Kärntner Seen - Bericht

Leonharder See

Trophie: mesotroph

Die mittleren Gesamt-Phosphor-Konzentrationen lagen mit 29 µg/l knapp innerhalb der mesotrophen Nährstoffklasse.

Im Mai war die Lichtdurchlässigkeit des Seewassers mit 3,1 m Sichttiefe relativ klar, im August war der See mit 1,8 m Sichttiefe stärker durch Planktonalgen getrübt.

Während die Gesamt-Phosphor-Konzentrationen im Vorjahr zwischen 18 µg/l und 50 µg/l schwankten, lagen die Werte im Untersuchungsjahr 2018 an beiden Terminen auf etwa gleichem Niveau um die 30 µg/l.

Aufgrund der geringen Tiefe des Sees gelangte auch bei verstärkten Abbauprozessen ausreichend Sauerstoff bis zum Grund. In 6 m Tiefe waren an beiden Terminen mindestens 5 mg/l gelöst.

Unverändert geringe Werte ergaben die Parameter Nitrat-Stickstoff (207 µg/l im Mittel) und Ammonium-Stickstoff (75 µg/l). Im Vergleich zum Vorjahr wurde 2018 mit mittleren 1,186 mm³/l ein geringeres Algenbiovolumen bestimmt. Die Chlorophyll-a-Konzentrationen wiesen im Mittel (21µg/l) auf einen höheren, schwach eutrophen Trophiestatus hin.

Die vorherrschenden eingestuften (taxonspezifischeTrophie-Scores) Algenarten spiegelten höhere Nährstoff-Gehalte (Planktolyngbya limnetica) wider.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)22,51,83,1
Temperatur (°C)0 m22019,220,8
pH-Wert1 m28,18,18,1
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2372366378
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2292633
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m22< 23
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m220724391
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m21,1860,4381,934
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 6 m229,12533,1
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m2211329
Gesamt-Phosphor (µg/l) 6 m2312934
Ammonium-Stickstoff (µg/l)6 m2756882
Sauerstoff (mg/l)6 m25,455,8
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Leonharder See

Allgemeine Informationen:

Im Villacher Becken, eingebettet in eine Schotterterrasse, die während des Gletscherrückzuges über ostalpinem Altkristallin abgelagert wurde, liegt der Leonharder See. Sein Becken ist ein ehemaliges Toteisloch. Die Ufer sind flach, Schilf- und Makrophytenbestände treten nur in geringem Umfang auf. Am nördlichen Seeufer liegt ein Hotelkomplex, wo eine Ufermauer das Aufkommen einer natürlichen Vegetation verhindert. Im Süden reichen landwirtschaftliche Nutzflächen unmittelbar bis an das Seeufer heran. Im Südosten befindet sich eine Badeanstalt mit ausgedehnter Liegewiese. Die übrigen Seeufer werden von mehreren privaten Badeplätzen eingenommen, die häufig aufgeschüttet wurden.

Der Abfluss des Vassacher Sees durchfließt ein flaches Moorgebiet und mündet nach einer Fließstrecke von etwa 300 m in den Leonharder See. Der Abfluss am Ostufer hat nur eine geringe Wasserführung.

Morphometrische Daten

Leonharder See - Geographische Daten
Geographische Länge13,85726946
Geographische Breite46,63010792
Seehöhe [m ü. A.]520
Leonharder See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,0229
Max. Tiefe [m]6,5
Mittlere Tiefe [m]3,6
Volumen [m³]82.252

Tiefenkarte

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Fischbestand:

Im Leonharder See kommen folgende 14 Fischarten vor (KREUZER, mündl. Mitteilung):


Nicht erlaubter Besatz. Im Jahr 2000 wurden vom örtlichen Fischereiverein Amurkarpen (Ctenopharyngodon idella) ohne Bewilligung besetzt. Dadurch kam es zu einer deutlichen Verschlechterung der Wasserqualität mit einem Anstieg der Algenbiomasse und Verringerung der Sichttiefe. Amurkarpfen fressen ab einer Temperatur von 18 °C Wasserpflanzen, durch die Darmpassage werden jedoch die Nährstoffe, die zuvor in den Wasserpflanzen gebunden waren, für verschiedene Algenarten zusätzlich verfügbar. Somit wird der gewünschte Effekt der Pflanzenreduktion nicht erreicht sondern die Situation sogar verschlechtert. Laut Kärntner Fischereigesetz ist der Besatz des nicht heimischen Amurkarpfens in Freigewässer verboten bzw. bewilligungspflichtig.

Krebsvorkommen:

Edelkrebsbestand. Der Leonharder See beherbergt eine Edelkrebspopulation (Astacus astacus).
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