Kärntner Seen

St. Andräer Badesee

Trophie: schwach eutroph

Die Zunahme der Gesamt-Phosphor- und Stickstoff-Konzentrationen zeigte eine Verschlechterung des Nährstoffniveaus des St. Andräer Sees an. Dieser ist im Jahr 2018 als schwach eutroph zu bewerten.

Anfang Juni entsprach die Gesamt-Phosphor-Konzentration mit 21 µg/l den Vergleichswerten der Vorjahre. Gegen Ende der Badesaison stieg diese sehr stark an. Nach dem überdurchschnittlich warmen und niederschlagsarmen August wurde gegen Ende des Monats eine Gesamt-Phosphor-Konzentration von 48 µg/l gemessen, die einen hohen Nährstoffgehalt des Badegewässers widerspiegelte. Die über das Untersuchungsjahr gemittelte Konzentration von 35 µg/l ist deutlich höher als im Vorjahr (2017: 26 µg/l) und wies den St. Andräer See nicht mehr der mesotrophen Stufe, sondern der nährstoffreicheren, schwach eutrophen Gewässergüteklasse zu.

Geringer als im Vorjahr waren die Analysenwerte von Ortho-Phosphat-P, die an beiden Terminen unter der Bestimmungsgrenze (< 2 µg/l) lagen. Diese, für pflanzliche Organismen sofort aufnehmbare, gelöste Form des Phosphors wurde offensichtlich von den Schwebealgen sofort aufgezehrt, die besonders im August hohe Biomassen ausbildeten.

2018 war auch ein höherer Stickstoffgehalt im St. Andräer See vorhanden als in den Jahren zuvor. Im Juni wurden 2.925 µg/l Nitrat-Stickstoff gemessen, Ende August stieg die Konzentration auf 5.367 µg/l an. Es ist daher von stärkeren Nährstoffeinträgen aus dem landwirtschaftlich genutzten Umland auszugehen.

Im Frühsommer war bei einer Sichttiefe von 1,8 m die Schwebealgenentwicklung im St. Andräer See noch mäßig hoch. Es wurden Anfang Juni 53 Arten aus 9 verschiedenen Algengruppen bestimmt, im August stieg die Anzahl der determinierten Taxa auf 73 aus 11 Gruppen. Das Phytoplanktonbiovolumen (1,798 mm³/l) wurde im Juni zu 35 % von verschiedenen kleinen Grünalgenarten (Chlorophyceae) aufgebaut, ein etwas kleinerer Anteil fiel auf Kieselalgen (Bacillariophyceae) wie Cyclotella sp. und Aulacoseira sp. mit runder Schalenform (Centrales), die sich erst gegen Ende der Hochsommerphase massenhaft vermehren konnten.

Zum Zeitpunkt der Probenahme am 28.08.2018 war die Sichttiefe des St. Andräer Sees auf 40 cm reduziert, bei auffallend fischigem Geruch des Seewassers. Entsprechend dem überaus hohen Nährstoffangebot kam es im Spätsommer zu einer starken Algenvermehrung und Vervielfachung des Biovolumens (7,353 mm³/l). Sauerstoffübersättigungen von 155 % ließen auf eine hohe Assimilationstätigkeit der großen Schwebealgenmenge schließen. Das Phytoplanktonbiovolumen wurde zu 52 % von runden Kieselalgen, vor allem von Cyclotellen, aber auch von Vertretern der Gattung Aulacoseira und Melosira aufgebaut. Große Panzeralgen (Dinophyceae) wie Peridinium sp. bildeten gemeinsam mit bäumchenförmig aufgebauten Goldalgenkolonien, vor allem Dinobryon sertularia, einen weiteren Anteil am Spätsommerplankton.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)21,10,41,8
Temperatur (°C)0 m222,622,624,7
pH-Wert1 m27,87,78
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2476466486
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 2 m2352148
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 2 m2352148
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 2 m2414629255367
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 2 m2< 2< 2< 2
Phytoplankton (mm³/l)0 - 2 m24,5761,7987,353
Chlorophyll a (µg/l)0 - 2 m210,5714
Sauerstoff (mg/l)2 m21211,112,8
Ammonium-Stickstoff (µg/l)2 m2403940
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
St. Andräer Badesee

Allgemeine Informationen:

Künstlich angelegter Badesee. Der im Gemeindegebiet St. Andrä/Lavanttal auf 405 m Seehöhe gelegene Badesee wurde im Jahre 1990 künstlich angelegt und im Sommer 1991 seiner Bestimmung als Badesee übergeben. Der etwa 2,5 ha große Grundwassersee liegt im Auengebiet der Lavant, eingesenkt in Flussschotter, der mit lehmigem Feinsand bedeckt sind. Da das Grundwasser durch die intensiv betriebene Landwirtschaft des Einzugsgebietes beeinträchtigt ist, wurde ein Zu- und Abfluss installiert, damit der See im Bedarfsfall nach der Badesaison mit dem Wasser der Lavant durchspült werden kann. Ursprünglich war der See maximal 3,5 m tief. Zudem kam es jedes Jahr im Sommer zu sehr starken Algenblüten. So wurden schließlich Sanierungsmaßnahmen durchgeführt und der See bis zu einer Tiefe von 5 m eingetieft. Außerdem wurde der östliche Teil, der eine Schilf- und Verlandungszone darstellt, mittels eines Dammes vom eigentlichen Badebereich getrennt. Dieser östliche Teil des Sees dient als Nährstoffpuffer gegen den Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft.

Morphometrische Daten

St. Andräer Badesee - Geographische Daten
Geographische Länge14,83953323
Geographische Breite46,74353464
Seehöhe [m ü. A.]393
St. Andräer Badesee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,024823
Max. Tiefe [m]5
Mittlere Tiefe [m]3
Volumen [m³]74.500



Fischbestand:

Im St. Andräer Badesee kommen folgende 6 Fischarten vor (HINTZ et al., 1995; HONSIG-ERLENBURG et al., 1996):


Fischbestand. Diese Angaben gehen auf eine Fischbestandsaufnahme mittels Netzbefischung sowie Elektro-Kontrollbefischung im Juni 1995 zurück. Zusätzlich wurden Zander (Sander lucioperca) besetzt. In der Anfangsphase nach der Entstehung des Badesees kamen in diesem Gewässer auch Lauben (Alburnus alburnus) vor (HONSIG-ERLENBURG et al., 1996).

Die Moderlieschen finden sich vor allem in den Freiwasser- und Uferbereichen. Diese mit der Laube verwandte Fischart war bis vor wenigen Jahren in Kärnten nicht heimisch und wurde über Besatzmaterial aus Oberösterreich zunächst in Teichen bei Klagenfurt sowie in weiterer Folge im Sablatnigmoor eingebürgert. Im St. Andräer See ist diese Art mit großer Wahrscheinlichkeit durch Wasservögel eingeschleppt worden. Wasservögel vermögen nämlich über ihr Federkleid Fischlaich zu übertragen.

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