Schutz der Wasserpfanzen

Bild Schutz der Wasserpfanzen Seen, 04.02.2019

Wasserpflanzen tragen wesentlich zum ökologischen Gleichgewicht von Seen bei und erfüllen wichtige, oft unbeachtete Funktionen. Sie dienen als Substrat für Aufwuchsorganismen und Fischnährtiere, spenden Schatten und bieten aufgrund ihrer räumlichen Struktur zahlreichen Fischen und Wassertieren Unterschlupf.




Besonders die Unterwasser- und Schwimmblattvegetation von Flachwasserzonen ist für viele Fischarten als Laichplatz und Kinderstube von großer Bedeutung. Bezeichnenderweise werden die Potamogeton-Arten auch „Laichkräuter“ genannt. Ein großer Teil des Sauerstoffs in stehenden Gewässern stammt von den Wasserpflanzen. Das Fehlen oder Vorhandensein von aquatischer Vegetation hat direkte und indirekte Auswirkungen auf beispielsweise Sichttiefe, Sauerstoffgehalt, Algenbildung, und Nahrungsnetz. Als Konkurrent um den essentiellen Pflanzennährstoff können sie das Wachstum von Algen erheblich beeinflussen und somit zur Transparenz eines Sees beitragen.


Zahlreiche Wasserpflanzen sind vollkommen geschützt (Pfanzenartenschutzverordnung BLBG II Nr. 94/2019) und einige sind laut der Roten Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen Kärntens (NWV, Carinthia II, Kniely et al. 1995: 353–392) mehr oder weniger stark gefährdet, wie beispielsweise das „Wechselblütige Tausendblatt“ (Myriophyllum alterniflorum). Aufgrund der Morphologie der Seeufer können sich an Stellen an denen das Sonnenlicht bis zum Grund dringt Wasserpflanzen entwickeln, sodass sie vorzugsweise im seichten Uferbereich vorkommen.


Jedoch werden die Unterwasserpflanzen von vielen Badegästen, Seeanrainern sowie von Betreibern von Hotels und Strandbädern als störend empfunden, da sie an einigen Stellen den Zugang bis zum Erreichen der Schwimmtiefe und darüber hinaus erschweren oder unmöglich machen. Da es sich bei Wasserpflanzenbeständen aber um naturschutzfachlich und gewässerökologisch wertvolle Lebensräume handelt, in denen auch geschützte Tierarten vorkommen, ist eine Entfernung ohne vorherige Begutachtung durch Naturschutzsachverständige nicht zulässig. Jedes Mähen oder Beseitigen von Wasserpflanzen aus einem Gewässer stellt einen meldepflichtigen Eingriff dar und bedarf einer Ausnahmegenehmigung. Ein Mähen der Wasserpflanzen darf, wenn gestattet, nur nach den Vorgaben des naturschutzfachlichen Amtsachverständigen händisch oder mittels Mähboot erfolgen. Für letztgenannten Fall steht ein Mähboot des Landes zu Verfügung.