroph zu bewerten.


Als positiv ist eine deutliche Abnahme der mittleren Nitrat-Stickstoff-Konzentration von 4.146 µg/l (2018) auf 794 µg/l (2019) zu vermerken. Besonders im Mai war der Nitrat-Stickstoff sehr gering mit einem Messwert unter der Bestimmungsgrenze. Die Ammonium-Stickstoff-Konzentration zeigte hingegen mit 75 µg/l im Jahresmittel, bei etwas vermindertem Sauerstoffgehalt des Seewassers, leicht ansteigende Tendenz.


An beiden Probenahmeterminen waren die Sichttiefenwerte des St. Andräer Sees besser als im Vorjahr. Im Frühsommer wurde eine Chlorophyll-a-Konzentration von 4,6 µg/l gemessen, die ebenso wie die Sichttiefe von 1,9 m auf ein geringes Schwebealgenwachstum schließen ließ. Im August zeigte der Sichttiefenwert von 1,1 m, gemeinsam mit der hohen Chlorophyll-a-Konzentration von 26,3 µg/l, eine stärkere hochsommerliche Algenproduktion an.


Im Plankton des St. Andräer Sees waren 2019 Kieselalgen der Gattung Aulacoseira (Centrales), aber auch Panzeralgen wie Peridinium sp., Peridinium cinctum und Peridinium umbonatum vorherrschend. Im Mai kamen noch Grünalgen in Form von Pediastrum gracillimum, P. simplex, gemeinsam mit Goldalgen wie Dinobroyn divergens als typische Frühjahrsform hinzu. Im Spätsommer bildete die nadelförmige Kieselalge Ulnaria acus var. angustissima größere Mengen aus. Kolonien von Cyanobakterien wie Microcystis sp. und Chroococcus limneticus waren Ende August nur mit mittlerer Zellzahl vertreten.





2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)21,51,11,9
Temperatur (°C)0 m221,516,926,2
pH-Wert1 m27,97,88,1
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2468455480
Chlorophyll a (µg/l)0 - 2 m215,64,926,3
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 2 m2282531
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 2 m22<23
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 2 m2794<601584
Ammonium-Stickstoff (µg/l)2 m27549100
Sauerstoff (mg/l)2 m29,7910,3
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
St. Andräer Badesee

Allgemeine Informationen:

Künstlich angelegter Badesee. Der im Gemeindegebiet St. Andrä/Lavanttal auf 405 m Seehöhe gelegene Badesee wurde im Jahre 1990 künstlich angelegt und im Sommer 1991 seiner Bestimmung als Badesee übergeben. Der etwa 2,5 ha große Grundwassersee liegt im Auengebiet der Lavant, eingesenkt in Flussschotter, der mit lehmigem Feinsand bedeckt sind. Da das Grundwasser durch die intensiv betriebene Landwirtschaft des Einzugsgebietes beeinträchtigt ist, wurde ein Zu- und Abfluss installiert, damit der See im Bedarfsfall nach der Badesaison mit dem Wasser der Lavant durchspült werden kann. Ursprünglich war der See maximal 3,5 m tief. Zudem kam es jedes Jahr im Sommer zu sehr starken Algenblüten. So wurden schließlich Sanierungsmaßnahmen durchgeführt und der See bis zu einer Tiefe von 5 m eingetieft. Außerdem wurde der östliche Teil, der eine Schilf- und Verlandungszone darstellt, mittels eines Dammes vom eigentlichen Badebereich getrennt. Dieser östliche Teil des Sees dient als Nährstoffpuffer gegen den Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft.

Morphometrische Daten

St. Andräer Badesee - Geographische Daten
Geographische Länge14,83953323
Geographische Breite46,74353464
Seehöhe [m ü. A.]393
St. Andräer Badesee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,024823
Max. Tiefe [m]5
Mittlere Tiefe [m]3
Volumen [m³]74.500



Fischbestand:

Im St. Andräer Badesee kommen folgende 6 Fischarten vor (HINTZ et al., 1995; HONSIG-ERLENBURG et al., 1996):


Fischbestand. Diese Angaben gehen auf eine Fischbestandsaufnahme mittels Netzbefischung sowie Elektro-Kontrollbefischung im Juni 1995 zurück. Zusätzlich wurden Zander (Sander lucioperca) besetzt. In der Anfangsphase nach der Entstehung des Badesees kamen in diesem Gewässer auch Lauben (Alburnus alburnus) vor (HONSIG-ERLENBURG et al., 1996).

Die Moderlieschen finden sich vor allem in den Freiwasser- und Uferbereichen. Diese mit der Laube verwandte Fischart war bis vor wenigen Jahren in Kärnten nicht heimisch und wurde über Besatzmaterial aus Oberösterreich zunächst in Teichen bei Klagenfurt sowie in weiterer Folge im Sablatnigmoor eingebürgert. Im St. Andräer See ist diese Art mit großer Wahrscheinlichkeit durch Wasservögel eingeschleppt worden. Wasservögel vermögen nämlich über ihr Federkleid Fischlaich zu übertragen.

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