Fische

Zander (Sander lucioperca)

Bild: Zander (Sander lucioperca)

Beschreibung

Der Zander gehört zur Familie der Echten Barsche (Percidae). Er ist der größte im Süßwasser lebende Barschartige Europas. Er hat einen gestreckten, spindelförmigen Körper mit zugespitztem Kopf. Das Maul ist tief ausgeschnitten. Als Vertreter der Barschartigen hat der Zander zwei Rückenflossen, die vordere mit Stachelstrahlen und die hintere mit Gliederstrahlen. Der Zander kann bis zu 130 cm lang, 18 kg schwer und 19 Jahre alt werden. Kleinfische, die von einem Zander attackiert wurden kann man häufig am „Zanderbiss“ erkennen. Meistens sind dann 4 Löcher im Körper zu erkennen, da der Zander 4 lange Fangzähne besitzt mit denen er den Fisch zuerst festhält.

Lebensweise

Der Zander ist ein Raubfisch des freien Wassers, der dichte Pflanzenbestände der Uferregion meidet. Er bevorzugt große und mittlere, warme Seen mit guten Sauerstoffverhältnissen sowie hartem Untergrund. Die Laichzeit erstreckt sich von März bis Juli, als Laichplätze wählt der Zander gerne Bereiche mit festem Untergrund und Wurzeln. Durch fächelnde Bewegungen befreit das Männchen die gewählte Laichstelle von Schlamm und anderen Verunreinigungen. Das Zandermännchen betreibt intensive Brutpflege, was bei unseren heimischen Fischen eher die Ausnahme ist. Nach der Befruchtung bleibt es noch bis zum Schlüpfen der jungen Larven beim Laichplatz. Es fächelt dabei den Eiern mit den Brustflossen Frischwasser zu und bewacht sie vor Fressfeinden. Die jungen Larven schlüpfen nach etwa 4 - 8 Tagen. Jungtiere ernähren sich hauptsächlich von Zooplankton aber bereits nach wenigen Wochen stellen sie auf Fischnahrung um. Erwachsene Fische fressen vor allem Lauben, Rotaugen und Barsche. Auch Kannibalismus spielt wie beim Flussbarsch eine Rolle.

Lebensraum

Der Zander bewohnt die Brachsenregion (Metapotamal), kommt aber hauptsächlich in stehenden Gewässern vor. Er lebt in Europa vom Stromgebiet des Rheins bis zum Ural und in Westasien in der nordwestlichen Türkei und rund um das Kaspische Meer. Zander kommen auch im Brackwasser der gesamten Ostsee vor. In Kärnten kam der Zander ursprünglich nicht vor. Er wurde ab dem Ende des 19. Jahrhunderts aus wirtschaftlichen Beweggründen besetzt. Heute findet man den Zander in fast allen Kärntner Seen, in Teichen sowie in den Stauräumen der Drau unterhalb von Villach. Seit der Sanierung der Seen (höhere Sichttiefe) zeigt sich ein Rückgang der Zanderbestände zugunsten anderer Fischarten.

Gefährdung

Hauptursachen für den Rückgang des Zanders sind an vielen Gewässern die Strukturarmut und die Überfischung. Auf der Roten Liste der Fischarten ist der Zander in Österreich als „nahezu gefährdet“ (Vorwarnstufe) eingestuft. In Kärnten war die Art ursprünglich nicht heimisch, weswegen keine Gefährdungsstufe ausgewiesen wird.


Rote Liste Kärnten: nicht eingestuft (Neozoon)

Rote Liste Österreich: Vorwarnstufe