Kärntner Seen - Bericht

Klopeiner See

Trophie: schwach mesotroph
Ökologischer Zustand:
Fische2016gut
Makrophyten2017gut
Phytoplankton (3-Jahresmittel)2018sehr gut

Die produktive Oberflächenschicht (0–6 m) des Klopeiner Sees wies 2018 einen höheren Nährstoffgehalt auf als in den Vergleichsjahren. Bei einer mittleren Gesamt-Phosphor-Konzentration von 11 µg/l und einer vermehrten Schwebealgenentwicklung wurde der See als schwach mesotroph eingestuft. Der ökologische Zustand des Sees wurde anhand des Qualitätselements Phytoplankton im 3-Jahresmittel (2016-2018) unverändert mit „sehr gut“ bewertet, für das Einzeljahr 2018 ergibt sich der „gute Zustand“.

Entsprechend dem größeren Angebot an Pflanzennährstoffen bildete sich 2018 eine etwas höheres Phytoplankton-Biovolumen (Jahresmittel: 0,60 mm³/l) als in den Jahren zuvor. Das stärkere Algenwachstum zeigte sich auch anhand der geringeren Sichttiefenwerte, die im Jahresverlauf zwischen 4,8 m (August) und 9,5 m (Juni) schwankten und im Mittel 7,1 m betrugen (2017: 8,9 m). Parallel zur Schwebealgenzunahme stieg auch die Chlorophyll-a-Konzentration im Jahresmittel auf 3,8 µg/l an (2017: 2 µg/l), der Maximalwert von 9 µg/ wurde im Dezember gemessen.

Ende März durchmischte sich der obere Wasserkörper des Klopeiner Sees bei einer Wassertemperatur von 3,7°C bis zu einer Tiefe von 28 m. Die darunterliegende Wasserschicht wurde aufgrund des meromiktischen Charakters des Klopeiner Sees von den Zirkulationsvorgängen nicht erfasst und blieb daher sauerstofffrei. Zum Zeitpunkt der zweiten Probenahme, Anfang Juni, hatte sich bereits eine stabile thermische Schichtung aufgebaut. Das 24 °C warme Epilimnion reichte bis zu einer Tiefe von 5 m, die darunter liegende thermische Sprungschicht (Metalimnion) erstreckte sich bis 10 m Tiefe. Unter dieser von großen Temperatursprüngen geprägten Übergangsschicht, befand sich das kühle und ganzjährig gleichermaßen temperierte Tiefenwasser (Hypolimnion). Der grundnahe Tiefenbereich, das sog. Monimolimnion, blieb sauerstofffrei. Im Laufe der Stagnationsphase verlagerte sich die Sauerstoffgrenze aufgrund des zunehmenden Sauerstoffverbrauchs beim Abbau der absinkenden Biomasse im Juni auf 22 m und im August auf 20 m Tiefe. Gegen Jahresende war Sauerstoff nur mehr bis zu 17 m Tiefe im Wasser gelöst, was auch den Messergebnissen der Vorjahre entsprach. Bei allen Analyseterminen trat ab 30 m Tiefe als Folge der mikrobiellen Abbautätigkeit Schwefelwasserstoff auf.

Der Klopeiner See war aufgrund der über das Untersuchungsjahr 2018 gemittelten Gesamtphosphor-Konzentrationen von 11 µg/l dem schwach mesotrophen Bereich zuzuordnen. Im Juni wurde im Epilimnion eine mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration von 13,2 µg/l analysiert, im August lag diese bei 10 µg/l. Geringere Phosphorwerte < 10 µg/l wurden parallel zum verminderten Schwebealgenwachstum während den Zirkulationsphasen im Frühjahr und Spätherbst gemessen. Keine Zunahme gegenüber den Vorjahren zeigte der Phosphorgehalt der tieferen Wasserschichten.

In 30 m Tiefe wurde eine Gesamt-Phosphor-Konzentration von 46 µg/l gemessen, der vergleichbare Vorjahresmittelwert betrug 60 µg/l. Parallel zum Phosphorgehalt stieg auch der Nitrat-Stickstoff als weiterer essentieller Pflanzennährstoff in der produktiven Oberflächenschicht von 15 µg/l auf 28 µg/l im Jahresmittel an. Die Ammonium-Stickstoff-Konzentration der Tiefenschicht zeigte eine leicht rückläufige Tendenz.

Bei Oberflächentemperaturen von rund 4 °C bildete sich nur eine geringe Algenmenge aus (0,383 mm³/l). Das Frühjahresplankton setzte sich vorwiegend aus Schlundalgen (Cryptophyceae) wie Rhodomonas lens, Rhodomonas minuta var. nannoplanctica und Cryptomonas sp. zusammen. Auch Goldalgen (Chrysophyceae) wie Mallomonas akrokomos, Chrysocccus sp. und Uroglena sp. traten als typische Frühjahrsformen in der Oberflächenschicht auf.

Anfang Juni war der Klopeiner See streng thermisch geschichtet. Im Epilimnion entwickelte sich ein Phytoplanktonbiovolumen von mehr als 1 mm³/l, das zum überwiegenden Teil von Großformen wie Schlundalgen (Cryptophyceae) und Panzeralgen (Dinophyceae), vor allem der Hornalge Ceratium hirundinella, gebildet wurde. Diese mit dicken Zelluloseplatten ausgestatteten Schwebealgen waren auch noch im Spätsommer mit 33 % am Biovolumen (0,534 mm³/l) beteiligt. Ende August nahm bei zunehmender Konkurrenz um verfügbare Nährstoffe der Anteil an kleinen kugelförmigen Blaualgen (17 %), wie der Gattung Chroococcus, zu.
Im Dezember bauten diese coccalen Cyanophyceen, vorwiegend Chroococcus limneticus, ein Viertel der Phytoplanktonbiomasse auf (0,433 mm³/l). Mit rund 20 % waren sowohl kleine Grünalgen (Chlorophyceae) als auch Panzeralgen wie Peridinium willei und Ceratium hirundinella während der Herbstzirkulation vertreten.

Der ökologische Zustand des Klopeiner Sees wurde hinsichtlich des Qualitätselementes Phytoplankton gemäß den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie bewertet. Der „sehr gute Zustand“ ergibt sich unverändert in der Gesamtwertung (3-Jahresmittel 2016-2018), bei einem nEQR gesamt von 0,81. Für das Untersuchungsjahr 2018 errechnete sich für den Klopeiner See ein nEQR gesamt von 0,74, der den „guten Zustand“ des Gewässers angezeigte. Die einzelnen EQR-Werte aller Komponenten, die zur Erfassung des ökologischen Zustands hinsichtlich des Qualitätselementes Phytoplankton herangezogen werden, wie Biovolumen (0,74), Brettum-Index (0,78) und Chlorophyll-a-Konzentration (0,67), lagen 2018 im Bereich des „guten Zustands“.

Hinsichtlich der physikalisch-chemischen Bewertung lagen die Ergebnisse für die hypolimnische Temperatur, die Chlorid-Konzentration und den pH-Wert des Mixolimnions innerhalb der Bandbreite für den „sehr guten“ und „guten“ Zustand. Ebenso zeigten die Qualitätskomponenten Sichttiefe den „sehr guten“ Bereich an, während die Komponente Gesamt-Phosphor (0-20 m) im 3-Jahresmittel (2016-2018) den „guten Zustand" beschrieb.
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NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)47,14,89,5
Temperatur (°C)0 m414,33,622,8
pH-Wert1 m48,27,98,5
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4260,8246274
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 20 m40,6110,3110,959
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 20 m412914
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 30 m416,413,520,4
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m410,57,513,2
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m428< 1164
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m40,6010,3831,055
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m43,819
Gesamt-Phosphor (µg/l) 30 m44622,470,2
Ammonium-Stickstoff (µg/l)30 m412539551423
Sauerstoff (mg/l)30 m4< 0,2< 0,2< 0,2
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Klopeiner See

Allgemeine Informationen:

Die wenigen Zuflüsse und der geringe Seeabfluss tragen mit dazu bei, dass der Klopeiner See der wärmste Badesee Kärntens ist. Besuchen Sie eines der Strandbäder.
Der Klopeiner See ist der Rest eines ehemals viel größeren, nacheiszeitlichen Sees, der das ganze Gebiet um die heutige Ortschaft Kühnsdorf umfasste. Dieser See wurde durch die Geschiebe der nacheiszeitlichen Vellach zugeschüttet und ließ lediglich die Wasserfläche des heutigen Klopeiner Sees und des Kleinsees übrig. Das Südufer des Klopeiner Sees schließt an eine Konglomerathochfläche, die sogenannte Rückersdorfer Platte, an. Die übrigen Ufer werden von Schotterfluren, Moränen und Sedimenten des ehemaligen Kühnsdorfer Sees umrahmt. Die Ufer weisen nur mehr in kleinen Abschnitten ihre Ursprünglichkeit auf. Sie werden weitgehend von Strandbädern eingenommen, zahlreiche Badestege wurden errichtet. Verlandungsflächen und Schilfzonen gibt es nur mehr in ganz geringem Ausmaß. Charakteristisch für den Klopeiner See sind die in der Ost- und Westbucht vorhandenen seichten Seekreidebänke.

Geringer Durchfluss – hohe Wassertemperaturen. Gespeist wird der See durch kleine, oberflächliche Zuflüsse und Grundwasserquellen mit geringer Wasserführung. Der Abfluss verlässt den See im Westen, er weist eine mittlere Wasserführung von 35 l/s auf und entwässert letztlich in die Drau. Der Klopeiner See ist einer der am geringsten durchfluteten Seen Kärntens.

Sehr gute Badewasserqualität. In limnologischer Hinsicht ist der Klopeiner See dem schwach mesotrophen, wenig mit Nährstoffen belasteten, Seentyp mit sehr guter Badewasserqualität zuzuordnen. Die schwache Durchströmung erlaubt die hohen sommerlichen Wassertemperaturen, die unter den Badefreunden so beliebt sind. Bedingt durch überdurchschnittliche Sonnenscheindauer im Frühjahr und im Sommer sowie durch die windgeschützte Lage in dem allseits von Bergen umgebenen Teil des Kärntner Beckens erwärmt sich der Klopeiner See in den Sommermonaten sehr stark. In den Monaten Juli und August werden Temperaturen bis zu 28 °C gemessen. Temperaturen über 25°C über einen längeren Zeitraum sind keine Seltenheit. Das warme Oberflächenwasser (Epilimnion) reicht bis in eine Tiefe von 8 m. Erst darunter wird der See im Sommer langsam kühler bis er ca. in 20 m 4 bis 5 °C aufweist.

Teildurchmischender See. Der Klopeiner See weist eine gewässerökologische Besonderheit auf, die er mit einigen anderen Kärntner Seen (z.B.: Wörthersee, Millstätter See) teilt. Er ist meromiktisch, d.h. im Frühjahr und Herbst zirkuliert nicht der gesamte Wasserkörper, der grundnahe Wasserkörper stagniert ab 30 m Tiefe und bleibt sauerstofffrei. Die Zirkulationsströmungen reichten in den 1930er Jahren bis in eine Tiefe von 40 m. Mit zunehmender Belastung durch Nährstoffe (Eutrophierung) wurde ein Anstieg dieser Grenze zwischen Mixolimnion und Monimolimnion beobachtet, derzeit erfolgt die Durchmischung bis zu einer Tiefe von 30 m. Der darunterliegende Wasserkörper stagniert.

Monimolimnion: Tiefenwasser, das vom zirkulierenden Mixolimnion nicht erfasst wird ist nährstoffreich und sauerstofffrei.

Mixolimnion: zirkulierender Wasserkörper, reich an Sauerstoff. Zirkulationen finden vorwiegend im Frühjahr und im Herbst statt.

Seekreide: Durch die Assimilationstätigkeit der Algen und Wasserpflanzen fällt Kalziumcarbonat aus dem Wasser aus. Diese Kalkpartikel lagern sich am Sediment und an Wasserpflanzen ab und sind als weiße Schicht erkennbar.

Morphometrische Daten

Klopeiner See - Geographische Daten
Geographische Länge14,58547004
Geographische Breite46,60456579
Seehöhe [m ü. A.]446
Klopeiner See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]1,10625
Max. Tiefe [m]48
Mittlere Tiefe [m]23
Volumen [m³]25.422.734
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]11,5
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]35
Einzugsgebiet [km²]4,14

Tiefenkarte

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Tourismus:

Eine Million Übernachtungen jährlich. Der Klopeiner See unterlag schon sehr früh einer starken touristischen Nutzung. In den 1920er Jahren wurden die ersten größeren Beherbergungsbetriebe eröffnet und die touristische Nutzung nahm stetig zu. Die Region Klopeiner See zählt heute in der Hauptsaison fast eine Million Übernachtungen.

Die Landeshauptstadt Klagenfurt liegt in ca. 26 km Entfernung. Mit zahlreichen kulturellen Angeboten ist sie einen Ausflug wert. Das Landesmuseum, die Stadtgalerie, Minimundus, der Reptilienzoo Happ, das Planetarium und viele weitere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung wollen erkundet werden.

Umgeben von Bergen, wie dem Hochobir im Süden oder der Region Saualm und der Koralpe im Norden lädt die Region um dem Klopeiner See zum Wandern ein. Südlich des Klopeiner Sees liegt die Schi- und Wanderregion Petzen. Mit der Petzen-Kabinenbahn kann man angenehm auf 1.708 m Seehöhe fahren und den herrlichen Rundblick auf Kärntens Berg- und Seenwelt genießen. Ein Besuch der Obir-Tropfsteinhöhle in Eisenkappel, ca. 30 Autominuten entfernt, führt in das beeindruckende Innere des Berges.

Sommersport. Direkt am Klopeiner See gibt es die Tauchschule Easy Dive, sowie die Surfschule Wutte.

Fischbestand:

Folgende Fischarten sind im Klopeiner See zu finden:


15 Fischarten wurden im Klopeiner See nachgewiesen. Da noch nie ein Besatz mit Reinanken aus anderen Seen erfolgte, beherbergt der Klopeiner See eine autochthone Population. Früher wurden die Reinanken im Durchschnitt nur etwa 27 cm lang, in den letzten Jahren war die durchschnittliche Größe der mit der Angel gefangenen Fische bereits auf 38 cm angestiegen. Der Bestand an Reinanken ist außerordentlich gut. Karpfen vermehren sich offensichtlich durch natürliche Reproduktion, werden aber auch besetzt.

Angelfischereiliche Nutzung. Ursprünglich kamen im Klopeiner See keine Brachsen vor, zwischenzeitlich wurden bereits Exemplare mit 3 - 4 kg Stückgewicht gefangen. Die Seeforelle im Klopeiner See dürfte ausschließlich von Besatzmaßnahmen stammen, der Fang dieser Fischart ist eher selten. Die Aufzeichnungen HARTMANNs (1898) belegen, dass im April 1897 das erste Mal Zander in Form von 100.000 Zandereiern in den Klopeiner See eingesetzt wurden. Der Fischbestand des Klopeiner Sees wird ausschließlich angelfischereilich genutzt.

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