Kärntner Seen - Bericht

Keutschacher See

Trophie: schwach mesotroph
Ökologischer Zustand:
Fische2017gut
Makrophyten2017gut
Phytoplankton (3-Jahresmittel)2018sehr gut

Wie im Vorjahr war der See 2018 aufgrund der Gesamt-Phosphor-Konzentration und des Algen-Biovolumens wieder mit schwach mesotroph zu bewerten.

Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration lag 2018 im Epilimnion (0 - 6 m) mit 11 µg/l in der schwach mesotrophen Klasse. Einen Meter über Grund stieg die Gesamt-Phosphor-Konzentration unter sauerstofffreien Bedingungen auf maximal 34 µg/l (23.08.2018) an. Im Mai und August wurde unterhalb von 6 m Tiefe ein mindestens doppelt so hohes Algen-Biovolumen als im Epilimnion beobachtet. Durch den mikrobiellen Abbau von abgestorbenen Algen bzw. abgesunkenem organischen Material entwickelte sich in der Tiefe ein Sauerstoffschwund. Als Folge davon trat ab August Schwefelwasserstoff in 12 m Tiefe auf. Entsprechend des Sauerstoffschwundes stieg die Ammonium-Stickstoff-Konzentration über Grund auf maximal 1.356 µg/l an. Das Jahresmittel der Nitrat-Stickstoff-Konzentration lag im Epilimnion mit 118 µg/l innerhalb der langjährigen Schwankungsbreite. Mit Sichttiefen von minimal 4,2 m im August und maximal 5,8 m im April wies der Keutschacher See eine gute Lichtdurchlässigkeit mit weniger großen Schwankungen als im Vorjahr (minimal 2,1 und maximal 6,3 m) auf. Die Sichttiefen entsprachen dem relativ geringen Algen-Biovolumen von mittleren 1,055 mm³/l und dem niedrigen mittleren Chlorophyll-a-Gehalt von 3,8 µg/l.

Anhand des Qualitätselementes Phytoplankton (3-Jahresmittel 2016 - 2018) sowie der allgemein physikalisch-chemischen Qualitätskomponenten wurde ein „sehr guter“ ökologischer Zustand ermittelt.

Die Wasserrahmenrichtlinie fordert im Bereich der Oberflächengewässer eine Bewertung des ökologischen und des physikalisch-chemischen Zustandes. Seen mit einer Fläche größer als 50 Hektar werden entsprechend der Qualitätszielverordnung Ökologie Oberflächengewässer (QZV Ökologie OG, BGBl. I Nr. 99/2010 i.d.g.F.) bewertet. Entsprechend dem „Leitfaden zur Erhebung der biologischen Qualitätselemente Teil B2 – Phytoplankton“ (Wolfram & Dokulil 2013) und dem „Leitfaden zur typspezifischen Bewertung gemäß allgemein physikalisch-chemischer Parameter in Seen“ (Wolfram & Donabaum 2010) werden die ökologischen Zustände ermittelt.

2018 entsprach der Keutschacher See mit der normierten EQR Phytoplankton von 0,90 dem „sehr guten“ ökologischen Zustand, was auch auf das 3-Jahresmittel (2016 – 2018: nEQR: 0,93) zutraf. Die Bewertungen heben die ausgezeichnete Wasserqualität des Keuschschacher Sees im Oberflächenwasserkörper (Epilimnion 0 - 6 m) hervor. Auch die Bewertung der physikalisch-chemischen Qualitätsparametern (3-Jarhesmittel 2016 - 2018) Gesamt-Phosphor im Mixolimnion und Sichttiefe geben die „sehr gute“ Zustandsklasse an.

2018 betrug das mittlere Algenbiovolumen im Epilimnion 1,055 mm³/l und im Hypolimnion (7 – 12 m) 1,724 mm³/l. Im Epilimnion streuten die Werte zwischen 0,595 und 1,360 mm³/l und Hypolimnion zwischen 1,120 und 2,441 mm/l. Anfang April (03.04.2018) war das Algen-Biovolumen im Epilimnion zu 69 % und im Hypolimnion (7 - 12 m) zu 50 % geprägt von Goldalgen (Chrysophyceae), wobei im oberen und unteren Wasserkörper die Art Uroglena sp. alleine bereits mehr als 50 % einnahm. Planktothrix rubescens war die am stärksten entwickelte Blaualge (Cyanophyceae), deren Anteil am Gesamt-Biovolumen in beiden Tiefenstufen 15 % betrug. Die Kieselalgen (Bacillariophyceae; 11 %) kamen im Epilimnion fast ausschließlich mit Cyclotella sp. vor. Im tieferen Wasser war der Biovolumsanteil mit 31 % deutlich höher und es dominierte mit Aulacoseira sp. eine andere Kieselalge. Ende Mai (29.05.2018) herrschten im Epilimnion entsprechend der Jahreszeit die Kieselalgen mit 75 % im Algenplankton vor. Im Hypolimnion hingegen kam die Blaualge Planktothrix rubescens mit 75 % vor, daneben erzielten die Kieselalgen 16 %. Gegen Ende August (23.08.2018) war im Epilimnion ein deutlich geringeres Algen-Biovolumen als im Hypolimnion zu beobachten. Während sich die Zusammensetzung im tieferen Bereich nur wenig änderte (Blaualgenanteil von 73 %), zeigte sich im Epilimnion ein abwechslungsreicheres Artenspektrum. Neben den Blaualgen, die hauptsächlich mit Chroococcus limneticus einen Biovolumsanteil von 27 % erlangten, erzielten die Kieselalgen mit Cyclotella sp. und die Panzeralgen (Dinophyceae) mit Ceratium hirundinella und Gymnodinium sp. je einen Anteil von 21 %. Die Schlundalgen (Cryptophyceae) und Grünalgen (Chlorophyceae) machten 10 bzw. 9 % aus. Die Algengemeinschaft war Ende November (29.11.2018) in beiden Tiefenbereichen zur Hälfte von den Kieselalgen geprägt (Epilimnion: 52 %, Hypolimnion: 55 %), wobei die Art Fragilaria crotonensis vorherrschte. Jeweils 36 % wurden von den Blaualgen eingenommen, die vorzugsweise durch drei Arten vertreten waren: Chroococcus limneticus, Chroococcus sp. und Planktothrix rubescens. 2018 konnten anhand aller Algenproben 123 Arten aus 13 Algenklassen (Bacillariophyceae, Bicosoecidea, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae, Haptophyceae, Ulvophyceae, Xanthophyceae, Unbestimmbare Formen) determiniert werden.
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NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)44,94,25,8
Temperatur (°C)0 m415,36,925
pH-Wert1 m48,17,88,3
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4307291324
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 15 m413916
Phytoplankton (mm³/l)0 - 15 m41,2880,9861,664
Chlorophyll a (µg/l)0 - 15 m46,7213
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m411817
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4< 2< 22
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m4118< 11220
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m41,0550,5951,36
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m43,828
Gesamt-Phosphor (µg/l) 15 m4211334
Ammonium-Stickstoff (µg/l)15 m46992261356
Sauerstoff (mg/l)15 m42,2< 0,27
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Keutschacher See

Allgemeine Informationen:

Im Keutschacher Seental, liegt mit einer Fläche von ca. 1,3 km² der sechstgrößte See Kärntens, der Keutschacher See.
Die hohen Wassertemperaturen im Sommer und die am Südufer gelegenen FKK Strände machen den Keutschacher See zu einem beliebten Freizeitziel.
Flachmoore, Feuchtwälder, Wiesen und Seen charakterisieren das parallel zum Wörthersee verlaufende Keutschacher Seental. Im Süden wird das Tal von den Hängen der Sattnitz, im Norden vom Hügelzug des Pyramidenkogels begrenzt.

Sehr gute Badewasserqualität mit Temperaturen über 25 °C. In limnologischer Hinsicht ist der Keutschacher See dem oligotrophen Nährstofftypus mit sehr guter Badewasserqualität zuzuordnen. Die Oberfläche des Keutschacher Sees erreicht in der Sommerzeit sehr hohe Wassertemperaturen mit über 25 °C in der Seemitte, der Uferbereich erwärmt sich noch stärker. Im Herbst kommt es zu einer raschen Abkühlung. Der Keutschacher See ist holomiktisch mit 2 ausgeprägten Zirkulationsphasen im Frühjahr und Herbst. Im Winter, von Jänner bis März, bildet der Keutschacher See regelmäßig eine geschlossene Eisdecke aus, was besonders Eisläufer freut.

Frühe Besiedelung. Eine Besonderheit der Morphometrie des Keutschacher Sees ist eine Untiefe inmitten des Sees, auf der Reste eines Pfahlbaudorfes zu sehen sind. Die Besiedlung stammt aus der jüngeren Steinzeit und reichte bis ins Mittelalter. Die älteste urkundliche Erwähnung Keutschachs als Chodesach stammt aus dem Jahr 1150.

Das Umland des Keutschacher Sees. Der wichtigste Zubringer des Keutschacher Sees kommt aus dem Bereich von Schiefling. Er durchfließt den Hafnersee und mündet nach einer Fließstrecke von nur etwa 800 m in den Keutschacher See. Aus dem östlich des Keutschacher Sees liegenden Einzugsbereich mit einem ausgedehnten Moorgebiet sowie aus dem Gebiet der Sattnitz kommend, fließen Bäche mit nur geringer Schüttung in den See. Der Seeabfluss des Keutschacher Sees mündet als Reifnitzbach in den Wörthersee.
Das Keutschacher-Seental war ursprünglich eine tektonisch vorgebildete Talfurche, die von einem Seitenast des Drautalgletschers überformt wurde. Das Einzugsgebiet des Keutschacher Sees (inklusive des Hafnersees) besteht zu 54 % aus Wald, zu 30 % aus landwirtschaftlichen Nutzflächen, zu 6 % aus Gewässern und zu je 5 % aus Erholungsflächen sowie Siedlungs- und Kurgebieten.
Das Südufer ist weitgehend naturbelassen, hier liegen private Badeplätze und Campingplätze auf denen 3.000 Gäste Platz finden. Am Nordufer befinden sich zahlreiche Privathäuser. Ein Schilfgürtel ist zum Großteil erhalten.

Artenreichtum. Die ausgedehnten Moor- und Nassflächen des Keutschacher Seentals sind Lebensraum für spezielle Pflanzengesellschaften und reich an Kleintieren. Das 543 ha große Gebiet ist als Brut- und Rastgebiet für zahlreiche Vogelarten von großer Bedeutung. Auf dem Natura Trail Keutschacher Seental kann per Rad oder zu Fuß die Tier- und Pflanzenwelt des Feuchtgebietes beobachtet werden. Von Schiefling bis zum etwa 5 km entfernten Hafnersee verläuft der Weg durch unterschiedliche Lebensräume, die im Zusammenspiel von Mensch und Natur geschaffen wurden. Das Keutschacher Seental wurde von der Kärntner Landesregierung zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Es besteht ein generelles Gerätetauchverbot.
Große Teile des Einzugsgebietes und der Ufer stehen unter Landschaftsschutz (LSG Keutschacher-See-Tal, 2532 ha, LGBl. Nr. 74/1970, 86/1971).
2005 wurde die „Moor- und Seenlandschaft Keutschach - Schiefling“ zum Ramsar-Schutzgebiet erklärt.
Die Ramsar-Konvention. ist ein Rahmenprogramm zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Feuchtgebieten. Schutzgebietsausweisungen auf nationaler Ebene sollen durch internationale Kooperation gefördert und unterstützt werden. Das „Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung“ widmet sich dem Schutz von Feuchtgebieten als Lebensräume für Wasservögel. Es ist das einzige internationale Umweltschutzabkommen, das sich mit einem speziellen Ökosystem beschäftigt.
Über Jahrhunderte wurde im Gebiet um den Keutschacher See fast ausschließlich Landwirtschaft betrieben. Die Naturfreunde Schiefling sind sehr um eine extensive Bewirtschaftung der an das Schutzgebiet angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen bemüht. Durch regelmäßig durchgeführte Gehölzentfernung („Entkusselung“) wird ein Zuwachsen verhindert, so dass die Moorwiesen für die moderne Landwirtschaft attraktiv bleiben. Erst im 20. Jahrhundert hat an den Ufern des Sees der Sommertourismus begonnen.

Morphometrische Daten

Keutschacher See - Geographische Daten
Geographische Länge14,15743969
Geographische Breite46,58680449
Seehöhe [m ü. A.]506
Keutschacher See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]1,3271
Max. Tiefe [m]15,6
Mittlere Tiefe [m]10,3
Volumen [m³]13.624.913
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]0,75
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]570
Einzugsgebiet [km²]29,81

Tiefenkarte

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Tourismus:

Durch die Nähe zur Landeshauptstadt Klagenfurt, bieten sich zahlreiche kulturelle und sportliche Ausflugsmöglichkeiten. Eine Busverbindung oder ein Radweg führen über das Keutschacher Seental nach Klagenfurt. Dort locken Ausflugsziele wie Minimundus, das Landesmuseum, der Reptilienzoo Happ, das Planetarium und vieles mehr.

Zwischen dem Wörthersee und dem Keutschacher Seental liegt der Pyramidenkogel. Auf 851 m Seehöhe befindet sich ein architektonisch interessanter, 54 m hoher Aussichts- und Sendeturm von dem aus man eine herrliche Aussicht von den Karawanken bis zu den Hohen Tauern genießen kann.

Ausflugsziele

Pyramidenkogel
Tierpark Rosegg
Keltenwelt Frög
Schloss Rosegg – Wachsfigurenkabinett

Fischbestand:

Im Keutschacher See leben folgende 19 Fischarten:


Von den 19 Fischarten sind vor allem Barsch, Rotauge und Rotfeder dominant. Der Barsch stellte einst mit mehr als 50 % einen Großteil des Gesamtindividuenbestandes. Er ist früher in großen Exemplaren vorgekommen, heute findet man eher verbuttete Tiere.
Die Reinanke, die ursprünglich im See nicht vorkam, wurde vermutlich Mitte der 1990er Jahre besetzt. Der See ist für seinen guten Welsbestand bekannt. Der Bestand an Lauben ist in letzter Zeit deutlich zurückgegangen. Der ehemals durch Besatzmaßnahmen eingebrachte Bestand an Amurkarpfen und Tolstolob konnte in letzter Zeit nicht mehr bestätigt werden. Es liegen keine Fangmeldungen seitens der Fischer vor.

Angelfischereiliche Nutzung. Der Keutschacher See ist in Privatbesitz, ebenso das Fischereirecht. Die Fischerei erfolgt ausschließlich durch Freizeitangler.

Krebsvorkommen:

In den Uferbereichen des Keutschacher Sees lebt der Edelkrebs (Astacus astacus). Dieser größte Vertreter der heimischen Flußkrebsarten ist auch im Zufluss sowie in den langsam fließenden obersten Abschnitten seines Abflusses, dem Reifnitzbach zu finden.
Die Edelkrebse des Reifnitzbaches werden im Bereich der Steilstufe zum Wörthersee hin durch den Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) abgelöst. Nur in einem kleinen Abschnitt des Baches ist ein gemeinsames Vorkommen von Edelkrebsen und Steinkrebsen zu finden.
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