Kärntner Seen

Hafnersee

Trophie: mesotroph

Der Hafnersee wurde aufgrund der Gesamt-Phosphor-Konzentration und der Sauerstoffzehrung in der Tiefe wieder mit mesotroph bewertet.

Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration im Epilimnion (0 - 6 m) war mit 23 µg/l höher als im Vorjahr (17 µg/l). Die mittlere Konzentration über Grund hingegen war mit 38 µg/l geringer als 2017 (48 µg/l).

Bereits im Frühling entstand im maximal zehn Meter tiefen See als Folge des mikrobiellen Abbaus von organischem Material eine sauerstofffreie Tiefenzone. Mitte Mai befand sich die Sauerstoffgrenze in 8 m und Mitte August in 6 m Tiefe.

Entsprechend war die mittlere Ammonium-Stickstoff-Konzentration über Grund mit 1.485 µg/l hoch. Die mittlere Konzentration an Nitrat-Stickstoff im Epilimnion lag mit 168 µg/l innerhalb der langjährigen Schwankungsbreite.

Mit einer Sichttiefe von 3,8 m Mitte Mai und 3,5 m Mitte August wies der Hafnersee im Vergleich zum Vorjahr (2,5 und 2,7 m) aber eine bessere Lichtdurchlässigkeit auf.

Die Sichttiefenwerte gaben im Wesentlichen die geringe Algenmenge, die im Mittel 1,356 mm/l (0 - 6 m) betrug, wieder.

Die Chlorophyll-a-Konzentrationen hingegen waren mit 14 µg/l im Mai und 18 µg/l im August höher als im Vorjahr (9 bzw. 12 µg/l) und entsprachen dem Nährstoffreichtum des Sees eher als das ermittelte Algen-Biovolumen.

Das Algen-Biovolumen des Hafnersees betrug im Mai (14.05.208) 1,239 mm³/l. Es dominierten die Goldalgen (Chrysophyceae: 74 %) hauptsächlich mit den Arten Uroglena sp. und Chrysococcus sp. das Algen-Biovolumen. Die Kieselalgen (Bacillariophyceae) kamen auf 11 %, wobei Cyclotella sp. allein 10 % einnahm. Im August (20.08.2018) zeigte sich mit 1,472 mm³/l ein geringfügig höheres Algen-Biovolumen. Wieder prägten die Goldalgen mit 61 % und die Kieselalgen mit 19 % das die Algengemeinschaft. Insgesamt ergab die mikroskopische Analyse der Algenproben 91 Arten aus 10 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae, Ulvophyceae, Unbestimmbare Formen).

Da der Hafnersee bei Anglern sehr beliebt ist, darf angenommen werden, dass zum Sauerstoffschwund im Tiefenwasser auch das Fischfutter beiträgt, das gerne zum Anlocken von Fischen verwendet wird. Aufgrund des Sauerstoffmangels, der beim Hafnersee bis in 6 m Tiefe beobachtet wurde, schränkt sich der Fischlebensraum auf den sommerlich erwärmten oberen Wasserkörper ein. Deshalb ist es an seichten Seen umso wichtiger Nährstoffeinträge zu vermeiden. Ein entsprechendes Fütterungsverbot mit Lockfuttermittel, wie es am Rauschelesee existiert, wäre auch am Hafnersee ratsam.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)23,73,53,8
Temperatur (°C)0 m221,418,524
pH-Wert1 m3,28,38,28,4
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2397381413
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 10 m2242226
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2232225
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m2168< 11331
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m21,3561,2391,472
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m2161418
Gesamt-Phosphor (µg/l) 10 m2383641
Ammonium-Stickstoff (µg/l)10 m214857762193
Sauerstoff (mg/l)10 m2< 0,2< 0,2< 0,2
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Hafnersee

Allgemeine Informationen:

Nacheiszeitlicher See. Der im Keutschacher Seental gelegene Hafnersee stellt den Rest eines nacheiszeitlichen Sees dar. Er verdankt seine Entstehung einem Seitenarm des Drautalgletschers. Der geologische Untergrund des Einzugsgebietes besteht aus altkristallinen Gesteinsserien wie Phylliten, Glimmerschiefer und Kalkmarmor. Über diesem älteren Untergrund liegen mit einer Mächtigkeit von 40 bis 50 m jungtertiäre tonige Ablagerungen. Den jungtertiären Schichten ist mit einer Mächtigkeit von etwa 400 m das sog. "Sattnitzkonglomerat" aus dem jüngsten Pleiozän aufgelagert. Das Einzugsgebiet umfasst den westlichen Teil der Keutschacher-See-Talfurche sowie die Nordhänge des Turiawaldes und die flachen Südhänge des Pyramidenkogels.

Der Hauptzufluss des Hafnersees entwässert das westlich des Sees gelegene Flachmoor. Ein weiterer Zufluss mündet am Südufer. Er entstammt dem auf der Nordabdachung des Sattnitzzuges gelegenen Penkensee. Neben den oberirdischen Zuflüssen wird der Hafnersee noch zu einem nicht unerheblichen Anteil vom Grundwasser gespeist. Der Abfluss verlässt den See im Osten, er weist eine mittlere Wasserführung von 210 l/s auf und entwässert über den Keutschacher See und den Reifnitzbach in den Wörthersee.

Weitgehend naturbelassene Ufer. Der See liegt in einer flachen Senke in 508 m Seehöhe. Das Seebecken hat eine langgestreckte, rechteckige Form. Es wird durch eine in der Mitte des Sees gelegene Untiefe, an der der Seegrund bis auf 1,8 m gegen die Seeoberfläche ansteigt, in 2 Becken gegliedert. Die maximale Tiefe des Westbeckens beträgt 10 m, die des Ostbeckens 9,1 m. Die Ufer sind weitgehend naturbelassen. Am Westufer liegt ein ausgedehntes Flachmoor, am Nord- und Südufer befinden sich kleinere, schilfbestandene Verlandungsflächen. Größere Teile des Nordufers werden als Liegewiesen und Badebereiche genutzt, am Nordostufer wurde ein großer Campingplatz errichtet.

Nutzung für den Fremdenverkehr. Im weiteren Einzugsgebiet befinden sich zahlreiche Fremdenverkehrsbetriebe. Die größte Siedlung des Einzugsbereiches ist die im Westen des Sees gelegene Ortschaft Schiefling. Die Flächen außerhalb der Siedlungsgebiete werden forst- und landwirtschaftlich genutzt.

Charakteristisch für den Hafnersee ist die bräunliche Wasserfarbe, die durch einen erhöhten Anteil an Huminsäuren verursacht wird. Der Hafnersee ist ein sehr warmer Badesee, bei dem die höchsten Wassertemperaturen in der zweiten Julihälfte auftreten. Der See ist von Mai bis Oktober streng geschichtet, infolge der relativ geringen Tiefe von 10,0 m kann sich allerdings kein typisches Hypolimnion entwickeln. Über Grund hat der See im Sommer eine Temperatur von mehr als 10°C. Die Frühjahrszirkulation findet in den Monaten März und April statt, die Herbstzirkulation im November. In der Regel ist der See von Ende November bis März zugefroren, wobei Eisdecken von 40 bis 50 cm auftreten können.

Landschaftsschutz. Aufgrund der landschaftlichen Schönheit wurden große Bereiche in das 2.532 ha große Landschaftsschutzgebiet Keutschacher-See-Tal (LGBl. Nr. 74/1970, 86/1971) einbezogen.

Morphometrische Daten

Hafnersee - Geographische Daten
Geographische Länge14,13051009
Geographische Breite46,58868586
Seehöhe [m ü. A.]510
Hafnersee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,159397
Max. Tiefe [m]10
Mittlere Tiefe [m]5
Volumen [m³]795.224
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]0,1
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]240
Einzugsgebiet [km²]12,7

Tiefenkarte

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Fischbestand:

Im Hafnersee leben folgende 19 Fischarten:

Die ursprüngliche Hauptfischart, der Güster, ist in den letzten Jahren im Bestand zurückgegangen. Im Gegensatz dazu war eine Zunahme der Rotfeder zu verzeichnen. Der Forellenbarsch gelangte ähnlich wie im Wörthersee und Keutschacher See um die Jahrhundertwende auch in den Hafnersee. Seeforellen kommen vereinzelt im See vor, es wurden jedoch bereits Exemplare von bis zu 4 kg gefangen. Von den besetzten Silberkarpfen erreichten einige Exemplare beachtliche Größen von bis zu 20 kg.

Krebsvorkommen:

Edelkrebsbestand im See. Der Hafnersee beherbergt eine Edelkrebspopulation (Astacus astacus). Die Krebse sind sowohl in den Uferbereichen als auch in seinem Abfluss, dem Rachunzabach, zu finden.
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