Kärntner Seen - Bericht

Rauschelesee

Trophie: schwach mesotroph

Die Parameter Gesamt-Phosphor, Algenbiomasse und Chlorophyll-a sprachen auch 2018 wieder für den schwach mesotrophen Zustand des Rauschelesees.

Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration des Epilimnions (Wasserkörper: 0 - 6 m) betrug 12 µg/l, sie hat sich im Vergleich zu 2017 (11 µg/l) kaum verändert. In zwölf Meter Tiefe hat sie von 56 µg/l (2017) auf 46 µg/l abgenommen.

Die mittlere Ammonium-Stickstoff-Konzentration hingegen, die auch auf die Menge an abbaubare organische Substanzen hinweist, war von 910 µg/l (2017) auf 1.133 µg/l angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete auch das mittlere Algen-Biovolumen einen deutlichen Rückgang von 1,108 mm³/l (2017) auf 0,517 mm³/l.

In den Monaten Juni und August war in fünf Meter Tiefe eine Sauerstoffübersättigung von 162 bzw. 152 mg/l zu beobachten. Diese Übersättigung kann auf die Assimilationstätigkeit der in dieser Tiefe sich einschichtenden Algen zurückgeführt werden. In den Sommermonaten war bereits ab acht Meter Tiefe ein völliger Sauerstoffschwund durch den mikrobiellen Abbau organischer Substanzen gegeben. Entsprechend wurde auch Schwefelwasserstoff anhand des Geruchs nach faulen Eiern festgestellt. Erst Ende November brachte die Zirkulation wieder Sauerstoff in die Tiefe (6,9 mg/l).

Im April war der See mit einer Sichttiefe von 4,9 m sehr klar. Während der Sommermonate Juni und August betrugen die Sichttiefen 3,9 m bzw, 3,8 m. Im November während der Zirkulation war der See mit 2,2 m trüb.

Nur langsam schreitet der Rückgang der Nährstoffparameter Gesamt-Phosphor und Stickstoff im Tiefenwasser seit dem Verbot zum Anfüttern von Fischen, das auf Anraten des Landesfischereiinspektors vom Fischereiverein Rauschelesee im Jahr 2015 verhängt wurde, voran. Im Sinne der Wasserqualität des Sees ist das Anfüttern der Fische weiterhin zu verbieten.

Das Algenplankton war in allen analysierten Proben sehr artenreich, massenhaft (Häufigkeit 5 der 5-stufigen Skala) oder häufig (Häufigkeit 4) kamen Vertreter der Kieselalgen (Bacillariophyceae), Goldalgen (Chrysophyceae) und Panzeralgen (Dinophyceae) vor. Das mittlere Algen-Biovolumen des Epilimnions entsprach 2018 mit 0,517 mm³/l der oligotrophen Nährstoffklasse. Anfang April (05.04.2018) betrug das Biovolumen im Epilimnion äußerst geringe 0,140 mm³/l und die Algengemeinschaft wurde zu 40 % von den Kieselalgen (Bacillariophyceae) dominiert. Auf die Blaualgen (Cyanophyceae) und Schlundalgen (Cryptophyceae) entfiel ein Biovolumsanteil von 19 % bzw. 16 %. Im Hypolimnion (7 – 10 m Tiefe) war das Biovolumen mit 0,332 mm³/l ebenso gering, die Kieselalgen erzielten 58 % und die Blaualgen 29 % des Biovolumens. Anfang Juni (05.06.2018) nahm das Algen-Biovolumen im Epilimnion auf 0,637 mm³/l zu und, der Jahreszeit entsprechend, erzielten die Kieselalgen 46 %, die Panzerlagen und die Blaualgen je 13 % und die Schlundalgen 12 %. Die Kieselalgen waren hauptsächlich durch Cyclotella sp. und die Panzerlagen durch Peridinium sp. und P. umbonatum repräsentiert. Da im Juni und August ab acht Meter Tiefe Sauerstoff gänzlich fehlte, wurde keine Algenproben aus dem Hypolimnion (7 - 10 m Tiefe) entnommen. Ende August (23.05.2018) war im Epilimnion mit 0,943 mm³/l die größte Algenmenge des Jahres beobachtet worden. Die Panzeralgen bildeten einen Biovolumsanteil von 36 %, wobei die Art Gymnodinium uberrimum alleine 22 % einnahm. Die Kieselalgen machten 16 % und die Blaualgen, fast ausschließlich mit Planktothrix rubescens, 14 % aus. Erst Ende November (29.11.2018) war im Zuge der Vollzirkulation und dem Schwinden des Schwefelwasserstoffs wieder eine Besiedelung des Tiefenwassers durch Planktonalgen möglich. In beiden Wasserschichten (Epilimnion und Hypolimnion) dominierten die Kieselalgen mit Aulacoseira sp. und die Schlundalgen mit Gymnodinium helveticum. Das Phytoplankton-Biovolumen betrug im Epilimnion geringe 0,349 mm³/l und im Hypolimnion mit 0,821 mm³/l etwas mehr. Insgesamt wurden im Jahr 2018 anhand aller analysierten Algenproben 105 Arten aus 9 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae, Verschiedene Formen) bestimmt.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)43,72,24,9
Temperatur (°C)0 m416,37,824,8
pH-Wert1 m487,88,3
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4328312338
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 12 m4141017
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 12 m40,50,20,9
Chlorophyll a (µg/l)0 - 12 m46,62,510,8
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m412915
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m422854483
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m40,50,10,9
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m46,5211
Gesamt-Phosphor (µg/l) 12 m4462181
Ammonium-Stickstoff (µg/l)12 m411332662635
Sauerstoff (mg/l)12 m42,1< 0,26,9
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Rauschelesee

Allgemeine Informationen:

Idyllisch liegt der Rauschelesee im Landschaftsschutzgebiet Keutschacher Seental, das sich südlich des Wörthersees in West-Ostrichtung erstreckt. Der Rauschelesee bietet ein kleines Badeparadies. Angenehm warme Badetemperaturen und die gute Wasserqualität laden zum Verweilen ein.

Eiszeitlich geformt. Das Seebecken des Rauschelesees stellt den Rest einer einst viel größeren Wasserfläche dar, der auch die Becken des Baßgeigensees, des Keutschacher Sees und des Hafnersees angehörten. Der Viktringerbach ist der Hauptzubringer, er kommt aus dem Baßgeigensee und mündet im Westen in den Rauschelesee ein. Der Viktringerbach, verlässt den See im Osten als Abfluss wieder, durchfließt die Treimischer Teiche und mündet schließlich in die Sattnitz, den Abfluss des Wörthersees. Der Rauschelesee besteht aus zwei Becken, dazwischen befindet sich eine flache Schwelle.
Das Einzugsgebiet des Rauschelesees wird durch eine Wasserscheide von jenem des Keutschacher Sees getrennt.

Unberührte Natur. Im Süden reicht der unberührte bewaldete Hang des Sattnitzrückens bis an das Ufer. Der Schilf- und Makrophytengürtel des Sees ist größtenteils erhalten. An das Ost- und Westufer schließen Feuchtgebiete an, am Nordufer liegen landwirtschaftliche Nutzflächen und der Badebereich. Ein großer Campingplatz befindet sich am nordöstlichen Ufer des Sees.

Ausgezeichnete Badewasserqualität. In limnologischer Hinsicht ist der Rauschelesee dem mit Nährstoffen wenig belasteten, schwach mesotrophen Seentyp zuzuordnen. Seine ausgezeichnete Badewasserqualität bietet ein unbeschwertes Badevergnügen. Er zählt zu den warmen Seen Kärntens, das Epilimnion erreicht Sommertemperaturen über 26° C. In den Sommermonaten ist der Wasserkörper geschichtet, sodass das Wasser nach wenigen Metern in die Tiefe spürbar kälter wird. Im Winter bildet der See regelmäßig eine Eisdecke aus, die vom Eislaufverein Wörthersee betreut wird.
Der See und sein Einzugsgebiet stellen einen Teil des 2.532 ha großen Landschaftsschutzgebietes Keutschacher-See-Tal (LGBl. Nr. 74/1970, 86/1971) dar.

Morphometrische Daten

Rauschelesee - Geographische Daten
Geographische Länge14,21953058
Geographische Breite46,58488061
Seehöhe [m ü. A.]510
Rauschelesee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,190999
Max. Tiefe [m]12
Mittlere Tiefe [m]5,7
Volumen [m³]1.079.819
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]0,3
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]120
Einzugsgebiet [km²]5,11

Tiefenkarte

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Tourismus:

Wandern und Radtouren. Neben dem Badevergnügen bietet die Gegend um den Rauschelesee den Erholungssuchenden ausgezeichnet markierte Wanderwege für geübte wie auch gemütliche Wanderer. Gut beschilderte Radwege führen die Radler durch die Region. Bei den Kleinen ist der Zauberwald am Rauschelesee sehr beliebt. Bogenschießen und Reiten runden das sportliche Angebot ab.

Fischbestand:

Im Rauschelesee leben folgende 10 Fischarten:


10 Fischarten können im Rauschelesee nachgewiesen werden. Darunter ist auch der Bitterling, der wegen seines Brutverhaltens Rückschlüsse auf einen gesunden Teichmuschelbestand erlaubt. Er legt seine Eier in den Kiemenraum der Muscheln ab, wo sie sich geschützt entwickeln können. Nach etwa 4 Wochen verlassen Jungfische die Muschel. Durch die Wasserverschmutzung sind jedoch die Muscheln aus vielen Gewässern verschwunden und damit verbunden sind auch die Bitterlinge selten geworden. Sonnenbarsche sind erst in letzter Zeit im See festgestellt worden.
Im Februar 1997 fand ein Karpfensterben im Abfluss statt, das vermutlich durch Chilodinella cyprini, ein auf der Haut und den Kiemen sitzendes, mikroskopisch kleines Wimpertier, verursacht wurde.

Angelfischereiliche Nutzung. Der Rauschelesee wird fischereilich ausschließlich durch Freizeitangler genutzt.

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