Kärntner Seen - Bericht

Maltschacher See

Trophie: eutroph

Die Gesamt-Phosphor-Konzentration und das Algen-Biovolumen waren 2018 ausschlaggebend für die Einstufung des Maltschacher Sees als eutrophes Gewässer.

Die mittleren Gesamt-Phosphor-Konzentrationen im Epilimnion (0 – 4 m) haben von 2016 bis 2018 kontinuierlich zugenommen, die Jahresmittel stiegen von 23 µg/l (mesotroph) auf 42 µg/l an. Auch über Grund (4 m Tiefe) nahm die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration von 36 µg/l auf 58 µg/l zu.

Ein Anstieg war auch beim Nährstoffparameter Stickstoff zu verzeichnen. Zum einen wuchs die mittlere Nitrat-Stickstoff-Konzentration im Epilimnion von 10 µg/l (2017) auf 71 µ/l an, zum anderen legte auch die mittlere Ammonium-Stickstoff-Konzentration in der Tiefe von 6 µg/l (2017) auf 386 µ/l zu.

Entsprechend der erhöhten Nährstoff-Konzentrationen war ein erhöhtes Algenaufkommen zu beobachten, sodass auch das mittlere Algenbiovolumen von 3,641 mm³/l die Klassifizierung eutroph untermauerte. Die grundnahe Sauerstoffgehalt war an beiden Untersuchungsterminen Mitte Mai (5,5 mg/l) und Ende August (5,8 mg/l) gut, was auf die rege Assimilationstätigkeit der Schwebealgen und Wasserpflanzen zurückzuführen ist.

Die Sichttiefe als Maß für die Gewässertrübe betrug Mitte Mai 2,2 m und Ende August geringe 1,2 m. Die geringe Transparenz des Wassers Ende August war durch die verstärkte Algenentwicklung (4,51 mm³/l) bedingt.

Im Rahmen der routinemäßigen hygienischen Überwachung der Badestellen (Abt. 5 Gesundheit) Ende August (28.08.2018) legten die geringe Sichttiefe von 1,4 m und die Beobachtung von oberflächlichen Schlieren am Maltschacher See den Verdacht einer Blaualgenblüte (Cyanobakterien bzw. Cyanophyceae) nahe. Die dazu entnommene Probe wurde vom Kärntner Institut für Seenforschung mikroskopisch hinsichtlich der Blaualgenmenge untersucht. Aufgrund des hohen Blaualgen-Biovolumens (5,949 mm³/l) und des mit 5,228 mm³/l hohen Anteils der potentiell Toxin bildenden Art Microcystis sp. wurde die Bestimmung von Cyanobakterientoxine (hepato- neurotoxischer Peptide) bei der AGES (Institut für Hydroanalytik Linz) in Auftrag gegeben. Demnach waren Cyanobakterientoxine gelöst im Wasser nicht belegbar, wurden aber in den Algenzellen in äußerst geringen Mengen nachgewiesen.

Das Algen-Biovolumen des Maltschacher Sees betrug Mitte Mai (17.05.2018) 2,770 mm³/l. Es dominierten die Goldalgen (Chrysophyceae) mit 46 % das Algen-Biovolumen, sie kamen vorwiegend mit den Arten Dinobryon divergens und Mallomonas caudata vor. Die Schlundalgen (Cryptophyceae) traten besonders mit Cryptomonas sp. und Rhodomonas minuta var. nannoplanktica auf und erzielten einen Biovolumsanteil von 15 %. Die Grünalgen (Chlorophyceae) erzielten mit 19 Arten 12 % und die Schmuckalgen (Conjugatophyceae) fast ausschließlich mit der Art Closterium acutum var. variabile erlangten einen Anteil von 10 %. Ende August (29.08.2018) wurde mit 4,511 mm³/l ein deutlich höheres Algenbiovolumen ermittelt. Wie die Probe des Vortages vom 28. August vermuten ließ, dominierten die Blaualgen mit 69 % das Biovolumen, wobei überwiegend Microcystis wesenbergii zu erkennen war. Wieder nahmen die Grünalgen mit 19 Arten 12 % des Biovolumens ein. Insgesamt wurden anhand der entnommenen Algenproben 100 Arten aus 10 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae, Versch. Formen, Xanthophyceae) bestimmt.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)21,71,22,2
Temperatur (°C)0 m220,718,722,7
pH-Wert1 m28,78,49
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2231226235
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2423449
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m23< 23
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 5 m271< 11137
Phytoplankton (mm³/l)0 - 5 m23,6412,774,511
Chlorophyll a (µg/l)0 - 5 m2141315
Gesamt-Phosphor (µg/l) 5 m2583680
Ammonium-Stickstoff (µg/l)5 m2386< 4770
Sauerstoff (mg/l)5 m25,75,55,8
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Maltschacher See

Allgemeine Informationen:

Einladende Wassertemperaturen im Sommer. Der Maltschacher See lockt Urlauber aus nah und fern in ein gemütliches autofreies Familienferiendorf südöstlich von Feldkirchen. Die Wassertemperatur des Sees erreicht in den heißen Sommermonaten, bedingt durch die geringe Tiefe von rund 7 Metern und das geringe Volumen, einladende 27 °C. Zwei Strandbäder laden zum Verweilen ein.

Flache Hügel umgeben den See, der in einer Senke südlich des Glantals liegt. Das hydrographische Einzugsgebiet des Sees, das vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wird, liegt eingebettet im metamorphen Gestein des frühen Erdaltertums (Paläozoikums 542 – 251 Millionen Jahre), der Gurktaler Decke. Der See ist eiszeitlichen Ursprungs.

An das Westufer des Maltschacher Sees grenzt ein Niederungsmoor. Im Süden entwässert der Maltschacher Bach den Maltschacher See und speist den Strußnigteich, der im 18. Jahrhundert durch Aufstauen von flachen, nassen Senken entstanden ist. Dem See fehlen nennenswerte oberflächliche Zuflüsse.

Natürliche Uferbestände. Ursprünglich hatte der See entlang seiner Ufer einen dichten Makrophyten- und Schilfgürtel. Im Jahr 1975 wurden 930 kg Amurkarpfen eingesetzt. Diese Fische vernichteten im Laufe der Zeit sowohl die Wasserpflanzenbestände als auch den Schilfgürtel. Außerdem verursachten sie einen hohen Schwebealgenbestand sowie eine dunkle, grünbraune Vegetationsfärbung. In dieser Zeit traten im Sommer regelmäßig intensive Algenblüten auf. Seit fast 2 Jahrzehnten ist der See nachweislich frei von Amurkarpfen (Friedl 1991), Wasserpflanzen und Schilfgürtel sind wieder reichlich vorhanden. Die Ufer sind mit einigen Ausnahmen in einem weitestgehend naturnahen Zustand.

Morphometrische Daten

Maltschacher See - Geographische Daten
Geographische Länge14,14357912
Geographische Breite46,70419841
Seehöhe [m ü. A.]594
Maltschacher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,129023
Max. Tiefe [m]6,7
Mittlere Tiefe [m]4,2
Volumen [m³]537.688
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]9,4
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]1
Einzugsgebiet [km²]1

Tiefenkarte

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Tourismus:

Wintersport. Neben den sommerlichen Freizeitaktivitäten, lädt im Winter die tragende Eisdecke des Maltschacher Sees regelmäßig zum Eislaufen und zum traditionellen Eisstockschießen ein. Seit einigen Jahren wird zum Jahreswechsel der „Silvesterpfad“ veranstaltet, der entlang von Ständen und Anziehungspunkten rund um den See führt.

Fischbestand:

Im Maltschacher See leben folgende 15 Fischarten:


15 Fischarten. Der Maltschacher See ist ein Fried- und Raubfischgewässer in dem 15 verschiedene Fischarten vorkommen. Zu den Hauptfischarten zählen Barsch, Güster und Laube. Außerdem erfolgte ein starker Besatz mit Karpfen, Schleien und Zandern. Ihr Bestand hat sich mit dem Wiederaufkommen des Pflanzengürtels verbessert. Diese Arten hatten unter der Vernichtung der Wasserpflanzen durch den Besatz mit Amurkarpfen im Jahr 1975 stark gelitten.
Die Fische des Maltschacher Sees weisen insgesamt ein relativ geringes Wachstum auf, der Barschbestand kann als verbuttet angesehen werden. Hauptgründe sind die starke Fortpflanzungsrate und das geringe Nahrungsangebot an benthischen Organismen.

Fehlen von Makrophyten. Aufgrund des Fehlens submerser Makrophyten, bedingt durch den Besatz von Graskarpfen, konnten sich nach 1975 die für die Fischereiwirtschaft wichtigen Arten wie Schleie, Karpfen und Hecht nicht fortpflanzen und nur schlecht entwickeln. Die extrem an Wasserpflanzen gebundenen Fischarten wie Karausche und Rotfeder konnten auch aus diesen Gründen im Maltschacher See nicht mehr beobachtet werden.
Zwischenzeitlich hat sich durch die Verringerung des Amurkarpfenbestandes ein reichlicher Wasserpflanzenbestand entwickelt, so dass mit einer Verbesserung des Fischbestandes zu rechnen ist. Seit drei Jahren werden Makrophyten gemäht. Im Jahre 1986 wurden auch Seeforellen (Salmo trutta f. lacustris) nachgewiesen, diese Fischart konnte sich aber nicht behaupten.

Teichmuscheln als Brutplatz. Erwähnenswert ist das Vorkommen des Bitterlings, der als Brutplatz für seine Nachkommen den Kiemenraum von Teichmuscheln benötigt. Zur Laichzeit zwischen April und Juni wächst dem Weibchen hinter der Afteröffnung eine 5 bis 6 cm lange Legeröhre. So ausgerüstet legt sie ihre Eier im Kiemenraum der Muscheln ab. In der Nähe der Muscheln entlassen die Männchen ihre Spermien. Mit dem Atemwasser gelangen die Spermien in den Kiemenraum und befruchten die Eier. Das Vorkommen des Bitterlings weist auf einen gesunden Teichmuschelbestand hin.

Angelfischereiliche Nutzung. Der Maltschacher See wird ausschließlich angelfischereilich genutzt. Die Angelsaison geht von Anfang Mai bis Anfang November.

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