Kärntner Seen - Bericht

Afritzer See

Trophie: mesotroph

2019 wurde der Afritzer See den mesotrophen Gewässern zugeordnet. Die mittlere Gesamt-Phosphor-Konzentration im Jahresmittel betrug 15 µg/l und lag an der Grenze zwischen schwach mesotropher und mesotropher Trophiestufe. Die Chlorophyll-a- und Phytoplankton-Konzentrationen wiesen 2019 im Mittel auf eine schwach mesotrophe Tendenz des Gewässers hin.


Während der See im Jahr 2018 im Frühjahr und Herbst nicht bis zum Grund zirkulierte, wurde der See im Untersuchungsjahr 2019 sowohl im April als auch im November vollständig durchmischt. Der Sauerstoff-Gehalt in 20 m Tiefe betrug zu diesen Terminen mindestens 7,4 mg/l. Während der Stagnationsphase im Sommer wurde Sauerstoff beim Abbau von abgesunkenem organischen Material verbraucht. Die Sauerstoffgrenze (<0,2 mg/l) verlief in im September in 13 m Tiefe, ab 15 m Tiefe wurde Schwefelwasserstoffbildung dokumentiert.


In den Zirkulationsphasen im April und November war die Blaualge Planktothrix rubescens über alle Tiefenstufen dominant. Während des Sommers schichtete sich die fädige Art in 7–12 m ein und bildete ein Biovolumen bis zu 4,72 mm³/l. In der Oberflächenschicht (0-6 m) waren Kieselalgen (Cyclotella sp. im Juni und Fragilaria crotonensis im September) vorherrschend.


Im Gegensatz zum Vorjahr wurde 2019 keine vermehrte Entwicklung von Cyanobakterien festgestellt.


2019 wurden in den Badebereichen keine Unterwasserpflanzen gemäht.


2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)43,73,34,3
Temperatur (°C)0 m414,46,123,4
pH-Wert1 m48,27,48,8
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4170164180
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 20 m41,260,252,3
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 22 m4191124
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m4151024
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m43<26
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m4148<60232
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m40,990,362,56
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m45,74,28,3
Gesamt-Phosphor (µg/l) 20 m4371489
Ammonium-Stickstoff (µg/l)20 m426330741
Sauerstoff (mg/l)20m43,8<0,27,7
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 |
Afritzer See

Allgemeine Informationen:

Im Gegendtal zwischen den steil zum See hin abfallenden Hängen des Mirnock und des Wöllaner Nock liegt der Afritzer See. Während das Südwestufer weitgehend unberührt ist und der Wald bis zum Ufer hinabreicht, verläuft die Millstätter-Bundesstraße (B 98) entlang des Nordostufers. Der Afritzer See ist der Rest eines ehemals wesentlich größeren Sees, der durch einen Felssturz geteilt wurde. Dieser bildet die Wasserscheide, wodurch ein Teil, der heutige Feldsee, nach Nordwesten zum Millstätter See und der Afritzer See nach Südosten in Richtung Treffen entwässern.



Warme Oberflächentemperaturen. Der See ist im Sommer streng geschichtet und erreicht an der Oberfläche Wassertemperaturen von mehr als 23°C.

Das durch Schilfbestände charakterisierte Nordwest- und das abflussseitig gelegene Südostufer verlaufen flach. Entlang der Straße und an der Südseite des Sees gibt es mehrere Anwesen, Gasthäuser, ein Bungalowdorf sowie Bäder.

Landschaftsschutzgebiet. Der Afritzer See gehört zum gleichnamigen, 144 ha großen Landschaftsschutzgebiet (LGBl. Nr. 86/1970, LGBl. Nr. 63/1983).


Morphometrische Daten

Afritzer See - Geographische Daten
Geographische Länge13,769626
Geographische Breite46,7434495
Seehöhe [m ü. A.]750
Afritzer See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,487853
Max. Tiefe [m]22,5
Mittlere Tiefe [m]14,2
Volumen [m³]6.925.741
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]1,7
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]130
Einzugsgebiet [km²]8,67

Tiefenkarte

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Fischbestand:

Im Afritzer See leben folgende 15 Fischarten (HUBMANN, 1996):


Hoher fischereilicher Ertrag. Der Afritzer See wird wie der Feldsee von der Fischzuchtanstalt Feld am See bewirtschaftet und angelfischereilich genutzt. Der jährliche Ertrag ist hoch und liegt zwischen 30 und 40 kg/ha. Besetzt werden vor allem Karpfen, Hechte und Reinanken. Zusätzlich wurde ein Besatz mit Seeforellen durchgeführt. Im Jahre 1981 wurde ein Hecht mit einer Länge von 141 cm und einem Gewicht von 18 kg gefangen, der den Namen "Dagobert" erhielt. Dieser Fisch ist heute im Landesmuseum Klagenfurt zu sehen.

Coregonen wurden besetzt und vermehren sich heute natürlich, sie werden bereits angelfischereilich stark genutzt. Die Hauptfische des Afritzer Sees sind Rotaugen und Barsche, weiters kommen Lauben, Brachsen, Rotfedern und noch in großer Häufigkeit Aale vor. Die Anzahl an Aiteln, Welsen und Zandern ist gering (HUBMANN, 1996).

Krebsvorkommen:

Ursprünglicher Edelkrebsbestand. Der Afritzer See beherbergte wie die meisten Kärntner Seen ursprünglich einen Edelkrebsbestand. Dieser wurde durch das Auftreten der Krebspest jedoch vernichtet. Seit 1992 wird der Versuch unternommen einen Edelkrebsbestand (Astacus astacus) im See anzusiedeln. In den letzten Jahren wurden durchschnittlich 1000 Stück pro Jahr Besatzkrebse im See ausgesetzt.
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