Kärntner Seen - Bericht

Hörzendorfer See

Trophie: eutroph

Die Gesamt-Phosphor-Konzentration entsprach mit einem Durchschnittswert von 50 µg/l einem eutrophen Gewässer.

Anfang Mai wurde eine Sichttiefe von 1,5 m gemessen. Im August war das Seewasser mit 0,5 m aufgrund von Planktonalgen getrübt.

Während im Mai eine Gesamt-Phosphor-Konzentration von 31 µg/l knapp an der Grenze zu mesotrophen Verhältnissen gemessen wurde, erhöhte sich der Wert im August auf 68 µg/l. Zu diesem Zeitpunkt wurde in 3 m Tiefe Sauerstoff beim Abbau von abgesunkenem organischen Material völlig aufgebraucht, Phosphor aus dem Sediment rückgelöst und in die oberen Wasserschichten eingebracht.

Die Nitrat-Stickstoff-Gehalte schwankten zwischen 2494 µg/l (Mai) und 400 µg/l (August). Die Chlorophyll-a-Konzentration wies vor allem im August (50 µg/l) auf ein nährstoffreiches Gewässer mit hoher Algenproduktion hin.

Das Phytoplanktonbiovolumen stieg von 2,221 mm³/l im Mai auf 5,448 mm³/l im August stark an und war optisch durch eine grünliche Verfärbung des Seewassers sichtbar. Im Mai waren centrale Kieselalgen (Cyclotella sp.) vorherrschend. Im August wurde das hohe Biovolumen zu 46% von coccalen Cyanophyceen, vertreten durch Microcystis wesenbergii, gebildet. Eine an die AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit- Institut für Hydroanalytik Linz) Probe enthielt keine bestimmbaren Cyanotoxine.
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NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)210,51,5
Temperatur (°C)0 m221,3519,323,4
pH-Wert1 m28,38,28,4
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2427362492
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 3 m2503168
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 3 m2< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 3 m214474002494
Phytoplankton (mm³/l)0 - 3 m23,8342,2215,448
Chlorophyll a (µg/l)0 - 3 m2311250
Ammonium-Stickstoff (µg/l)3 m210217188
Sauerstoff (mg/l)3 m25,1< 0,210
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Hörzendorfer See

Allgemeine Informationen:

Warmes Badegewässer. Der Hörzendorfer See liegt in einem Hügelland, das sich vom Zollfeld nach Westen erstreckt und von den Ausläufern des Ulrichsberges gebildet wird. Der Felsuntergrund besteht im Wesentlichen aus vulkanischen Gesteinen der Magdalensbergserie, über denen Quarzsandstein und Quarzkonglomerate (Grödener Sandstein) liegen. Das Gebiet ist glazial überformt und mit mächtigen Moränenablagerungen überzogen. Während des Gletscherrückzuges wurde das Becken des Hörzendorfer Sees von einem Toteiskörper ausgefüllt. Das Seebecken wurde im Osten mit einem Damm abgedichtet und der See aufgestaut. Das Gewässer diente einst als ablassbarer Fischteich vorwiegend der Fischzucht; heute ist es aufgrund der hohen Wassertemperaturen im Sommer ein beliebter Badesee. Im Winter wird die Eisfläche von zahlreichen Sportlern aufgesucht.

Infolge starker Eutrophierungserscheinungen wurde 1982 eine Tiefenwasserableitung installiert, über die nährstoffreiches, sauerstoffarmes Tiefenwasser in den Abfluss fließt. Der Zufluss mündet im Westen in den See. Der Abfluss verlässt den See im Osten über einen Mönch.

Brutplatz für Vögel. Am Südufer des Sees ist eine natürliche Ufervegetation, aus Schilf, Teichbinse, Rohrkolben und verschiedenen Großseggenarten bestehend, weitgehend erhalten. Der ausgedehnte Schilfgürtel gehört zu den Brutplätzen der Zwergrohrdommeln, Zwergtaucher, Bläßhühner und Stockenten. Zudem zieht das reiche Nahrungsangebot an Fischen und Kleintieren eine Reihe von Zugvögeln an. Größere Schilfbestände finden sich auch im Bereich des Zuflusses.

Nutzung des Umlandes. An das Nordufer des Sees schließt eine große Liegewiese an, die in den Sommermonaten von zahlreichen Badegästen aufgesucht wird. Die im Osten des Sees vorbeiführende Straße wird nur durch einen schmalen Schilfgürtel vom Seeufer getrennt. In der weiteren Umgebung des Sees liegen sowohl ausgedehnte landwirtschaftliche Nutzflächen, auf denen hauptsächlich Mais angebaut wird, als auch einige mehr oder weniger große Waldparzellen mit vorwiegend Fichten- oder Föhrenmonokulturen.

Landschaftsschutz. Durch menschliche Eingriffe wurde ein Großteil der ursprünglichen Vegetation in der Umgebung des Hörzendorfer Sees vernichtet und eine vielgestaltige Kulturlandschaft geschaffen. Das Gebiet wurde 1970 zum Landschaftsschutzgebiet Hörzendorfer See-Tanzenberg (LGBl. Nr. 36/1970) erklärt. Es weist eine Fläche von 444 ha auf.

Morphometrische Daten

Hörzendorfer See - Geographische Daten
Geographische Länge14,34089689
Geographische Breite46,72378474
Seehöhe [m ü. A.]517
Hörzendorfer See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,0636
Max. Tiefe [m]5
Einzugsgebiet [km²]5,89



Fischbestand:

Im Hörzendorfer See leben folgende 15 Fischarten:


Angelfischereiliche Nutzung. Früher wurde der Hörzendorfer See als ablassbarer Karpfenteich bewirtschaftet. Heute wird der See vom Besitzer angelfischereilich genutzt. Aufgrund von undichten Stellen musste der Hörzendorfer See im Herbst 1991 zur Sanierung des Auslaufes abgesenkt werden. Zu diesem Zweck fischte man einen Großteil der Fische ab. Bis zu diesem Zeitpunkt kamen im Hörzendorfer See auch Amurkarpfen (Graskarpfen, Ctenopharyngodon idella) und Silberkarpfen (Tolstolob, Hypophthalmichthys molitrix) durch Besatzmaßnahmen vor. Bei der Abfischung wurde ein Tolstolob mit einem Gewicht von 32,5 kg gefangen.

Die Hauptfische des Hörzendorfer Sees sind Karpfen, Zander und Hechte. Vom Ossiacher See wurden vor einiger Zeit Lauben eingesetzt. Sonnenbarsche kamen unbeabsichtigt mit anderen eingesetzten Fischarten in den See.

Im Ausrinn des Hörzendorfer Sees, dem Reinitzbach, kommen außerdem Bachforelle (Salmo trutta f. fario), Bachsaibling (Salvelinus fontinalis), Gründling (Gobio gobio) sowie Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) und Aitel (Leuciscus cephalus) vor.

Krebsvorkommen:

Bestand an nordamerikanischen Signalkrebsen. Der Hörzendorfer See beherbergte einst einen großen Bestand an Edelkrebsen (Astacus astacus). Der Bestand ist ab der Mitte der 1980iger Jahre jedoch stark zurück gegangen. Mit einer Absenkung des Sees im Jahre 1991 (während der Sanierung des Auslaufes) ist der Edelkrebsbestand weitestgehend erloschen. Danach wurde ein Besatz mit nordamerikanischen Signalkrebsen (Pacifastacus leniusculus) durchgeführt. Diese Flusskrebsart ist mittlerweile auch im Abfluss des Sees, dem Reinitzbach, zu finden. Edelkrebse konnten in den letzten Jahren sowohl im See als auch im Abfluss keine mehr nachgewiesen werden.
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