Fische

Bachschmerle (Barbatula barbatula)

Bild: Bachschmerle (Barbatula barbatula)

Beschreibung

Die Bachschmerle gehört je nach zugrunde gelegter Quelle zur Familie der Bach- oder Flussschmerlen (Nemacheilidae) oder zur Familie der Platt- oder Karpfenschmerlen (Balitoridae). Auffälliges Merkmal sind 6 Barteln im Kopfbereich, davon 4 auf der Oberlippe und zwei in den Mundwinkeln des unterständigen Mauls. Der Körper ist drehrund und nur der Schwanzstiel seitlich etwas abgeflacht. Die Bachschmerle hat keine bzw. nur wenige, sehr kleine Schuppen ist aber durch eine dicke Schleimhaut geschützt. Normalerweise werden Bachschmerlen 15 cm lang. Die maximal dokumentierte Länge beträgt 21 cm (200 g Gewicht). Die Tiere erreichen ein Alter von maximal 7 Jahren.

Lebensweise

Bachschmerlen sind dämmerungs- und nachtaktive Kleinfische, welche bevorzugt kleine, seichte Fließgewässer besiedeln, in denen sie auch hohe Bestandsdichten erreichen können. Bachschmerlen werden in einem Alter von 1 bis 2 Jahren geschlechtsreif. Die Eianzahl liegt zwischen 400 bis 3.000 Eier. Die Fortpflanzung erfolgt im Frühjahr in den Monaten März bis Mai wobei der Laich zeitlich versetzt an Pflanzen und Wurzeln abgegeben wird. Die nachtaktive Bachschmerle durchwühlt den Kies oder Sand nach Nahrung. Sie sucht dabei vorwiegend nach organischen Abfällen, Insektenlarven, Kleinkrebsen, Egeln oder Schnecken. Auch Fischlaich zählt zur Nahrung der Bachschmerle. Sauerstoff kann die Bachschmerle auch über die Haut und den Darm aufnehmen.

Lebensraum

Die Bachschmerle ist mit Ausnahme der oberen Forellenregion (Epirhithral) in allen Fischregionen zu finden, wobei sie, abhängig von der jeweiligen Fischbioregion, ab der unteren Forellenregion (Metarhithral) als seltene bzw. typische Begleitart in Kärnten auftritt. In Restösterreich ist die Bachschmerle in einigen Fischbioregionen als Leitart eingestuft (z.B.: östl. Flach und Hügelländer, Alpenvorland, Flysch, Granit & Gneis). Die Bachschmerle ist mit Ausnahme der Iberischen und Appeninischen Halbinsel, des Balkan, Griechenlands, Schottlands, Dänemarks, Norwegens, Nordschwedens und Nordfinnlands in ganz Europa verbreitet ist.


Heute bekannte Vorkommen der Bachschmerle in Kärnten sind die Lauenbäche der Oberen Drau bei Kleblach und Dellach (z.B. Goschnbachl und Pichlergraben), der Siflitzbach vor der Mündung in die Drau, die Möll vor der Mündung und der Zufluss des sogenannten Griffner Sees.


Gefährdung

Die Bachschmerle ist laut der Roten Liste Österreich „nicht gefährdet“, nach der Roten Liste Kärnten ist sie stark gefährdet. Trotz dieser Einstufung ist ein kontinuierlicher Rückgang dieser Art durch den Verlust der natürlichen Lebensräume zu verzeichnen.


Rote Liste Kärnten: stark gefährdet

Rote Liste Österreich: nicht gefährdet