Heizen und Kühlen mit Seewasser

Bild Heizen und Kühlen mit Seewasser Seen, 20.01.2020

Vom Land wurde die Erstellung eines „Wörthersee Modells“ zur Ermittlung der maximalen thermischen Nutzungskapazität (Wärmetauschanlagen) des Seewassers zum Heizen und Kühlen beauftragt.




Dazu werden zurzeit an mehreren Messstationen bis Ende 2020 im Wörthersee im Tiefenprofil Temperatur und Sauerstoffgehalt gemessen. Die Daten dienen zur Eichung des Modells.


Der Wörthersee verfügt über ein großes und wertvolles thermisches Potential, um mit Wasser zu heizen bzw. zu kühlen. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach erneuerbarer Energie und der Vorgabe den Kohlendioxidausstoß zu senken, nimmt der Bedarf an Seewasser zum Heizen und Kühlen für private und öffentliche Gebäude stetig zu.


Thermische Eingriffe haben einen direkten Einfluss auf die physikalischen und chemischen Prozesse im See, sie wirken auf Schichtungs- und Zirkulationsprozesse und beeinflussen das pflanzliche und tierische Leben im See. Eine Störung der Schichtung durch eine thermische Belastung kann interne Eutrophierungsprozesse durch das Verfrachten von Nährstoffen und sauerstofffreiem Seewasser aus der Tiefe in die produktive Zone zur Folge haben.


Aus diesem Grund muss der Betrieb von Wärmepumpen, die Seewasser nutzen, so gesteuert werden, dass dadurch die physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse des Ökosystems nicht wesentlich beeinträchtigt werden. Zurzeit weist der Wörthersee entsprechend den Vorgaben der QZV Ökologie OG (i.d.g.F.) anhand der Qualitätselemente Phytoplankton, Makrophyten und Fische den guten ökologischen Zustand auf.


Der Wörthersee verfügt bereits über einige Anlagen zum Kühlen und Heizen. Kenntnisse über die Auswirkung dieser thermischen Nutzungen auf den natürlichen Wärmehaushalt des Sees und dessen Folgen fehlen. Daher ist es nötig seine Kapazität als Ressource für Wärmetauschanlagen zu ermitteln, um den guten ökologischen Zustand des Sees nicht zu gefährden. Aus diesem Grund wurde zur Ermittlung der theoretischen maximalen Nutzungskapazität die Erstellung eines „Wörthersee-Modells“ (ein dreidimensionales hydrodynamisches Modell) an die Ingenieurgesellschaft Kobus und Partner GmbH in Auftrag gegeben. Das Land Kärnten erhebt zurzeit an mehreren Messstationen im Wörthersee Temperatur und Sauerstoffdaten im Tiefenprofil, die neben den bereits vorhandenen Daten zur Eichung des Modells verwendet werden.