Kärntner Seen - Bericht

Keutschacher See

Trophie: schwach mesotroph
Ökologischer Zustand:
Fische2017sehr gut
Makrophyten2017gut
Phytoplankton (3-Jahresmittel)2019sehr gut

Der Keutschacher See war 2019, obwohl Gesamt-Phosphor-Konzentration und Algen-Biovolumen im Epilimnion schon im oligotrophen Bereich lagen, aufgrund des sauerstofffreien Tiefenwassers wieder mit schwach mesotroph zu bewerten.


Positiv war die Abnahme der mittleren Gesamt-Phosphor-Konzentration des Epilimnions (0 – 6 m) von 11 µg/l (2018) auf 9 µg/l. Auch das epilimnische Algen-Biovolumen verringerte sich im Mittel von 1,1 mm³/l auf 0,7 mm³/l. Dementsprechend war auch die mittlere Chlorophyll-a-Konzentration von 2,7 µg/l geringer als im Jahr 2018, was für den oligotrophen Charakter des Epilimnions sprach. Über Grund blieb die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration mit 22 µg/l im Vergleich zu 2018 aber nahezu unverändert.


Ausschlaggebend für die Einstufung schwach mesotroph war der bereits im Juni beobachtete Sauerstoffschwund in der Tiefe. Im September reichte dann die sauerstofffreie Zone bis in zwölf Meter Tiefe, wo auch Schwefelwasserstoff anhand des Geruchs nach faulen Eiern festgestellt wurde. Dieser Sauerstoffschwund entsteht durch den mikrobiellen Abbau von organischem Material und weist indirekt auf eine Nährstoffbelastung hin. Als Folge des Sauerstoffschwundes stieg die Ammonium-Stickstoff-Konzentration über Grund Anfang September auf maximal 1.165 µg/l an. Das Jahresmittel der Nitrat-Stickstoff-Konzentration im Epilimnion lag mit 188 µg/l innerhalb der langjährigen Schwankungsbreite.


Mit Sichttiefen von minimal 2,5 Meter im September und maximal 7,6 Meter Mitte Juni wies das Seewasser des Keutschacher Sees eine stärker schwankende Lichtdurchlässigkeit als im Vorjahr (minimal 4,2 und maximal 5,8 m) auf. Die hohe Transparenz des Seewassers im Juni korrelierte gut mit dem geringen Algen-Biovolumen (0,56 mm³/l) und der niedrigen Chlorophyll-a-Konzentration (1 µg/l). Die geringe Sichttiefe (2,5 m) Anfang September jedoch ließ sich nicht mit dem Algen-Biovolumen erklären, dass mit 0,75 mm³/l ebenso gering war.

Das Algenplankton im Epilimnion war 2019 im März mit von den Goldalgen (Chrysophyceae) dominiert. Im Juni prägten die Goldalgen zusammen mit den Panzeralgen (Dinophyceae) das Bild. Im September und Dezember war die Planktongemeinschaft sehr artenreich und keine Algenklasse übernahm eine eindeutige Vorherrschaft.


Anhand der mikroskopischen Analysen wurden 2019 im Keutschacher See insgesamt 119 Arten aus zwölf Algengruppen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae, Haptophyceae, Unbestimmbare Formen, Ulvophyceae, Xanthophyceae) bestimmt.


nähere Informationen


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NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)44,32,57,6
Temperatur (°C)0 m415,26,423,9
pH-Wert1 m48,17,78,4
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4307282327
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 15 m411913
Phytoplankton (mm³/l)0 - 15 m40,760,231,45
Chlorophyll a (µg/l)0 - 15 m42,60,54,6
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m49613
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4<2<22
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m4188<60387
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m40,690,281,77
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m42,714,6
Gesamt-Phosphor (µg/l) 15 m422938
Ammonium-Stickstoff (µg/l)15 m45231981165
Sauerstoff (mg/l)15 m43,6<0,27,3
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Keutschacher See

Allgemeine Informationen:

Im Keutschacher Seental, liegt mit einer Fläche von ca. 1,3 km² der sechstgrößte See Kärntens, der Keutschacher See.
Die hohen Wassertemperaturen im Sommer und die am Südufer gelegenen FKK Strände machen den Keutschacher See zu einem beliebten Freizeitziel.
Flachmoore, Feuchtwälder, Wiesen und Seen charakterisieren das parallel zum Wörthersee verlaufende Keutschacher Seental. Im Süden wird das Tal von den Hängen der Sattnitz, im Norden vom Hügelzug des Pyramidenkogels begrenzt.

Sehr gute Badewasserqualität mit Temperaturen über 25 °C. In limnologischer Hinsicht ist der Keutschacher See dem oligotrophen Nährstofftypus mit sehr guter Badewasserqualität zuzuordnen. Die Oberfläche des Keutschacher Sees erreicht in der Sommerzeit sehr hohe Wassertemperaturen mit über 25 °C in der Seemitte, der Uferbereich erwärmt sich noch stärker. Im Herbst kommt es zu einer raschen Abkühlung. Der Keutschacher See ist holomiktisch mit 2 ausgeprägten Zirkulationsphasen im Frühjahr und Herbst. Im Winter, von Jänner bis März, bildet der Keutschacher See regelmäßig eine geschlossene Eisdecke aus, was besonders Eisläufer freut.

Frühe Besiedelung. Eine Besonderheit der Morphometrie des Keutschacher Sees ist eine Untiefe inmitten des Sees, auf der Reste eines Pfahlbaudorfes zu sehen sind. Die Besiedlung stammt aus der jüngeren Steinzeit und reichte bis ins Mittelalter. Die älteste urkundliche Erwähnung Keutschachs als Chodesach stammt aus dem Jahr 1150.

Das Umland des Keutschacher Sees. Der wichtigste Zubringer des Keutschacher Sees kommt aus dem Bereich von Schiefling. Er durchfließt den Hafnersee und mündet nach einer Fließstrecke von nur etwa 800 m in den Keutschacher See. Aus dem östlich des Keutschacher Sees liegenden Einzugsbereich mit einem ausgedehnten Moorgebiet sowie aus dem Gebiet der Sattnitz kommend, fließen Bäche mit nur geringer Schüttung in den See. Der Seeabfluss des Keutschacher Sees mündet als Reifnitzbach in den Wörthersee.
Das Keutschacher-Seental war ursprünglich eine tektonisch vorgebildete Talfurche, die von einem Seitenast des Drautalgletschers überformt wurde. Das Einzugsgebiet des Keutschacher Sees (inklusive des Hafnersees) besteht zu 54 % aus Wald, zu 30 % aus landwirtschaftlichen Nutzflächen, zu 6 % aus Gewässern und zu je 5 % aus Erholungsflächen sowie Siedlungs- und Kurgebieten.
Das Südufer ist weitgehend naturbelassen, hier liegen private Badeplätze und Campingplätze auf denen 3.000 Gäste Platz finden. Am Nordufer befinden sich zahlreiche Privathäuser. Ein Schilfgürtel ist zum Großteil erhalten.

Artenreichtum. Die ausgedehnten Moor- und Nassflächen des Keutschacher Seentals sind Lebensraum für spezielle Pflanzengesellschaften und reich an Kleintieren. Das 543 ha große Gebiet ist als Brut- und Rastgebiet für zahlreiche Vogelarten von großer Bedeutung. Auf dem Natura Trail Keutschacher Seental kann per Rad oder zu Fuß die Tier- und Pflanzenwelt des Feuchtgebietes beobachtet werden. Von Schiefling bis zum etwa 5 km entfernten Hafnersee verläuft der Weg durch unterschiedliche Lebensräume, die im Zusammenspiel von Mensch und Natur geschaffen wurden. Das Keutschacher Seental wurde von der Kärntner Landesregierung zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Es besteht ein generelles Gerätetauchverbot.
Große Teile des Einzugsgebietes und der Ufer stehen unter Landschaftsschutz (LSG Keutschacher-See-Tal, 2532 ha, LGBl. Nr. 74/1970, 86/1971).
2005 wurde die „Moor- und Seenlandschaft Keutschach - Schiefling“ zum Ramsar-Schutzgebiet erklärt.
Die Ramsar-Konvention. ist ein Rahmenprogramm zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Feuchtgebieten. Schutzgebietsausweisungen auf nationaler Ebene sollen durch internationale Kooperation gefördert und unterstützt werden. Das „Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung“ widmet sich dem Schutz von Feuchtgebieten als Lebensräume für Wasservögel. Es ist das einzige internationale Umweltschutzabkommen, das sich mit einem speziellen Ökosystem beschäftigt.
Über Jahrhunderte wurde im Gebiet um den Keutschacher See fast ausschließlich Landwirtschaft betrieben. Die Naturfreunde Schiefling sind sehr um eine extensive Bewirtschaftung der an das Schutzgebiet angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen bemüht. Durch regelmäßig durchgeführte Gehölzentfernung („Entkusselung“) wird ein Zuwachsen verhindert, so dass die Moorwiesen für die moderne Landwirtschaft attraktiv bleiben. Erst im 20. Jahrhundert hat an den Ufern des Sees der Sommertourismus begonnen.

Morphometrische Daten

Keutschacher See - Geographische Daten
Geographische Länge14,15743969
Geographische Breite46,58680449
Seehöhe [m ü. A.]506
Keutschacher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]1,3271
Max. Tiefe [m]15,6
Mittlere Tiefe [m]10,3
Volumen [m³]13.624.913
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]0,75
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]570
Einzugsgebiet [km²]29,81

Tiefenkarte

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Tourismus:

Durch die Nähe zur Landeshauptstadt Klagenfurt, bieten sich zahlreiche kulturelle und sportliche Ausflugsmöglichkeiten. Eine Busverbindung oder ein Radweg führen über das Keutschacher Seental nach Klagenfurt. Dort locken Ausflugsziele wie Minimundus, das Landesmuseum, der Reptilienzoo Happ, das Planetarium und vieles mehr.

Zwischen dem Wörthersee und dem Keutschacher Seental liegt der Pyramidenkogel. Auf 851 m Seehöhe befindet sich ein architektonisch interessanter, 54 m hoher Aussichts- und Sendeturm von dem aus man eine herrliche Aussicht von den Karawanken bis zu den Hohen Tauern genießen kann.

Ausflugsziele

Pyramidenkogel
Tierpark Rosegg
Keltenwelt Frög
Schloss Rosegg – Wachsfigurenkabinett

Fischbestand:

Im Keutschacher See leben folgende 19 Fischarten:


Von den 19 Fischarten sind vor allem Barsch, Rotauge und Rotfeder dominant. Der Barsch stellte einst mit mehr als 50 % einen Großteil des Gesamtindividuenbestandes. Er ist früher in großen Exemplaren vorgekommen, heute findet man eher verbuttete Tiere.
Die Reinanke, die ursprünglich im See nicht vorkam, wurde vermutlich Mitte der 1990er Jahre besetzt. Der See ist für seinen guten Welsbestand bekannt. Der Bestand an Lauben ist in letzter Zeit deutlich zurückgegangen. Der ehemals durch Besatzmaßnahmen eingebrachte Bestand an Amurkarpfen und Tolstolob konnte in letzter Zeit nicht mehr bestätigt werden. Es liegen keine Fangmeldungen seitens der Fischer vor.

Angelfischereiliche Nutzung. Der Keutschacher See ist in Privatbesitz, ebenso das Fischereirecht. Die Fischerei erfolgt ausschließlich durch Freizeitangler.

Krebsvorkommen:

In den Uferbereichen des Keutschacher Sees lebt der Edelkrebs (Astacus astacus). Dieser größte Vertreter der heimischen Flußkrebsarten ist auch im Zufluss sowie in den langsam fließenden obersten Abschnitten seines Abflusses, dem Reifnitzbach zu finden.
Die Edelkrebse des Reifnitzbaches werden im Bereich der Steilstufe zum Wörthersee hin durch den Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) abgelöst. Nur in einem kleinen Abschnitt des Baches ist ein gemeinsames Vorkommen von Edelkrebsen und Steinkrebsen zu finden.
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