Anitfouling - Österreichweite Fallstudie

Bild Anitfouling - Österreichweite Fallstudie Seen, 20.01.2020

Das Umweltbundesamt hat 2015 eine Fallstudie zu Antifoulingwirkstoffen in der Umwelt durchgeführt und unter anderem auch Proben vom Wörthersee bearbeitet. Im Nahbereich von Marinas, Sportboothäfen und Werften wurden Antifoulingwirkstoffe im Wasser und Sediment nachgewiesen.




Das Umweltbundesamt hat 2015 eine Fallstudie zu Antifoulingwirkstoffen in der Umwelt durchgeführt. Im Nahbereich von Marinas, Sportboothäfen und Werften wurden Antifoulingwirkstoffe im Wasser und Sediment nachgewiesen.


Antifoulings verhindern den Aufwuchs (Fouling) durch Einzeller, Algen und kleine Tiere (Muscheln) auf Schiffsrümpfen. Sie sind Antifoulingfarben beigemischt, aus denen sie sich auswaschen, wodurch der Aufwuchs gehemmt wird. Antifoulinganstriche sind in der Regel jährlich aufzufrischen. Eine besonders große Menge an Wirkstoffen gelangt ins Wasser bzw. in aquatische Ökosysteme, wenn frisch gestrichene Bootskörper zu Wasser gelassen werden.


Erstmals wurden in österreichischen Sportboothäfen und Werften die Antifoulingwirkstoffe Cybutryn, DCOIT, Tolylfluanid und Dichlofluanid, die beiden letzteren indirekt durch die Detektion ihrer Metaboliten N,N-DMS, DMST und DMSA, nachgewiesen. Während der Metabolit N,N-DMS (Abbauprodukt von Tolylfluanid und Dichlofluanid) an sieben von zehn Messstellen am häufigsten in der Wasserprobe nachgewiesen wurde, war der Wirkstoff Cybutryn am häufigsten in der Sedimentprobe zu finden. Insgesamt ist das Wissen über Biozid-Einträge (Ausmaß, Eintragspfade) in Gewässer noch sehr gering. Daher können Einträge aus anderen Quellen für den Metaboliten N,N-DMS nicht ausgeschlossen werden. Die Studie belegt, dass vor allem persistente Metaboliten und Wirkstoffe häufiger nachgewiesen werden und sich in Ökosystemen anreichern können.


Zum Bericht des Umweltbundesamtes.