Kärntner Seen

Forstsee

Trophie: schwach mesotroph

Die Wasserqualität des Forstsees war 2018 wie im Jahr zuvor wieder mit schwach mesotroph zu bewerten. Ausschlaggebend für diese Bewertung waren die Gesamt-Phosphor- und Chlorophyll-a-Konzentrationen.

Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration im Epilimnion (0 - 6 m) betrug wie im Vorjahr 12 µg/l. Über Grund nahm die maximale Konzentration im Vergleich zu 2017 von 20 µg/l auf 26 µg/l zu. In 30 m Tiefe trat anders als 2017 wieder ein völliger Sauerstoffschwund auf.

An beiden Untersuchungsterminen war die Sauerstoffgrenze in 23 m Tiefe festzustellen. Entsprechend hat die Ammonium-Stickstoff-Konzentration in 30 m Tiefe im Vergleich zum Vorjahr von mittleren 17 µg/l auf 229 µg/l zugenommen.

Die mittlere Konzentration an Nitrat-Stickstoff im Epilimnion befand sich mit 458 µg/l innerhalb des langjährigen Schwankungsbereiches.

Mit einer Sichttiefe von 4,7 m im Juni und 5,3 m im September war im Forstsee wieder eine besser Lichtdurchlässigkeit gegeben als 2017 (3,9 und 4 m), was auf eine geringere Algenentwicklung schließen ließ.

Dafür sprachen auch die niedrigeren Chlorophyll-a-Konzentrationen (5 µg/l im Juni und 4 µg/l im September).

Die Algengemeinschaft des Forstsees war Anfang Juni (05.06.2018) vorwiegend von der Goldalge (Chrysophyceae) Mallomonas sp. und von der Panzeralge (Dinophyceae) Ceratium hirundinella geprägt, die als häufig (Häufigkeit 4 der 5-stufigen Skala) vorkommend eingestuft wurden. Regelmäßig (Häufigkeit 3) traten die Grünalgen (Chlorophyceae) mit den chlorococcalen Formen, Coenochloris fottii und Pandorina morum, eine Art die nährstoffreiche Gewässer bevorzugt, auf. Ebenso regelmäßig kam die Panzeralge Peridinium sp. und mit Staurastrum sp. eine Zieralge (Desmidiales) im Plankton vor. Im September (04.09.2018) trat nur die bäumchenförmige Goldalge Dinobryon divergens häufig auf. Regelmäßig waren die kugeligen Blaualgen (Cyanophyceae) Chroococcus sp., Microcystis sp. und Snowella sp. sowie die Grünalge Coelastrum sp. und die Panzeralge Ceratium hirundinella anzutreffen. Insgesamt wurden anhand aller Algenproben 39 Arten aus 8 Algenklassen (Bacillariophyceae, Chlorophyceae, Chrysophyceae, Conjugatophyceae, Cryptophyceae, Cyanophyceae, Dinophyceae, Euglenophyceae) bestimmt.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)254,75,3
Temperatur (°C)0 m222,22123,3
pH-Wert1 m28,58,48,6
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m2264259270
Phytoplankton (mm³/l)0 - 30 mn.a.
Chlorophyll a (µg/l)0 - 30 m22,10,55
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2121014
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m2333
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m2458270646
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 mn.a.
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m24,545
Gesamt-Phosphor (µg/l) 30 m2242126
Ammonium-Stickstoff (µg/l)30 m2229185272
Sauerstoff (mg/l)30 m2< 0,2< 0,2< 0,2
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Forstsee

Allgemeine Informationen:

Nördlich des Wörthersees, eingebettet zwischen Hügeln der Ossiacher Tauern, liegt der Forstsee.
Der künstlich angelegte Stausee befindet sich auf 600 Metern Seehöhe im Gemeindegebiet von Techelsberg am Wörthersee.

Nutzen aus der Kraft des Wassers. Der 29 ha große Forstsee erreicht bei höchster Staustufe eine maximale Tiefe von 35 Metern. Der auf einem Höhenrücken nördlich des Wörthersees gelegene See weist naturkundlich kaum Besonderheiten auf. Er steht über eine Druckrohrleitung und ein Kraftwerk in direkter Verbindung mit dem Wörthersee. Das Kraftwert Forstsee ging 1925 als erstes Speicherkraftwerk Kärntens in Betrieb. Das direkt am Wörthersee befindliche Kraftwerk wurde in ein Schaukraftwerk umfunktioniert und steht für Besucher offen. Während des Pumpbetriebes wird Wörtherseewasser in den Forstsee gepumpt. Dieses wir dann wieder abgearbeitet.
Durch die Verbindung des Forstsees mit dem Wörthersee, unterscheiden sich die beiden Seen hinsichtlich der Wasserqualität und des Planktons kaum.

An den bewaldeten Ufern des abgeschiedenen Sees findet in geringem Maße Badebetrieb statt. Der Uferbereich ist von Felsen, zahlreichen Halbinseln und Buchten geprägt, welche zumeist mit Wäldern bedeckt sind. Für Naturfreunde bietet der See ein abwechslungsreiches Ufer sowie Hinterland.
Nicht weit entfernt vom Wörthersee, bietet sich dem Besucher am Ufer des Forstsees ein komplett anderes Bild. Abseits vom hektischen Treiben in den Tourismuszentren des Wörthersees lädt ein natürlicher Strand in traumhafter Umgebung zum Baden ein. Beschilderte Wege machen ausgedehnte Spaziergänge zu einem Erlebnis.

Morphometrische Daten

Forstsee - Geographische Daten
Geographische Länge14,07198324
Geographische Breite46,63074568
Seehöhe [m ü. A.]601
Forstsee - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,29
Max. Tiefe [m]35
Mittlere Tiefe [m]22
Volumen [m³]6.500.000
Einzugsgebiet [km²]2,4


Tourismus:

Rundwanderweg durch die Natur. Entlang des Nordufers des Forstsees verläuft ein Rundwanderweg, der von Göriach im Gemeindegebiet Velden am Wörthersee über die romantische Römerschlucht an das Ufer des Forstsees führt. Über das Stauwerk verlässt der Weg das Ostende des Sees, führt hinunter zum Meterbach und über Tibitsch führt der Weg hinauf nach Sekull. Spannendes und Wissenswertes liefern Schautafeln zu Themen wie Fischerei, sichtbare Spuren durch eiszeitliche Gletscher, seinerzeitige Nutzung der Wasserkraft und zum Pörtschacher Marmor.

Fischbestand:

Im Forstsee kommen folgende 14 Fischarten vor (OITZINGER, mündl. Mitteilung):


Besatz zu sportfischereilichen Zwecken. Durch die kraftswerksbedingte Absenkung des Forstsees ist nur eine geringe Fischproduktion gegeben. Zu sportfischereilichen Zwecken werden Karpfen, Zander, Hecht, Wels, Schleie und Bachsaibling besetzt.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Orte um den Wörthersee noch kleine, unbekannte Fischerdörfer. Zu dieser Zeit wurde die Fischerei auch intensiver betrieben, der Ausfang war ergiebiger. Heute tummeln sich nicht mehr so viele Fische im Forstsee, doch haben sich alle Fischarten erhalten.
Am Nordufer des Forstsees steht die Vereinshütte der Fischereigemeinschaft Forstsee. Am Forstsee finden zahlreiche Aktivitäten wie das beliebte Wettfischen für Kinder und Erwachsene statt.

Krebsvorkommen:

Der Edelkrebs (Astacus astacus) ist im Forstsee und in dessen Zufluss, dem Meterbach zu finden.
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