Kärntner Seen

Ossiacher See

Trophie: schwach mesotroph
Ökologischer Zustand:
Fische2014gut
Makrophyten2009unbefriedigend
Phytoplankton (3-Jahresmittel)2018gut

Der Ossiacher See ist hinsichtlich des Nährstoffgehaltes und der Schwebealgenmenge des Epilimnions (0 – 6 m) als schwach mesotrophes Gewässer zu bezeichnen.

Das Qualitätselement Algen (3-Jahresmittel: 2016 - 2018) ergab den „guten“ ökologischen Zustand. Im Epilimnion (0 – 6 m) ging die durchschnittliche Gesamt-Phosphor-Konzentration von 15 µg/l (2017) auf 13 µg/l (2018) zurück.

Die mittlere Nitrat-Stickstoff-Konzentration stieg von 202 µg/l (2017) auf 258 µg/l an. Das mittlere Algen-Biovolumen des Epilimnions lag mit 1,061 mm³/l knapp an der Grenze zu oligotroph.

Über Grund kletterte im August die Gesamt-Phosphor-Konzentration kurzfristig auf maximal 65 µg/l an, das entsprechende Jahresmittel lag mit 23 µg/l über dem des Vorjahres (18 µg/l). Die Ammonium-Stickstoff-Konzentration in 45 Meter Tiefe lag an drei Terminen unterhalb der Bestimmungsgrenze von 4 µg/l und kam maximal auf 79 µg/l. Die Frühjahreszirkulation, die das Tiefenwasser mit Sauerstoff versorgt, war bis Anfang Mai am hohen Sauerstoffgehalt im grundnahen Wasserkörper (9 mg/l) zu erkennen. Mit der sommerlichen Temperaturschichtung sank der Sauerstoff in 45 m Tiefe auf minimal 1,7 mg/l (September) ab, ein völliger Sauerstoffschwund wie im Vorjahr war nicht zu beobachten.

Die Transparenz des Sees war mit Sichttiefenwerten zwischen minimal 4 und maximal 5,8 m klar. Die relativ hohen Sichttiefen sowie die geringe mittlere Chlorophyll-a-Konzentration (4 µg/l) gaben im Wesentlichen das geringe Algen-Biovolumen von 1,061 mm³/l wieder.

Die Wasserrahmenrichtlinie fordert im Bereich der Oberflächengewässer eine Bewertung des ökologischen Zustandes. Seen mit einer Fläche größer als 50 Hektar werden entsprechend der Qualitätszielverordnung Ökologie Oberflächengewässer (QZV Ökologie OG, BGBl. I Nr. 99/2010 i.d.g.F.) bewertet. Entsprechend dem „Leitfaden zur Erhebung der biologischen Qualitätselemente Teil B2 – Phytoplankton“ (Wolfram & Dokulil 2013) und dem „Leitfaden zur typspezifischen Bewertung gemäß allgemein physikalisch-chemischer Parameter in Seen“ (Wolfram & Donabaum 2010) werden die ökologischen Zustände anhand des Qualitätselementes Phytoplankton und der physikalisch-chemischen Parameter jährlich berechnet. Das Qualitätselement Phytoplankton ergab für das Jahr 2018 sowie für das Jahr 2017 den „guten“ ökologischen Zustand. Der Gesamt-EQR verbesserte sich von 0,62 (2017) auf 0,64. Dennoch befanden sich die Kenngrößen Biovolumen (nEQR: 0,59) und Chlorophyll-a (nEQR: 0,53) im „mäßigen“ Bereich, einzig der normierte EQR-Wert Brettum Index war mit 0,71 „gut“. War im Vorjahr das ausschlaggebende 3-Jahresmittel 2015 – 2017 (nEQR: 0,57) noch „mäßig“, ergab es 2016 – 2018 (nEQR: 0,60) den „guten“ ökologischen Zustand. Im Rahmen des „Sanierungsprojektes Ossiacher See – Bleistätter Moor“ wurde an zwei weiteren Terminen Algenproben genommen, deren Ergebnisse in die Auswertung zur Erhebung des ökologischen Zustandes eingebunden wurden. So ergab die Auswertung mit sechs Terminen für das Jahr 2018 mit einem nEQR von 0,62 ebenso ein „Gut“. Die Kenngrößen Biovolumen (nEQR: 0,61) und Brettum Index (nEQR: 0,65) befanden sich im guten Bereich, einzig der normierte EQR-Wert Chlorophyll-a war mit 0,58 mäßig. Die Ergebnisse der allgemein physikalisch-chemischen Qualitätskomponenten lieferten nach wie vor den „mäßigen“ Zustand. Die Kenngrößen hypolimnische (25 – 46 m) Temperatur und pH-Wert im Mixolimnion (0 – 46 m) befanden sich innerhalb und die hypolimnische Sauerstoffsättigung außerhalb der Bandbreite für den sehr guten und guten Zustand. Die Kenngrößen Gesamt-Phosphor im Mixolimnion gab den „mäßigen“ und die Kenngröße Sichttiefe den „guten“ Zustand wieder. Im Fall des Ossiacher Sees liegen die Bewertungen der biologischen Qualitätselemente Phytoplankton, Makrophyten und Fische vor: 3-Jahresmittel (2016 - 2018) Phytoplankton - „Gut“, Fische (2014) - „Gut“ und Makrophyten (2009) - „Unbefriedigend“. Von Gesetzes wegen ist der „gute“ ökologische Zustand zu erreichen, weshalb am Ossiacher See Maßnahmen gesetzt wurden, die zu einer Verbesserung des ökologischen Gesamtzustandes führen.

Diesem Zweck dienten sämtliche Maßnahmen, die im Rahmen des „Sanierungsprojektes Ossiacher See – Bleistätter Moor“ gesetzt wurden. Besonders die Errichtung der Flutungsbecken nördlich und südlich der Tiebel verfolgen dieses Ziel. Mit der Errichtung der Absetzbecken im Mündungsbereich der Tiebel (Zufluss zum Ossiacher See) wurde der Ossiacher See ab dem Jahr 2016 intensiver untersucht. Die Probenahmen erfolgten sowohl im West- als auch im Ostbecken des Sees. In den ersten beiden Jahren fanden zwanzig Untersuchungen statt, 2018 waren es sechs. Im Epilimnion (0 – 6 m) des Ostbeckens lag 2018 die durchschnittliche Gesamt-Phosphor-Konzentration mit 17 µg/l etwas höher als im Westbecken (13 µg/l). Die durchschnittliche Nitrat-Stickstoff-Konzentration war mit 280 µg/l geringfügig höher als im tiefen Westbecken. In elf Meter Tiefe hatte sich im Ostbecken die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration von 42 µg/l (2017) auf 20 µg/l halbiert, die Werte lagen zwischen minimal 13 µg/l und maximal 42 µg/l. Die mittlere Ammonium-Stickstoff-Konzentration betrug 87 µg/l und stieg auf maximal 151 µg/l einhergehend mit einem völligen Sauerstoffschwund im August an. Im Ostbecken konnte bei isothermen Verhältnissen von 3,6 °C am 12. März die Frühjahreszirkulation und am 19. November bei 10,2 °C die Herbstzirkulation beobachtet werden. Auch im Westbecken waren die Frühjahreszirkulation bei 2,8 °C und die beginnende Herbstzirkulation an der Zunahme der Sauerstoffsättigung in 45 m Tiefe zu erkennen. Im Ostbecken stieg infolge der Wasserzirkulation im Frühjahr die Sauerstoffsättigung in der Tiefe auf 100 % an. Mit der sommerlichen Erwärmung und der damit verbundenen Temperaturschichtung war ab August als Folge des mikrobiellen Abbaus organischer Substanzen ein Sauerstoffschwund schon in acht Meter Tiefe zu beobachten. Die Sichttiefenwerte des Ostbeckens lagen 2018 zwischen minimal 2,9 und maximal 5,3 m. Das epilimnische Algen-Biovolumen war im Mittel mit 0,602 mm³/l sehr gering. Dementsprechend niedrig war auch die Chlorophyll-a-Konzentration mit Werten zwischen 2 µg/l und 8 µg/l. Der Vergleich der mittleren epilimnischen Gesamt-Phosphor-Konzentration der beiden Seebecken im Betrachtungszeitraum von 2016 bis 2018 (nachstehende Abbildung) zeigt im Ostbecken höhere Konzentrationen als im Westbecken. Dies bedeutet, dass ein Teil des über den Zufluss eintreffenden Gesamt-Phosphors im Ostbecken aufgefangen wird und ein Ausgleich mit dem Westbecken nicht zur Gänze stattfindet. Mit Hilfe der Absetzbecken wird auch dieser Eintrag in den See weiter verringert werden.

Die 2018 ermittelten Biovolumina des Phytoplanktons (Algen) im Ost- und Westbecken des Ossiacher Sees sind der nachstehenden Tabelle für die Tiefenbereiche Epilimnion (0 - 6 m) und
Metalimnion (7 – 12 m) zu entnehmen

Die Algengemeinschaft der beiden untersuchten Becken des Ossiacher Sees ließ 2018 durchaus einen Unterschied erkennen. Die Kieselalgen (Bacillariophyceae) als typische Frühjahresformen waren von März bis Juni in beiden Becken und beiden Tiefenbereichen (Epilimnion: 0 – 6 m und Metalimnion: 7 – 12 m) mit bis zu maximal 64 % vertreten. Im Westbecken war Tabellaria fenestrata und im Ostbecken dazu auch die Art Asterionella formosa dominant. Während des Sommers nahm der Biovolumsanteil der Kieselalgen in beiden Seebecken deutlich ab und erzielte erst wieder im November bis zu 30 %. Die Grünalgen (Chlorophyceae) spielten nur im Westbecken eine größere Rolle, ihr Biovolumsanteil bewegte sich zwischen 33 % im März und 5 % im November. Die Goldalgen (Chrysophyceae) insbesondere mit Dinobryon divergens waren vor allem in den Frühjahresmonaten anzutreffen. Sie kamen im Westbecken vorwiegend im Epilimnion und im Ostbecken in beiden Tiefenbereichen vor. Die Schlundalgen (Cryptophyceae) kamen in beiden Seebecken mit einem Biovolumsanteil von maximal 35 % vor. Im Westbecken hielten sie sich im Epilimnion in geringerem Ausmaß auf als im Metalimnion. Im Ostbecken hingegen waren die Tiefenbereiche ähnlich dicht besiedelt. Die fädige Planktothrix rubescens dominierte die Blaualgenpopulation (Cyanophyceae) und war entsprechend ihrer Vorliebe für kühlere Bereiche im Metalimnion zu finden. Im Westbecken kam sie auf rund 50 % während sie den Ostteil des Sees mit maximal 20 % besiedelte. Auch die Panzeralgen (Dinophyceae) kamen in beiden Becken das ganze Jahr über vor. Am häufigsten traten sie im Epilimnion des Ostbeckens auf. Insgesamt wurden 2018 aus beiden Becken anhand aller Algenproben 156 Arten aus 11 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae, Haptophyceae, Unbestimmbare Formen; Xanthophyceae) bestimmt.
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NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)65,145,8
Temperatur (°C)0 m616,82,826,4
pH-Wert1 m68,57,99,7
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m6242235250
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 30 m60,8780,5351,194
Chlorophyll a (µg/l)0 - 30 m630,59
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 45 m6131016
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m613923
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m6< 2< 23
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m625871441
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m61,0610,691,501
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m64,228
Gesamt-Phosphor (µg/l) 45 m6231365
Ammonium-Stickstoff (µg/l)45 m621< 479
Sauerstoff (mg/l)45 m65,51,711,1
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Ossiacher See

Allgemeine Informationen:

Der drittgrößte See Kärntens mit 10,79 km² ist der Ossiacher See. Er ist seit jeher ein beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Die natürliche Umgebung und die angenehm hohen Wassertemperaturen, bis 27 °C ziehen im Sommer Badefreunde an seine Ufer. 6 Strandbäder laden zum Verweilen ein.

Eingebettet zwischen bewaldeten Hängen. Der Name Ossiach leitet sich aus dem slawischen Wort osoje ab, was soviel wie Schattenseite bedeutet. Der Ossiacher See befindet sich zwischen den bewaldeten Steilabfällen der Gerlitzen im Norden und den westlichen Ausläufern der Ossiacher Tauern im Süden. Das Seebecken liegt eingesenkt in altkristalline Gesteinsmassen, die zum Teil von glazialem Schotter bedeckt sind. 2 Becken, die durch eine Schwelle in 10 m Tiefe voneinander getrennt sind, prägen den See. Das östliche, kleinere Becken (3,9 km²) hat eine Tiefe von 11 m, das westliche, große Becken (6,9 km²) ist mehr als 52 m tief. Da große Bereiche des Sees flach sind, ist seine mittlere Tiefe mit 19,6 m im Vergleich zu seiner Fläche relativ gering.

Sanierungsprojekt Bleistätter Moor. Der Hauptzufluss Tiebel mit 1.750 l/s und einige kleinere Bäche aus dem Gebiet der Gerlitzen speisen den See. Die Zuflüsse aus dem Süden sind nur unbedeutend. Im Osten des Sees liegt das von der Tiebel durchflossene Bleistätter Moor mit einer Fläche von etwa 6 km². In den 1930er Jahren wurde das Moor durch Drainagen und Poldergräben entwässert und wird seither landwirtschaftlich intensiv genutzt. Pumpstationen fördern die nährstoffreichen Drainwässer in die Tiebel und in weiterer Folge in den Ossiacher See. Im Rahmen des Renaturierungsprojektes Bleistätter Moor sollen Teile des Poldergebietes restrukturiert und geflutet werden. Ziel ist die Reduktion des Schwebstoff- und Nährstoffeintrages in den Ossiacher See.
Der Abfluss, der Ossiacher Seebach, liegt im Jahresmittel zwischen 2.610 l/s (1986) und 5.890 l/s (1965). Der langjährige Jahresmittelwert beträgt 3.320 l/s.

Badewasserqualität – limnologisch einwandfrei. In limnologischer Hinsicht ist der Ossiacher See dem schwach mesotrophen, mäßig mit Nährstoffen belasteten Seetyp mit einwandfreier Badewasserqualität zuzuordnen. Der Ossiacher See ist holomiktisch, das heißt er wird während der Zirkulationsphasen im Frühjahr und Spätherbst bis zum Grund durchmischt. In den Sommermonaten erwärmt sich das Oberflächenwasser auf mehr als 24 °C. Der Wasserkörper ist von Mai bis November streng geschichtet. Die Oberflächenschicht, das Epilimnion, reicht bis rund 6 m Tiefe, darunter wird es im Sommer rasch kälter, so dass bis in ca. 15 m Tiefe eine Wassertemperatur von 4 bis 5 °C erreicht ist. Die Eisbedeckung dauert nur wenige Wochen, in milden Wintern bildet der Ossiacher See keine Winterdecke aus. Die limnologische Entwicklung des Ossiacher Sees wird schon seit 1931 beobachtet.

Naturbelassene See- und Uferbereiche des Ossiacher Sees wurden zu Natur- und Landschaftsschutzgebieten erklärt. Sieben Schutzgebiete nehmen eine Fläche von rund 370 Hektar ein.
NSG Tiebelmündung: 30,5 ha, LGBl. Nr. 30/1959, 19/1960, 16/1968
NSG Jammernspitz: 5,1 ha, LGBl. Nr. 31/1959, 19/1960
NSG Meerspitz: 8 ha, LGBl. Nr. 65/1957
NSG Ossiacher See - Westbucht: 8 ha, LGBl. Nr. 15/1964
LSG Ossiacher See - Ost: 284 ha, LGBl. Nr. 26/1970
LSG Ossiacher See - Westbucht: 20 ha, LGBl. Nr. 37/1970
LSG Bodensdorf: 10 ha, LGBl. Nr. 25/1970

Morphometrische Daten

Ossiacher See - Geographische Daten
Geographische Länge13,92918118
Geographische Breite46,66114381
Seehöhe [m ü. A.]501
Ossiacher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]10,787499
Max. Tiefe [m]52,6
Mittlere Tiefe [m]19,6
Volumen [m³]206.283.798
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]1,8
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]3550
Einzugsgebiet [km²]162,91

Tiefenkarte

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Tourismus:

Ein beliebtes Urlaubsziel. Der Ossiacher See, wurde bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von „Sommerfrischlern“ besucht. Heute bieten die vielen Hotels und Gastronomiebetriebe in den angrenzenden Ortschaften den Gästen zahlreiche Erholungsmöglichkeiten und Aktivitäten an. Bekannt ist das Stift Ossiach am Südufer, nicht nur wegen des 1024 gegründeten, späteren Benediktiner Klosters, sondern vor allem wegen der hier stattfindenden Veranstaltungen im Rahmen des Carinthischen Sommers.
Im Umland des Ossiacher Sees hat sich ein reger Fremdenverkehr entwickelt. Die Zahl der Nächtigungen ist von ca. 100.000 zu Beginn der 50er Jahre auf etwa 2 Millionen angestiegen. Annenheim, Sattendorf, Bodensdorf, Steindorf und Ossiach sind die wichtigsten Urlaubsorte direkt am See, die größte Stadt im Einzugsgebiet ist Feldkirchen mit etwa 7.800 Einwohnern.

Mit dem Fahrrad um den See. Sie können den Ossiacher See mit Fahrrad umrunden. Die Tour führt durch das am Westende des Sees gelegene Laichschongebiet am Ossiacher Seebach (Seeabfluss des Ossiacher Sees). Ein 6,6 ha großes Feuchtgebiet, das durch seine reiche Strukturierung Fischen, Pflanzen, Wasser- und Singvögel Schutz und Nahrung bietet.
Nahe der Stadt Feldkirchen, östlich des Sees, befindet sich ein kleiner Fughafen (ICAO-Kennung: LOKF; Tel.: +43 (0) 4276 2707) für Segelflieger. Am Ossiacher See verkehren von Anfang Mai bis Ende Oktober zwei Linienschiffe, die 9 Anlegestellen anfahren. 

Stift Ossiach  
Burg Landskron Adler-Arena
Affenberg
Kanzelbahn auf die Gerllitzen

Fischbestand:

Nach einer in den Jahren 1994 bis einschließlich 1997 durchgeführten fischereilichen Untersuchung (FARKAS & OLSACHER, 1998) wurden im Ossiacher See folgende 21 Fischarten nachgewiesen:


Rückgang des Fischartenreichtums. Von den von Findenegg angeführten Fischarten konnte kein Nachweis mehr erbracht werden. Entweder ist ihr Bestand nur mehr sehr gering oder bereits nicht mehr vorhanden. Der Rückgang des Bitterling-Bestandes dürfte Hand in Hand mit dem Rückgang der Großmuscheln stattgefunden haben. Der ursprünglich sehr gute Welsbestand im Ossiacher See ist vermutlich infolge von Eutrophierungserscheinungen stark dezimiert worden. Früher wurden auffallend große Exemplare von Welsen gefangen, etwa im Jahre 1946 ein Waller mit 65 kg und einer Länge von 230 cm. FINDENEGG (1934) gibt das Vorkommen des Nerflings für den See an. Dabei beruft er sich auf Angaben des Biologen Haempel. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um den Aitel. **Der Hauptfisch im Ossiacher See ist die Brachse, die ca. 30% des Gesamtbestandes ausmacht. Bei einer während der Laichzeit dieser Fischart durchgeführten Elektrobefischung konnten an einem Tag rund 10 t gefangen werden. Der Rotaugenbestand im Ossiacher See scheint überaltert zu sein, es werden überwiegend große Exemplare gesichtet, der Bestand an jungen Rotaugen ist gering. Auch die Fangzahlen von Hechten sind stark rückgängig, dies kann auf den starken Rückgang des Makrophytenbestandes zurückzuführen sein. Dem Hecht fehlen dadurch geeignete Laichbedingungen und Futterfische, die sich in diesen Bereichen aufhalten. *Nachdem ein Besatz mit Coregonen im 19. Jahrhundert keinen Erfolg brachte, wurden sie im Ossiacher See im Jahre 1982 erneut eingesetzt. Nach einiger Zeit hat sich eine eigene Population entwickelt. *Die Reinanke nimmt mit 10% des Fischbestandes die dritte Stelle nach Brachse und Rotauge ein. Der Bestand an Forellenartigen (Regenbogenforelle, Seeforelle) ist aufgrund der relativ hohen Sommertemperatur und dem Fehlen geeigneter Laichplätze äußerst gering. **Für den Angelsport werden jährlich Karpfen besetzt, es findet keine natürliche Vermehrung statt. Der Bestand an Lauben ist in letzter Zeit stark zurückgegangen. Die Lauben bildeten vor allem früher einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung für Welse. Hartmann (1898) berichtet, dass die Lauben zur Laichzeit in Massen gefangen wurden und als Zutat zu Kartoffeln, Sterz oder Polenta im Winter verzehrt wurden. Eine Ursache für den Rückgang des Laubenbestandes dürfte der hohe Bestand der eingeschleppten Wandermuschel (Dreissena polymorpha) sein, die dazu führt, daß die Lauben ihre angestammten Laichplätze meiden (FARKAS & OLSACHER, 1998). Die jährlichen Erträge am Ossiacher See liegen trotzdem noch bei ca. 20 kg/ha. **Flachwasserbiotop als Laichgebiet. Anfang 2000 wurde beim Abfluss des Sees ein ca. 5 ha großes Flachwasserbiotop errichtet. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass das Biotop vor allem als Laichgebiet und Lebensraum für Rotaugen, Rotfedern, Barsche, Lauben, Hechte und Welse dient. Bereits nach Flutung wurden im Frühjahr massenhaft Lauben sowie Hechte im Biotop gesichtet. Der Flachwasserbereich wirkt sich positiv auf den gesamten Fischbestand des Ossiacher Sees aus. **Angelfischerei. Der Ossiacher See ist in über 30 Fischereiparzellen aufgeteilt.

Krebsvorkommen:

Von Sporttauchern wurden in den letzten Jahren wiederholt Edelkrebse (Astacus astacus) im See beobachtet. Diese sind vermutlich über kleine Zuflüsse aus den Teichen der Ossiacher Tauern, wo sie häufig vorkommen, eingewandert. In den letzten Jahren konnten auch vereinzelt Edelkrebse am oberen Ende des Seebaches, dem Abfluss des Ossiacher Sees, beobachtet werden. Der Ossiacher See ist jenes Gewässer in dem 1880 erstmals nachweislich die Krebspest in Kärnten aufgetreten ist (HAWLITSCHEK, 1892). Bis zum Auftreten der Krebspest zu Ende des vorigen Jahrhunderts, waren nahezu alle Seen Kärntens von einem dichten Edelkrebsbestand besiedelt. Die Krebspest, eine durch einen Schlauchpilz (Aphanomyces astaci) verursachte Seuche, ist in Kärnten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in mehreren Wellen aufgetreten und hat einen Schaden ungeheuren Ausmaßes angerichtet. Durch das wiederkehrende Auftreten der Krebspest aber auch durch den Besatz von Aalen, eine ursprünglich in unseren Gewässern nicht heimische Fischart, konnten sich in den meisten größeren Kärntner Seen keine dichten Flusskrebsbestände mehr entwickeln.
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