Kärntner Seen

Gösselsdorfer See

Trophie: schwach mesotroph

Der Gösselsdorfer See wies im Vergleich zum Vorjahr einen geringeren Phosphorgehalt auf. Die Einstufung des Gewässers wechselte im Untersuchungsjahr 2018 von mesotroph zu schwach mesotroph.

Anfang Mai wiesen die klare Sicht bis zum Gewässergrund (Sichttiefe: 2 m) und die Chlorophyll-a-Konzentration von 3 µg/l auf ein geringes Algenwachstum hin. Der Phosphorgehalt des Seewassers, gemessen am Gesamt-Phosphor (10 µg/l) und den für pflanzliche Organismen rasch aufnehmbaren Ortho-Phosphat-Phosphor (< 2 µg/l), war im Frühsommer eher gering. Gegen Ende der sommerlichen Produktionsphase erhöhte sich die Gesamtphosphor-Konzentration im Wasserkörper auf 19 µg/l. Bei einem Jahresmittelwert von 14 µg/l ist der Gösselsdorfer See als schwach mesotroph zu bewerten und verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr (2017: 17 µg/l).

Im Mai wurde im Gösselsdorfer See eine Nitrat-Stickstoff-Konzentration von 159 µg/l analysiert. Mitte August war diese im Freiwasser kaum mehr nachweisbar und lag unter der Bestimmungsgrenze. Das Jahresmittel von 82 µg/l an Nitrat-Stickstoff ordnete sich zwischen jenen der beiden Vorjahre ein. Sowohl im Mai als auch im August waren gute Sauerstoffbedingungen im Gösselsdorfer See gegeben. Die Konzentration an Ammonium, das bei ausreichender Sauerstoffversorgung über Nitrit zu Nitrat umgewandelt wird, war zu beiden Messterminen gering.

Die Schwebealgengemeinschaft setzte sich im Frühjahr vorwiegend aus den bäumchenförmigen Kolonien der Goldalge Dinobryon divergens und aus runden Kieselalgen (Centrales) der Gattung Cyclotella zusammen. Kieselalgen mit länglich-stäbchenförmigen Schalen (Pennales) konnten sich vor allem Ende August optimal entwickeln. In der Spätsommerprobe zeigte sich ein massenhaftes Vorkommen von Fragilaria ulna var. angustissima. Neben weiteren Vertretern der Kieselalgen traten kleine, koloniebildende Blaualgen (Cyanophyceae) wie Chroococcus limneticus verstärkt auf, die sich vorwiegend bei geringeren bis mittleren Phosphorkonzentrationen im oligotrophen bis schwach mesotrophen Nährstoffbereich vermehren.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)21,951,92
Temperatur (°C)0 m223,320,226,3
pH-Wert1 m2888
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2366,5365368
Gesamt-Phosphor (µg/l) 1 m2141019
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 1 m2< 2< 22
Nitrat-Stickstoff (µg/l)1 m282< 11159
Ammonium-Stickstoff (µg/l)1 m213620
Sauerstoff (mg/l)1 m28,27,78,6
Phytoplankton (mm³/l)1 mn.a.
Chlorophyll a (µg/l)1 m2333
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Gösselsdorfer See

Allgemeine Informationen:

Der am stärksten verlandete See des Kärntner Unterlandes, der Gösselsdorfer See, liegt südöstlich des Turnersees. Von der ursprünglich etwa 1 km² großen Seefläche ist heute nur noch eine 32 ha große, freie Wasserfläche vorhanden. Die größte Tiefe beträgt 3 m. Weite Teile des Seebodens sind nicht tiefer als 2 bis 2,5 m, weshalb sich keine thermische Schichtung ausbilden kann.

Grundwassergespeister See. Der See besitzt nur unbedeutende oberirdische Zuflüsse, die Speisung erfolgt in der Hauptsache über das Grundwasser. Der Abfluss mit einer Wasserführung von 150 l/s verlässt den See im Norden und entwässert in die Drau.

See mit moorigem Charakter. Der Gösselsdorfer See wird größtenteils von einem breiten Schilfbestand umgeben. Die Seefläche selbst ist mit einem reichen Seerosen-, Teichrosen- sowie Unterwasserpflanzenbestand bewachsen. Die im Süden und Norden angrenzenden, großen Verlandungsflächen verleihen dem See einen moorigen Charakter. Der hohe Gehalt an Huminsäuren verursacht die bräunliche Wasserfarbe.

Für den Vogelzug von Bedeutung. Der Gösselsdorfer See dient den Zugvögeln als Rastplatz nach der Karawankenüberquerung. An Brutvögeln gibt es hier u. a. Haubentaucher, Stockenten und Rohrammer.

Landschaftsschutz. Der Gösselsdorfer See liegt im 476 ha großen, gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet (LGBl. Nr. 51/1970, 101/1979 und 75/1986). Im Süden des Sees wurde 1986 ein 23,4 ha großes Gebiet (Gösselsdorfer See Süd) unter Naturschutz gestellt (LGBl. Nr. 71/1986).

Morphometrische Daten

Gösselsdorfer See - Geographische Daten
Geographische Länge14,61946847
Geographische Breite46,56519225
Seehöhe [m ü. A.]469
Gösselsdorfer See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,32
Max. Tiefe [m]3
Mittlere Tiefe [m]1,9
Volumen [m³]608.000
Einzugsgebiet [km²]28,81



Fischbestand:

Im Gösselsdorfer See leben nach Auskunft des Fischereipächters, Herrn SDOVC (Wallerwirt in Gösselsdorf), folgende 11 Fischarten:

Rückläufiger Fischbestand. Die Karpfen reproduzieren sich selbst, wobei Spiegel- wie auch Wildkarpfen vorkommen. Der Gösselsdorfer See beherbergt außerdem einen guten Bestand an Welsen, von denen alle Jahrgänge zu finden sind. Amur- und Silberkarpfen wurden in den 1970er Jahren eingesetzt, der Bestand dieser Fische geht jedoch zurück. Es kommen keine Lauben und keine Zander vor. Die Barschpopulation ist verbuttet.

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