Kärntner Seen - Bericht

Maltschacher See

Trophie: eutroph

Gesamt-Phosphor-Konzentration und Algenchlorophyll waren 2019 ausschlaggebend für die Einstufung des Maltschacher Sees als eutrophes Gewässer.


Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration im Epilimnion (0 - 5 m) hat von 2017 auf 2019 zugenommen, das Jahresmittel stieg von 31 µg/l (schwach eutroph) auf 42,7 µg/l an. Auch über Grund nahm die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration von 36 µg/l auf 53 µg/l zu. Die mittlere Nitrat-Stickstoff-Konzentration im Epilimnion lag 2019 unter der Bestimmungsgrenze von 60 µg/l, 2018 lag die Konzentration mit 71 µg/l knapp darüber. Ein Rückgang war auch bei der mittleren Ammonium-Stickstoff-Konzentration in der Tiefe zu sehen, diese sank von 386 µg/l (2018) auf 102 µg/l. Entsprechend der hohen Phosphor-Konzentration war ein erhöhtes Algenaufkommen anhand der Chlorophyll-a-Konzentrationen zu verzeichnen. Das ermittelte Algen-Biovolumen von 1,50 mm³/l hingegen war deutlich geringer als im Vorjahr (3,64 mm³/l).


Die grundnahe Sauerstoffsituation war Mitte Mai (9,5 mg/l) sehr gut und Ende August (4,6 mg/l) gut, was auf der regen Assimilationstätigkeit der Schwebealgen und Wasserpflanzen beruhte.


Die Sichttiefe als Maß für die Gewässertrübe betrug Mitte Mai 2,3 Meter und Ende August 1,1 Meter. Die Transparenz des Sees war weniger durch die Algenmenge, sondern vielmehr durch organische Schwebstoffe getrübt. Einen Hinweis darauf lieferte der hohe Gehalt an organischem Kohlenstoff (TOC: 10 mg/l).


Auch wenn das mittlere Algen-Biovolumen im Epilimnion im Grenzbereich von schwach mesotroph zu mesotroph lag und die Chlorophyllwerte auf den schwach eutrophen Bereich deuteten, war der Maltschacher See aufgrund der Gesamt-Phosphor-Konzentration als eutroph einzustufen.


Die Algengemeinschaft setzte sich im Frühjahr hautsächlich aus Panzeralgen (Dinophyceae), Grünalgen (Chlorophyceae) und Goldalgen (Chrysophyceae) zusammen. Die Blaualgen (Cyanophyceae) waren zu diesem Zeitpunkt unterrepräsentiert, diese übernahmen im August besonders mit coccalen Vertretern die Vorherrschaft.


Insgesamt wurden 98 Arten aus 9 Algengruppen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae und Unbestimmbare Formen) bestimmt.


nähere Informationen


2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)21,71,12,3
Temperatur (°C)0 m219,715,823,6
pH-Wert1 m28,38,28,5
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2223219227
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m242,734,750,7
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2<2<2<2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 5 m2<60<60<60
Sauerstoff (mg/l)0 - 5 m27,14,69,5
Phytoplankton (mm³/l)0 - 5 m21,51,51,5
Chlorophyll a (µg/l)0 - 5 m222,622,222,9
Gesamt-Phosphor (µg/l) 5 m2533968
Ammonium-Stickstoff (µg/l)5 m210251152
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
Maltschacher See

Allgemeine Informationen:

Einladende Wassertemperaturen im Sommer. Der Maltschacher See lockt Urlauber aus nah und fern in ein gemütliches autofreies Familienferiendorf südöstlich von Feldkirchen. Die Wassertemperatur des Sees erreicht in den heißen Sommermonaten, bedingt durch die geringe Tiefe von rund 7 Metern und das geringe Volumen, einladende 27 °C. Zwei Strandbäder laden zum Verweilen ein.

Flache Hügel umgeben den See, der in einer Senke südlich des Glantals liegt. Das hydrographische Einzugsgebiet des Sees, das vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wird, liegt eingebettet im metamorphen Gestein des frühen Erdaltertums (Paläozoikums 542 – 251 Millionen Jahre), der Gurktaler Decke. Der See ist eiszeitlichen Ursprungs.

An das Westufer des Maltschacher Sees grenzt ein Niederungsmoor. Im Süden entwässert der Maltschacher Bach den Maltschacher See und speist den Strußnigteich, der im 18. Jahrhundert durch Aufstauen von flachen, nassen Senken entstanden ist. Dem See fehlen nennenswerte oberflächliche Zuflüsse.

Natürliche Uferbestände. Ursprünglich hatte der See entlang seiner Ufer einen dichten Makrophyten- und Schilfgürtel. Im Jahr 1975 wurden 930 kg Amurkarpfen eingesetzt. Diese Fische vernichteten im Laufe der Zeit sowohl die Wasserpflanzenbestände als auch den Schilfgürtel. Außerdem verursachten sie einen hohen Schwebealgenbestand sowie eine dunkle, grünbraune Vegetationsfärbung. In dieser Zeit traten im Sommer regelmäßig intensive Algenblüten auf. Seit fast 2 Jahrzehnten ist der See nachweislich frei von Amurkarpfen (Friedl 1991), Wasserpflanzen und Schilfgürtel sind wieder reichlich vorhanden. Die Ufer sind mit einigen Ausnahmen in einem weitestgehend naturnahen Zustand.

Morphometrische Daten

Maltschacher See - Geographische Daten
Geographische Länge14,14357912
Geographische Breite46,70419841
Seehöhe [m ü. A.]594
Maltschacher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,129023
Max. Tiefe [m]6,7
Mittlere Tiefe [m]4,2
Volumen [m³]537.688
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]9,4
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]1
Einzugsgebiet [km²]1

Tiefenkarte

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Tourismus:

Wintersport. Neben den sommerlichen Freizeitaktivitäten, lädt im Winter die tragende Eisdecke des Maltschacher Sees regelmäßig zum Eislaufen und zum traditionellen Eisstockschießen ein. Seit einigen Jahren wird zum Jahreswechsel der „Silvesterpfad“ veranstaltet, der entlang von Ständen und Anziehungspunkten rund um den See führt.

Fischbestand:

Im Maltschacher See leben folgende 15 Fischarten:


15 Fischarten. Der Maltschacher See ist ein Fried- und Raubfischgewässer in dem 15 verschiedene Fischarten vorkommen. Zu den Hauptfischarten zählen Barsch, Güster und Laube. Außerdem erfolgte ein starker Besatz mit Karpfen, Schleien und Zandern. Ihr Bestand hat sich mit dem Wiederaufkommen des Pflanzengürtels verbessert. Diese Arten hatten unter der Vernichtung der Wasserpflanzen durch den Besatz mit Amurkarpfen im Jahr 1975 stark gelitten.
Die Fische des Maltschacher Sees weisen insgesamt ein relativ geringes Wachstum auf, der Barschbestand kann als verbuttet angesehen werden. Hauptgründe sind die starke Fortpflanzungsrate und das geringe Nahrungsangebot an benthischen Organismen.

Fehlen von Makrophyten. Aufgrund des Fehlens submerser Makrophyten, bedingt durch den Besatz von Graskarpfen, konnten sich nach 1975 die für die Fischereiwirtschaft wichtigen Arten wie Schleie, Karpfen und Hecht nicht fortpflanzen und nur schlecht entwickeln. Die extrem an Wasserpflanzen gebundenen Fischarten wie Karausche und Rotfeder konnten auch aus diesen Gründen im Maltschacher See nicht mehr beobachtet werden.
Zwischenzeitlich hat sich durch die Verringerung des Amurkarpfenbestandes ein reichlicher Wasserpflanzenbestand entwickelt, so dass mit einer Verbesserung des Fischbestandes zu rechnen ist. Seit drei Jahren werden Makrophyten gemäht. Im Jahre 1986 wurden auch Seeforellen (Salmo trutta f. lacustris) nachgewiesen, diese Fischart konnte sich aber nicht behaupten.

Teichmuscheln als Brutplatz. Erwähnenswert ist das Vorkommen des Bitterlings, der als Brutplatz für seine Nachkommen den Kiemenraum von Teichmuscheln benötigt. Zur Laichzeit zwischen April und Juni wächst dem Weibchen hinter der Afteröffnung eine 5 bis 6 cm lange Legeröhre. So ausgerüstet legt sie ihre Eier im Kiemenraum der Muscheln ab. In der Nähe der Muscheln entlassen die Männchen ihre Spermien. Mit dem Atemwasser gelangen die Spermien in den Kiemenraum und befruchten die Eier. Das Vorkommen des Bitterlings weist auf einen gesunden Teichmuschelbestand hin.

Angelfischereiliche Nutzung. Der Maltschacher See wird ausschließlich angelfischereilich genutzt. Die Angelsaison geht von Anfang Mai bis Anfang November.

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