Kärntner Seen - Bericht

Linsendorfer See

Trophie: schwach mesotroph

Aufgrund der verringerten Gesamt-Phosphor-Konzentration wurde der Linsendorfer See 2018 wieder als oligotrophes Gewässer eingestuft.

Die Gesamt-Phosphor-Konzentration betrug 2018 an beiden Untersuchungsterminen 9 µg/l. Das im Vergleich zum Vorjahr (2017:15 µg/l; schwach mesotroph) deutlich geringere Jahresmittel war ausschlaggebend für die Bewertung oligotroph. Ein Sauerstoffschwund wie er im September 2016 (0,8 mg/l) auftrat war im grundnahen Wasserkörper nicht zu beobachten. Entsprechend der guten Sauerstoffsituation in fünf Meter Tiefe war die mittlere Ammonium-Stickstoff-Konzentration mit 28 µg/l gering. Die Nitrat-Stickstoff-Konzentration des Epilimnions (0 – 5 m) lag mit mittleren 524 µg/l innerhalb des langjährigen Schwankungsbereiches. 2018 war der Linsendorfer See sehr klar, die Sichttiefe als indirektes Maß für die Algenmenge betrug minimal 3,6 und maximal 4,2 m. Die Werte gaben das geringe Jahresmittel der Chlorophyll-a-Konzentration (2,5 µg/l) wieder und ließen auf eine geringe Schwebealgenmenge schließen. Da der See ein ehemaliger Seitenarm der Drau ist und vom Flusswasser gespeist wird, erwärmt er sich nur mäßig. 2018 betrug die Wassertemperatur an der Oberfläche im Mai erfrischende 14,1 °und Anfang September 17,2 °C.

Im Linsendorfer See haben sich in den letzten Jahren die Unterwasserpflanzen großflächig ausgebreitet. Aus gewässerökologischer Sicht sind Wasserpflanzen ein natürlicher Bestandteil eines stehenden Gewässers. Wasserpflanzen bilden sich üblicherweise dort, wo geeignetes Substrat vorhanden ist und das Licht bis zum Gewässergrund reicht. Sie liefern einen wichtigen Beitrag zur Reinhaltung des Gewässers, nehmen Nährstoffe auf und produzieren den lebenswichtigen Sauerstoff. Oft aber werden sie von Badenden als unangenehm und störend empfunden, sodass gegebenenfalls eine behördliche Genehmigung zur Beseitigung von Wasserpflanzen für bestimmte Areale gegeben werden kann.

Die Algengemeinschaft des Linsendorfer Sees war im Frühsommer (15.05.2018) von zahlreichen Vertretern der Kieselalgen (Bacillariophyceae), die teils mittlere Häufigkeiten (Häufigkeit 3 der 5-stufigen Skala) erreichten, geprägt. Mit einer Häufigkeit von 4 war wie im Vorjahr die bäumchenförmige Goldalge (Chrysophyceae) Dinobryon sociale var. americanum dominant. Zum zweiten Temin Anfang September (05.09.2018) kamen mit Achnanthes sp. und Cymbella sp. zwei Kieselalgen häufig (Häufigkeit: 4) vor. Insgesamt wurden anhand der mikroskopischen Analysen 37 Arten aus 6 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae) bestimmt.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)23,634,2
Temperatur (°C)0 m215,714,117,2
pH-Wert1 m28,27,88,5
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2369365373
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2999
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 5 m2524443605
Phytoplankton (mm³/l)0 - 5 mn.a.
Chlorophyll a (µg/l)0 - 5 m22,523
Ammonium-Stickstoff (µg/l)5 m2281639
Sauerstoff (mg/l)5 m25,94,87
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Linsendorfer See

Allgemeine Informationen:

Im Zuge der Errichtung des Kraftwerkes Annabrücke an der Drau ist der Linsendorfer See aus einer ehemaligen Schleife der Drau entstanden. Er wird schwach durchflossen und nur in bescheidenem Maße als Badegewässer genutzt.

Morphometrische Daten

Linsendorfer See - Geographische Daten
Geographische Länge14,46215072
Geographische Breite46,56922395
Seehöhe [m ü. A.]403
Linsendorfer See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,03
Max. Tiefe [m]7,5



Fischbestand:

Im Linsendorfer See kommen folgende 18 Fischarten vor (ORSINI-ROSENBERG, mündl. Mitteilung):


Der Fischbestand ist einerseits von den Besatzmaßnahmen geprägt, andererseits von den aus der Drau einwandernden Arten.

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