Kärntner Seen - Bericht

Greifenburger Badesee

Trophie: schwach mesotroph

2018 war der Greifenburger Badesee wieder als schwach mesotrophes Gewässer einzustufen. 

Ein geringerer mittlerer Chlorophyll-a-Gehalt und ein höherer mittlerer Sauerstoffgehalt reichten für eine Einstufung in eine noch nährstoffärmere Trophieklasse knapp nicht aus. Die ermittelten Werte befanden sich nach wie vor im Grenzbereich der oligotrophen bzw. schwach mesotrophen Nährstoffklasse. Die Einstufung erfolgte vorwiegend aufgrund des kaum mehr vorhandene Sauerstoffes und der Schwefelwasserstoffbildung über Grund, der Anfang September 2018 gegeben war.

Der pH-Wert (pH 8,4) und die Leitfähigkeit (314 μS/cm) zeigten im Jahresmittel gegenüber den Vorjahren keine nennenswerten Veränderungen.
Die Gesamt-Phosphor-Konzentrationen im Epilimnion (0 - 6 m) lagen mit Werten von 8,8 µg/l (Juni) und 10,5 µg/l (September) im oligotrophen bis mesotrophen Grenzbereich.

Im Juni war knapp über dem Gewässergrund noch 3,5 mg/l Sauerstoff vorhanden. Anfang September sank die Konzentration ab 10 m Tiefe unter 0,2 mg/l und in 12 Meter Tiefe trat Schwefelwasserstoff auf. Der Grund dafür dürfte der vermehrte Abbau von abgesunkener, organischer Substanz sein, wodurch Sauerstoff gezehrt und allmählich aufgebraucht wurde.

Die Nitrat-Stickstoff-Konzentrationen bewegten sich in der oberflächennahen Schicht mit 519 µg/l im Jahresmittel im Bereich der Vorjahreswerte. Im September lag Stickstoff im Tiefenwasser aufgrund der großen Sauerstoffzehrung fast vollständig in Form von Ammonium vor. In 12 m Tiefe betrug die mittlere Ammonium-Stickstoff-Konzentration 892,5 µg/l. Der Maximalwert lag Mitte September bei 1.384 µg/l.

Die Chlorophyll-a-Konzentrationen des Epilimnions blieben mit Messwerten von 4 µg/l im Juni und 5 µg/l im September knapp über dem Grenzwert von <4 µg/l und damit im schwach mesotrophen Trophiebereich.

Das Frühsommerplankton bestand vorwiegend aus Chrysophyceen mit der Art Uroglena sp., die häufig vorkam (Häufigkeit 4). Eine weitere Goldalge, Dinobryon divergens, kam ebenfalls mittel bis häufig vor. Kieselalgen waren nur spärlich vorhanden.

Mitte September trat die kolonienbildende Goldalge Dinobryon divergens massenhaft in Erscheinung (Häufigkeit 5), gefolgt von der Kieselalge Fragilaria crotonensis, und der Panzeralge Peridium sp., die häufig vorhanden (Häufigkeit 4) waren. Mit mittlerer Häufigkeit wurden weitere Bacillariophyceen wie Cyclotella sp.,Ulnaria delicatissima var. angustissima u.a. bestimmt. Das Artenspektrum war im Gegensatz zum Frühjahrstermin variantenreicher.

2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)24,44,24,6
Temperatur (°C)0 m222,321,922,7
pH-Wert1 m28,48,48,5
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2314303325
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m210911
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 5 m2< 2< 2< 2
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 5 m2519406632
Chlorophyll a (µg/l)0 - 5 m2444
Gesamt-Phosphor (µg/l) 12 m2431967
Ammonium-Stickstoff (µg/l)12 m28934011384
Sauerstoff (mg/l)12 m21,8< 0,23,5
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Greifenburger Badesee

Allgemeine Informationen:

Künstlich angelegter Badesee. Der im oberen Drautal im Ortsgebiet von Greifenburg gelegene Greifenburger Badesee ist ein durch Schotterentnahmen entstandener Grundwassersee. Derzeit wird das Gewässer durch ständige Nassbaggerungen noch erweitert. Der See dient dem lokalen Badebetrieb.

Morphometrische Daten

Greifenburger Badesee - Geographische Daten
Geographische Länge13,19647715
Geographische Breite46,7479002
Seehöhe [m ü. A.]590
Greifenburger Badesee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,05
Max. Tiefe [m]14,5



Fischbestand:

Keine fischereiliche Nutzung. Der Greifenburger Badesee wird entsprechend der Bewilligungsbescheid-Auflage fischereilich nicht genutzt. Die Kenntnis über den Fischbestand ist daher dürftig und beschränkt sich auf Sichtungen. Folgende 4 Arten kommen sicher vor (PETUTSCHNIG, mündl. Mitteilung):


Krebsvorkommen:

Besiedelung mit Flusskrebsen. Im ehemaligen Baggersee konnten bisher keine Flusskrebse nachgewiesen werden. Der dichte Edelkrebsbestand im nahe gelegenen nördlichen Baggersee, sowie das erst im Sommer 1997 entdeckte Dohlenkrebsvorkommen (Austropotamobius pallipes) könnten in naher Zukunft durch ein natürliches Einwandern bzw. durch gezielte Besatzmaßnahmen zu einer Besiedelung des Badesees mit Flusskrebsen führen.
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