Kärntner Seen - Bericht

Afritzer See

Trophie: mesotroph

Der Afritzer See wurde 2018 als mesotrophes Gewässer eingestuft. Die Gesamt-Phosphor-Konzentration im Jahresmittel lag sowohl im Epilimnion (0-6 m) mit 17 µg/l als auch über die gesamte Wassersäule gewichtet (0-22 m) mit 22 µg/l in der mesotrophen Nährstoffklasse.

Die durchschnittliche Chlorophyll-a-Konzentration (0-6 m) entsprach mit mittleren 14 µg/l bereits mäßig hohen Nährstoffverhältnissen, die sich in der Phytoplankton-Konzentration (1,586 mm³/l Mittelwert) spiegelten. Im August wurde eine Maximal-Konzentration von 3,528 mm³/l bestimmt.

Über Grund wurden im April 2018 maximal 2,7 mg/l Sauerstoff gemessen, die Zirkulation erfasste den Wasserkörper zu diesem Zeitpunkt nicht bis zum Grund. Die Nährstoffe konnten aufgrund des fehlenden Sauerstoffs in der Tiefe nicht im Sediment gebunden werden und wurden von Algen für den Aufbau von Biomasse genutzt. Während des Sommers wurde Sauerstoff weiter bei Abbauprozessen verbraucht, im August lag die Sauerstoffgrenze in 10 m Tiefe. Ab 12 m wurde Schwefelwasserstoffbildung festgestellt. Im November zirkulierte der See erst bis 10 m Tiefe.

In den Zirkulationsphasen im April und November war die fädige Blaualge Planktothrix rubescens dominant. Im August sank die Sichttiefe auf 1,4 m, gleichzeitig wurde eine grünliche Verfärbung dokumentiert, die durch die Entwicklung von Anabaena spiroides, einer fädigen Cyanophyceae, hervorgerufen wurde. Da das Cyanophyceen-Biovolumen mit einem Wert von 2,899 mm³/l über 1,0 mm³/l lag wurde eine zusätzliche Probe zur Untersuchung auf Cyanobakterientoxine an die AGES (Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit- Institut für Hydroanalytik Linz) geschickt. Die kontrollierte Probe enthielt keine bestimmbaren Cyanobakterientoxine.

2018 wurden in den Badebereichen keine Unterwasserpflanzen gemäht.
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
NameTiefenMittelMinMaxGrafik
Sichttiefe (m)43,21,44,7
Temperatur (°C)0 m413,27,220,3
pH-Wert1 m48,27,29,3
Leitfähigkeit (µS/cm)1 m4164138177
Phytoplankton (mm³/l) gew.0 - 20 m40,9790,4761,665
Gesamt-Phosphor (µg/l) gew.0 - 22 m4221133
Gesamt-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m417922
Orthophosphat-Phosphor (µg/l) 0 - 6 m42< 24
Nitrat-Stickstoff (µg/l)0 - 6 m4179< 11422
Phytoplankton (mm³/l)0 - 6 m41,5860,4263,529
Chlorophyll a (µg/l)0 - 6 m414430
Gesamt-Phosphor (µg/l) 20 m45616113
Ammonium-Stickstoff (µg/l)20 m4455401053
Sauerstoff (mg/l)20 m40,8< 0,22,7
2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 |
Afritzer See

Allgemeine Informationen:

Im Gegendtal zwischen den steil zum See hin abfallenden Hängen des Mirnock und des Wöllaner Nock liegt der Afritzer See. Während das Südwestufer weitgehend unberührt ist und der Wald bis zum Ufer hinabreicht, verläuft die Millstätter-Bundesstraße (B 98) entlang des Nordostufers. Der Afritzer See ist der Rest eines ehemals wesentlich größeren Sees, der durch einen Felssturz geteilt wurde. Dieser bildet die Wasserscheide, wodurch ein Teil, der heutige Feldsee, nach Nordwesten zum Millstätter See und der Afritzer See nach Südosten in Richtung Treffen entwässern.



Warme Oberflächentemperaturen. Der See ist im Sommer streng geschichtet und erreicht an der Oberfläche Wassertemperaturen von mehr als 23°C.

Das durch Schilfbestände charakterisierte Nordwest- und das abflussseitig gelegene Südostufer verlaufen flach. Entlang der Straße und an der Südseite des Sees gibt es mehrere Anwesen, Gasthäuser, ein Bungalowdorf sowie Bäder.

Landschaftsschutzgebiet. Der Afritzer See gehört zum gleichnamigen, 144 ha großen Landschaftsschutzgebiet (LGBl. Nr. 86/1970, LGBl. Nr. 63/1983).


Morphometrische Daten

Afritzer See - Geographische Daten
Geographische Länge13,769626
Geographische Breite46,7434495
Seehöhe [m ü. A.]750
Afritzer See - Morphometrische Daten
Fläche [km²]0,487853
Max. Tiefe [m]22,5
Mittlere Tiefe [m]14,2
Volumen [m³]6.925.741
Theoretische Wassererneuerungszeit [Jahre]1,7
Abfluss MQ (1971 - 1990) [l/s]130
Einzugsgebiet [km²]8,67

Tiefenkarte

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Fischbestand:

Im Afritzer See leben folgende 15 Fischarten (HUBMANN, 1996):


Hoher fischereilicher Ertrag. Der Afritzer See wird wie der Feldsee von der Fischzuchtanstalt Feld am See bewirtschaftet und angelfischereilich genutzt. Der jährliche Ertrag ist hoch und liegt zwischen 30 und 40 kg/ha. Besetzt werden vor allem Karpfen, Hechte und Reinanken. Zusätzlich wurde ein Besatz mit Seeforellen durchgeführt. Im Jahre 1981 wurde ein Hecht mit einer Länge von 141 cm und einem Gewicht von 18 kg gefangen, der den Namen "Dagobert" erhielt. Dieser Fisch ist heute im Landesmuseum Klagenfurt zu sehen.

Coregonen wurden besetzt und vermehren sich heute natürlich, sie werden bereits angelfischereilich stark genutzt. Die Hauptfische des Afritzer Sees sind Rotaugen und Barsche, weiters kommen Lauben, Brachsen, Rotfedern und noch in großer Häufigkeit Aale vor. Die Anzahl an Aiteln, Welsen und Zandern ist gering (HUBMANN, 1996).

Krebsvorkommen:

Ursprünglicher Edelkrebsbestand. Der Afritzer See beherbergte wie die meisten Kärntner Seen ursprünglich einen Edelkrebsbestand. Dieser wurde durch das Auftreten der Krebspest jedoch vernichtet. Seit 1992 wird der Versuch unternommen einen Edelkrebsbestand (Astacus astacus) im See anzusiedeln. In den letzten Jahren wurden durchschnittlich 1000 Stück pro Jahr Besatzkrebse im See ausgesetzt.
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