Kärntner Seen - Bericht

Ossiacher See

Trophie: schwach mesotroph
Ökologischer Zustand:
Fische2014gut
Makrophyten2009unbefriedigend
Phytoplankton (3-Jahresmittel)2019mäßig

Der Ossiacher See ist hinsichtlich des Nährstoffgehaltes und der Schwebealgenmenge wiederholt als schwach mesotrophes Gewässer zu bezeichnen. Mit dem Qualitätselement Phytoplankton bzw. Algen wurde der „mäßige“ ökologische Zustand im 3-Jahresmittel: 2017 - 2019 bestimmt.


Die durchschnittliche Gesamt-Phosphor-Konzentration des Epilimnions (0 - 6 m) lag 2019 mit 15 µg/l an der Klassengrenze von schwach mesotroph zu mesotroph. 2018 lag dieser Wert bei 13 µg/l. Die Gesamt-Phosphor-Konzentration über Grund war von 23 µg/l auf 16 µg/l gesunken.


Das Jahresmittel der Nitrat-Stickstoff-Konzentration des Epilimnions lag mit 217 µg/l unter dem von 2018 (258 µg/l). Auch über Grund in 45 Meter Tiefe befand sich das Jahresmittel der Ammonium-Stickstoff-Konzentration mit mittleren 13 µg/l unter dem Vorjahreswert (21 µg/l).


Das mittlere Algen-Biovolumen (1,48 mm³/l) des Epilimnions entsprach wieder der schwach mesotrophen Klasse. Lag 2018 das Biovolumen mit 1,06 mm³/l knapp an der Grenze zu oligotroph, befand es sich 2019 zu mesotroph.


Die mittlere Chlorophyll-a-Konzentration (5,5 µg/l) untermauerte auch den schwach mesotrophen Charakter des Epilimnions.


Die Transparenz des Sees war mit Sichttiefenwerten zwischen minimal 3,7 Meter und maximal 4,6 Meter nicht so klar wie im Vorjahr (maximal 5,8 m).


Die Frühjahreszirkulation, die das Tiefenwasser mit Sauerstoff versorgt, war noch bis Mitte Juni am Sauerstoffgehalt von 5,9 mg/l im grundnahen Wasserkörper zu erkennen. Mit der sommerlichen Temperaturschichtung sank der Sauerstoff in 45 m Tiefe auf minimal 1,7 mg/l (September) ab. Ein völliger Sauerstoffschwund war erst im Dezember noch vor der herbstlichen Zirkulation zu beobachten. 2018 gab es bereits im September ein sauerstofffreies Tiefenwasser.


Das Algenplankton im Epilimnion war 2019 im April von den Goldalgen (Chrysophyceae) dominiert. Im Juni kamen fast ausschließlich die zentrischen Kieselalgen (Bacillariophyceae) im Epilimnion vor, wobei ein maximales Algen-Biovolumen von 3,01 mm³/l verzeichnet wurde. Im September war die Planktongemeinschaft vorwiegend von den Blaualgen (Cyanophyceae) insbesondere von Planktothrix rubescens geprägt. Die Kieselalgen behaupteten sich wieder im Dezember. Diesmal aber waren es hauptsächlich längliche Formen wie Tabellaria fenestrata oder Fragilaria crotonensis, bei deutlich geringerem Biovolumen (0,78 mm³/l) als im Juni.


Anhand der mikroskopischen Analysen wurden 2019 im Ossiacher See insgesamt 189 Arten aus elf Algengruppen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae, Haptophyceae, Unbestimmbare Formen, Xanthophyceae) bestimmt.


nähere Informationen


2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)44,13,74,6
Temperatur (°C)0 m415,1822,5
pH-Wert1 m48,47,98,7
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4240228253
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 30 m41,330,682,95
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 45 m4131215
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4151217
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4<2<2<2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m4217<60375
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m41,480,783,01
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m45,54,57,9
Gesamt-Phosphor (µg/l) 45 m4161223
Ammonium-Stickstoff (µg/l)45 m413626
Sauerstoff (mg/l)45 m44,1<0,28,6
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
Ossiacher See

Allgemeine Informationen:

Der drittgrößte See Kärntens mit 10,79 km² ist der Ossiacher See. Er ist seit jeher ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Die natürliche Umgebung und die angenehm hohen Wassertemperaturen, bis 27 °C ziehen im Sommer Badefreunde an seine Ufer. 6 Strandbäder laden zum Verweilen ein.

Eingebettet zwischen bewaldeten Hängen. Der Name Ossiach leitet sich aus dem slawischen Wort osoje ab, was soviel wie Schattenseite bedeutet. Der Ossiacher See befindet sich zwischen den bewaldeten Steilabfällen der Gerlitzen im Norden und den westlichen Ausläufern der Ossiacher Tauern im Süden. Das Seebecken liegt eingesenkt in altkristalline Gesteinsmassen, die zum Teil von glazialem Schotter bedeckt sind. 2 Becken, die durch eine Schwelle in 10 m Tiefe voneinander getrennt sind, prägen den See. Das östliche, kleinere Becken (3,9 km²) hat eine Tiefe von 11 m, das westliche, große Becken (6,9 km²) ist mehr als 52 m tief. Da große Bereiche des Sees flach sind, ist seine mittlere Tiefe mit 19,6 m im Vergleich zu seiner Fläche relativ gering.

Sanierungsprojekt Bleistätter Moor. Der Hauptzufluss Tiebel mit 1.750 l/s und einige kleinere Bäche aus dem Gebiet der Gerlitzen speisen den See. Die Zuflüsse aus dem Süden sind nur unbedeutend. Im Osten des Sees liegt das von der Tiebel durchflossene Bleistätter Moor mit einer Fläche von etwa 6 km². In den 1930er Jahren wurde das Moor durch Drainagen und Poldergräben entwässert und wird seither landwirtschaftlich intensiv genutzt. Pumpstationen fördern die nährstoffreichen Drainwässer in die Tiebel und in weiterer Folge in den Ossiacher See. Im Rahmen des Renaturierungsprojektes Bleistätter Moor sollen Teile des Poldergebietes restrukturiert und geflutet werden. Ziel ist die Reduktion des Schwebstoff- und Nährstoffeintrages in den Ossiacher See.
Der Abfluss, der Ossiacher Seebach, liegt im Jahresmittel zwischen 2.610 l/s (1986) und 5.890 l/s (1965). Der langjährige Jahresmittelwert beträgt 3.320 l/s.

Badewasserqualität – limnologisch einwandfrei. In limnologischer Hinsicht ist der Ossiacher See dem schwach mesotrophen, mäßig mit Nährstoffen belasteten Seetyp mit einwandfreier Badewasserqualität zuzuordnen. Der Ossiacher See ist holomiktisch, das heißt er wird während der Zirkulationsphasen im Frühjahr und Spätherbst bis zum Grund durchmischt. In den Sommermonaten erwärmt sich das Oberflächenwasser auf mehr als 24 °C. Der Wasserkörper ist von Mai bis November streng geschichtet. Die Oberflächenschicht, das Epilimnion, reicht bis rund 6 m Tiefe, darunter wird es im Sommer rasch kälter, so dass bis in ca. 15 m Tiefe eine Wassertemperatur von 4 bis 5 °C erreicht ist. Die Eisbedeckung dauert nur wenige Wochen, in milden Wintern bildet der Ossiacher See keine Winterdecke aus. Die limnologische Entwicklung des Ossiacher Sees wird schon seit 1931 beobachtet.

Naturbelassene See- und Uferbereiche des Ossiacher Sees wurden zu Natur- und Landschaftsschutzgebieten erklärt. Sieben Schutzgebiete nehmen eine Fläche von rund 370 Hektar ein.
NSG Tiebelmündung: 30,5 ha, LGBl. Nr. 30/1959, 19/1960, 16/1968
NSG Jammernspitz: 5,1 ha, LGBl. Nr. 31/1959, 19/1960
NSG Meerspitz: 8 ha, LGBl. Nr. 65/1957
NSG Ossiacher See - Westbucht: 8 ha, LGBl. Nr. 15/1964
LSG Ossiacher See - Ost: 284 ha, LGBl. Nr. 26/1970
LSG Ossiacher See - Westbucht: 20 ha, LGBl. Nr. 37/1970
LSG Bodensdorf: 10 ha, LGBl. Nr. 25/1970

Morphometrische Daten

Ossiacher See - Geographische Daten
Geographische Länge13,92918118
Geographische Breite46,66114381
Seehöhe [m ü. A.]501
Ossiacher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]10,787499
Max. Tiefe [m]52,6
Mittlere Tiefe [m]19,6
Volumen [m³]206.283.798
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]2,3
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]3550
Einzugsgebiet [km²]162,91

Tiefenkarte

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Tourismus:

Ein beliebtes Urlaubsziel. Der Ossiacher See, wurde bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von „Sommerfrischlern“ besucht. Heute bieten die vielen Hotels und Gastronomiebetriebe in den angrenzenden Ortschaften den Gästen zahlreiche Erholungsmöglichkeiten und Aktivitäten an. Bekannt ist das Stift Ossiach am Südufer, nicht nur wegen des 1024 gegründeten, späteren Benediktiner Klosters, sondern vor allem wegen der hier stattfindenden Veranstaltungen im Rahmen des Carinthischen Sommers.
Im Umland des Ossiacher Sees hat sich ein reger Fremdenverkehr entwickelt. Die Zahl der Nächtigungen ist von ca. 100.000 zu Beginn der 50er Jahre auf etwa 2 Millionen angestiegen. Annenheim, Sattendorf, Bodensdorf, Steindorf und Ossiach sind die wichtigsten Urlaubsorte direkt am See, die größte Stadt im Einzugsgebiet ist Feldkirchen mit etwa 7.800 Einwohnern.

Mit dem Fahrrad um den See. Sie können den Ossiacher See mit Fahrrad umrunden. Die Tour führt durch das am Westende des Sees gelegene Laichschongebiet am Ossiacher Seebach (Seeabfluss des Ossiacher Sees). Ein 6,6 ha großes Feuchtgebiet, das durch seine reiche Strukturierung Fischen, Pflanzen, Wasser- und Singvögel Schutz und Nahrung bietet.
Nahe der Stadt Feldkirchen, östlich des Sees, befindet sich ein kleiner Fughafen (ICAO-Kennung: LOKF; Tel.: +43 (0) 4276 2707) für Segelflieger. Am Ossiacher See verkehren von Anfang Mai bis Ende Oktober zwei Linienschiffe, die 9 Anlegestellen anfahren. 

Stift Ossiach  
Burg Landskron Adler-Arena
Affenberg
Kanzelbahn auf die Gerllitzen

Fischbestand:

Nach einer in den Jahren 1994 bis einschließlich 1997 durchgeführten fischereilichen Untersuchung (FARKAS & OLSACHER, 1998) wurden im Ossiacher See folgende 21 Fischarten nachgewiesen:


Rückgang des Fischartenreichtums. Von den von Findenegg angeführten Fischarten konnte kein Nachweis mehr erbracht werden. Entweder ist ihr Bestand nur mehr sehr gering oder bereits nicht mehr vorhanden. Der Rückgang des Bitterling-Bestandes dürfte Hand in Hand mit dem Rückgang der Großmuscheln stattgefunden haben. Der ursprünglich sehr gute Welsbestand im Ossiacher See ist vermutlich infolge von Eutrophierungserscheinungen stark dezimiert worden. Früher wurden auffallend große Exemplare von Welsen gefangen, etwa im Jahre 1946 ein Waller mit 65 kg und einer Länge von 230 cm. FINDENEGG (1934) gibt das Vorkommen des Nerflings für den See an. Dabei beruft er sich auf Angaben des Biologen Haempel. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um den Aitel. **Der Hauptfisch im Ossiacher See ist die Brachse, die ca. 30% des Gesamtbestandes ausmacht. Bei einer während der Laichzeit dieser Fischart durchgeführten Elektrobefischung konnten an einem Tag rund 10 t gefangen werden. Der Rotaugenbestand im Ossiacher See scheint überaltert zu sein, es werden überwiegend große Exemplare gesichtet, der Bestand an jungen Rotaugen ist gering. Auch die Fangzahlen von Hechten sind stark rückgängig, dies kann auf den starken Rückgang des Makrophytenbestandes zurückzuführen sein. Dem Hecht fehlen dadurch geeignete Laichbedingungen und Futterfische, die sich in diesen Bereichen aufhalten. *Nachdem ein Besatz mit Coregonen im 19. Jahrhundert keinen Erfolg brachte, wurden sie im Ossiacher See im Jahre 1982 erneut eingesetzt. Nach einiger Zeit hat sich eine eigene Population entwickelt. *Die Reinanke nimmt mit 10% des Fischbestandes die dritte Stelle nach Brachse und Rotauge ein. Der Bestand an Forellenartigen (Regenbogenforelle, Seeforelle) ist aufgrund der relativ hohen Sommertemperatur und dem Fehlen geeigneter Laichplätze äußerst gering. **Für den Angelsport werden jährlich Karpfen besetzt, es findet keine natürliche Vermehrung statt. Der Bestand an Lauben ist in letzter Zeit stark zurückgegangen. Die Lauben bildeten vor allem früher einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung für Welse. Hartmann (1898) berichtet, dass die Lauben zur Laichzeit in Massen gefangen wurden und als Zutat zu Kartoffeln, Sterz oder Polenta im Winter verzehrt wurden. Eine Ursache für den Rückgang des Laubenbestandes dürfte der hohe Bestand der eingeschleppten Wandermuschel (Dreissena polymorpha) sein, die dazu führt, daß die Lauben ihre angestammten Laichplätze meiden (FARKAS & OLSACHER, 1998). Die jährlichen Erträge am Ossiacher See liegen trotzdem noch bei ca. 20 kg/ha. **Flachwasserbiotop als Laichgebiet. Anfang 2000 wurde beim Abfluss des Sees ein ca. 5 ha großes Flachwasserbiotop errichtet. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass das Biotop vor allem als Laichgebiet und Lebensraum für Rotaugen, Rotfedern, Barsche, Lauben, Hechte und Welse dient. Bereits nach Flutung wurden im Frühjahr massenhaft Lauben sowie Hechte im Biotop gesichtet. Der Flachwasserbereich wirkt sich positiv auf den gesamten Fischbestand des Ossiacher Sees aus. **Angelfischerei. Der Ossiacher See ist in über 30 Fischereiparzellen aufgeteilt.

Krebsvorkommen:

Von Sporttauchern wurden in den letzten Jahren wiederholt Edelkrebse (Astacus astacus) im See beobachtet. Diese sind vermutlich über kleine Zuflüsse aus den Teichen der Ossiacher Tauern, wo sie häufig vorkommen, eingewandert. In den letzten Jahren konnten auch vereinzelt Edelkrebse am oberen Ende des Seebaches, dem Abfluss des Ossiacher Sees, beobachtet werden. Der Ossiacher See ist jenes Gewässer in dem 1880 erstmals nachweislich die Krebspest in Kärnten aufgetreten ist (HAWLITSCHEK, 1892). Bis zum Auftreten der Krebspest zu Ende des vorigen Jahrhunderts, waren nahezu alle Seen Kärntens von einem dichten Edelkrebsbestand besiedelt. Die Krebspest, eine durch einen Schlauchpilz (Aphanomyces astaci) verursachte Seuche, ist in Kärnten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in mehreren Wellen aufgetreten und hat einen Schaden ungeheuren Ausmaßes angerichtet. Durch das wiederkehrende Auftreten der Krebspest aber auch durch den Besatz von Aalen, eine ursprünglich in unseren Gewässern nicht heimische Fischart, konnten sich in den meisten größeren Kärntner Seen keine dichten Flusskrebsbestände mehr entwickeln.
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