Kärntner Seen - Bericht

Pressegger See

Trophie: schwach mesotroph
Ökologischer Zustand:
Fische2013sehr gut

Bedingt durch die Hochwassersituation im Herbst 2018 erhöhte sich die Nährstoffkonzentration im See, wodurch der Pressegger See hinsichtlich des Jahresmittelwertes an Gesamt-Phosphor der schwach mesotrophen Gewässergüteklasse zuzurechnen war.

Der Pressegger See fiel aufgrund der mittleren Gesamt-Phosphor-Konzentration von 15 µg/l im Epilimnion (0-6 m) in die schwach mesotrophe Stufe (2017: 9 µg/l). Ebenso erhöhte sich die volumengewichtete Phosphorkonzentration der Wassersäule (0-12 m) auf 15 µg/l gegenüber dem Vorjahreswert von 9 µg/l. Im April betrug die Gesamt-Phosphor-Konzentration des Epilimnions 5 µg/l, im Juni und September jeweils 10 µg/l. Aufgrund der Hochwasserbedingungen Ende Oktober, wurde beim letzten Messtermin am 22. November 2018 ein Gesamt-Phosphorwert von 33 µg/l in der Oberflächenschicht analysiert.

Das Seenjahr des Presseger Sees wurde vor allem durch die starke Hochwasserführung der Gail und Zubringer Vella im Herbst 2018 geprägt. Am 31. Oktober wurde in Presseggen ein Pegelstand von 3,78 m gemessen (siehe Grafik Pegelstand Pressegger See). Bei der Probenahme am 22. November, waren noch Folgewirkungen des Hochwassers erkennbar, optisch an der leicht bräunlichen Färbung und der stark verminderten Sichttiefe von 0,5 m. In der oberflächennahen Wasserschicht (Epilimnion) wurde im November eine hohe Gesamt-Phosphor-Konzentration von 33 µg/l gemessen, über Grund in 12 m Tiefe lag diese bei 30 µg/l. Auch die Nitrat-Stickstoff-Konzentration des Epilimnions (0-6 m) war im November auf 520 µg/l erhöht, beim Ammonium-Stickstoff zeigte sich ein leichter Anstieg auf 81 µg/l in der Tiefe. Sowohl bei Nitrat- als auch bei Ammonium-Stickstoff zeigte sich eine Zunahme gegenüber den Mittelwerten des Jahres 2017.

Anfang April zirkulierte der See bis zum Grund, in der gesamten Wassersäule wurde eine gleichbleibende Sauerstoffkonzentration von 11 mg/l gemessen. Durch den mikrobiologischen Abbau der absinkenden Algenmasse sank der Sauerstoffgehalt im Tiefenwasser (10 m) bereits Anfang Juni auf 4 mg/l stark ab, im September wurde in dieser Tiefe eine Sauerstoffkonzentration von nur 3,2 mg/l gemessen. Nach dem Hochwasser im November waren in der gesamten Wassersäule 8 mg/l an Sauerstoff gelöst.

Im Frühjahr setzte sich das Phytoplankton vorwiegend aus Goldalgenkolonien (Chrysophyceae) mit bäumchenartigen Aufbau zusammen (Dinobryon sociale, Dinobryon sociale var. americanum, Dinobryon sociale var. stipitatum). Mit zunehmender Erwärmung des Wassers entwickelten sich mehr Schwebealgen, vor allem runde Kieselalgen (Cyclotella sp.) bauten im Juni mehr als die Hälfte des Biovolumens (1 mm³/l) auf. Die größte Algenmenge von 1,411 mm³/l bildete sich im September aus. Neben den langen Bändern der Kieselalge Fragilaria crotonensis traten verstärkt große Panzeralgen (Dinophyceae) der Gattung Peridinium in der Spätsommerprobe auf. Bei der vierten und letzten Probenahme im November war, bedingt durch die Hochwassersituation, nur eine äußerst geringe Menge an Schwebealgen (0,026 mm³/l) vorhanden, ebenso waren kaum Zooplanktonorganismen in den Proben anzutreffen.
Der äußerst geringen Planktonmenge entsprach auch der Chlorophyll-a-Wert, der im November unter der Bestimmungsgrenze lag (< 1 µg/l). Im Vergleich zu 2017 blieb das mittlere Phytoplanktonbiovolumen (0,911 mm³/l) und auch die mittlere Chlorophyll-a-Konzentration (3,4 µg/l) in der Oberflächenschicht (0-6 m) unverändert hoch.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)43,60,55,2
Temperatur (°C)0 m414,96,322,3
pH-Wert1 m487,78,3
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4390375404
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 12 m415533
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 12 m40,910,0261,407
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m415533
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m4400315520
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m40,9110,0261,41
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m43,40,55
Gesamt-Phosphor (µg/l) 12 m414930
Ammonium-Stickstoff (µg/l)12 m435681
Sauerstoff (mg/l)12 m46,7410,5
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Pressegger See

Allgemeine Informationen:

Zu den wärmsten Badeseen Kärntens zählt der Pressegger See. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel, die Region Hermagor Pressegger See beherbergt im Sommer zahlreiche Badegäste.
Gespeist von Quellen am Grunde des Sees. Der ca. 55 ha große See liegt wenige Kilometer östlich der Bezirksstadt Hermagor in einer Nebenfurche des Gailtales. Er stellt den Rest eines nacheiszeitlich weitaus größeren Sees dar. Die Tiefe des Pressegger Sees beträgt im Durchschnitt 4 bis 6 m, in einigen Quelltrichtern bis 13 m. Diese Trichter entstehen durch Quellen, die so stark sind, dass das aufwallende Wasser ein Absetzen von Schlamm verhindert. Das Auftreten dieser Quellen hängt mit den Kalkschuttkegeln zusammen, die vom Fuße des Vellacher Egels in den See reichen. Diese Schuttkegel überlagern auf dem Talboden eine verhältnismäßig kompakte, wenig wasserdurchlässige eiszeitliche Grundmoräne. Auch von oben ist dieses Schuttmaterial mit tonigen Ablagerungen zugedeckt. Die zwischen diesen beiden wasserundurchlässigen Schichten gestauten Bergwässer wallen daher als unterseeische Quellen auf und bilden die erwähnten Quelltrichter.
Zusätzlich wird der See von einem Oberflächenzufluss, dem Vellacher Bach, gespeist, der in Zusammenhang mit den Quellen am Seegrund eine für Kärntner Seen ausnehmend starke Durchflutung verursacht. Die Wassererneuerungszeit beträgt nur ca. 2 Wochen.

Ein Paradies für Taucher. Infolge der geringen Tiefe des Sees und des klaren Wassers reichen die Lichtverhältnisse auf dem Seegrund aus, einen dichten Vegetationsteppich mit Tausendblatt, Laichkraut und Armleuchteralgen zu entwickeln. Die rasche Wassererneuerung verhindert eine stärkere Entfaltung der Schwebealgen.
Am Pressegger See findet man die ausgedehntesten Schilfbestände Kärntens. Während sie am Nord- und am Südufer den Badeanstalten und dem Kulturland weichen mussten, sind sie am West- und am Ostufer üppig entwickelt und bilden einen großen, hochwüchsigen Bestand.

Natur- und Landschaftsschutz. Um den Pressegger See wurde ein 416 ha großes, gleichnamiges Landschaftsschutzgebiet gegründet (LGBl. Nr. 89/1970 und 62/1983).

Morphometrische Daten

Pressegger See - Geographische Daten
Geographische Länge13,44293246
Geographische Breite46,62500166
Seehöhe [m ü. A.]560
Pressegger See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,552799
Max. Tiefe [m]13,7
Mittlere Tiefe [m]3,4
Volumen [m³]1.878.027
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]0,05
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]1200
Einzugsgebiet [km²]28,74

Tiefenkarte

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Tourismus:

Veranstaltungen und Großereignisse. Die Gegend rund um den Pressegger See bietet für Einheimische und Gäste eine Vielzahl an Veranstaltungen. Das Gailtaler Speckfest ist ein inzwischen etabliertes Großereignis im Gailtal. Es findet immer Ende Mai in Hermagor statt.

Zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Ambitionierte Radfahrer kommen rund um den Pressegger See auf ihre Kosten. Grenzüberschreitende Mountainbikestrecken in den Karnischen Alpen, welche sich direkt entlang der Grenze zu Italien erstrecken, laden zu einer ausgedehnten Radtour ein. Der Gebirgszug der Karnischen Alpen ist auch unter Wanderer sehr beliebt, beeindruckende Aussichten kann man entlang des Karnischen Höhenwanderweges genießen.

Endemische Arten. Eine weitere Besonderheit ist in dieser Region zu finden: die blau blühende Wulfenia (Wulfenia carinthiaca). Diese Art gibt es nur auf der Sonnenalpe am Naßfeld. Unterarten kommen im Himalayagebiet und in Albanien vor.

Fischbestand:

Im Pressegger See leben folgende 12 Fischarten (LINDERMUTH, mündl. Mitteilung):


Angelfischereiliche Nutzung. Die aus Besatz stammenden Karpfen, Schleien, Hechte und zum Teil große Exemplare von Welsen werden hauptsächlich angelfischereilich genützt. Früher wurden einige Amurkarpfen (Ctenopharyngodon idella) besetzt.

Naturbelassener Seeausrinn. Der Fischbestand des Ausrinnes setzt sich hauptsächlich aus Karpfen, Rotaugen, Aiteln und Welsen zusammen. Vor allem der gute Welsbestand mit seinem natürlichen Aufkommen ist hervorzuheben. Im Unterlauf des Ausrinnes kommen Aalrutten (Lota lota) und Haseln (Leuciscus cephalus) vor. Diese Fischarten fehlen im See. Für den Ausrinn wurden Fischbiomassen zwischen durchschnittlich 997 bis 1.395 kg/ha bzw. Individuendichten zwischen durchschnittlich 7.199 und 17.386 Ind/ha festgestellt (FRIEDL, 1998). Dieser enorm hohe Fischbestand ist auf den natürlichen Charakter des Ausrinnes zurückzuführen.

Krebsvorkommen:

Dichter Edelkrebsbestand. Der Pressegger See und dessen Abfluss waren seit jeher für einen dichten Edelkrebsbestand (Astacus astacus) bekannt. 1930 wurde im Pressegger See die Krebspest eingeschleppt. Diese hat innerhalb eines Jahres den gesamten Krebsbestand im See und Abfluss vernichtet. Nur zwei Jahre später wurde ein Besatz mit Edelkrebsen (aus Slowenien) durchgeführt.
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