Fische

Kessler-Gründling (Romanogobio kesslerii)

Bild: Kessler-Gründling (Romanogobio kesslerii)

Beschreibung

Der Kessler-Gründling gehört zur Familie der Karpfenartigen (Cyprinidae). Andere Nomenklaturen reihen ihn in die Familie der Gründlingsartigen (Gobionidae). Sein Körper ist langgestreckt und fast drehrund. Das unterständige Maul trägt am Oberkiefer zwei lange Barteln. Die Rückenflosse besteht aus 8 Strahlen (die Rückenflossen andere Gründlingsarten haben nur 7 Strahlen). Der Anus liegt näher am Bauchflossenansatz als Afterflossenansatz. Der Augendurchmesser entspricht dem Augenabstand. Kessler-Gründlinge werden bis zu 15 cm lang.


In Kärnten konnte der Kessler-Gründling erstmals im Jahr 1997 im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Rosegger Drauschleife festgestellt werden.


Aufgrund seiner Ähnlichkeit zu anderen Gründlingsarten dürfte er allerdings nicht immer richtig erkannt werden und seine Verbreitung war vermutlich früher schon häufiger.


Lebensweise

Kessler-Gründlinge sind gesellige Bodenfische und bevorzugen stark überströmte, seichte Kiesbänke in strukturierten Fließgewässerabschnitten als Lebensraum.


Die Laichzeit findet zwischen April und Juni statt. Das Ablaichen erfolgt in flachen Flusszonen mit hoher Strömungsgeschwindigkeit. Da die befruchteten Eier relativ leicht sind, werden sie durch die Strömung weit verstreut und heften sich einzeln an verschiedenartige Substrate an. Einzelne Eier werden auch von anderen Männchen gefressen.


Bodentiere und Algen werden vom Kessler-Gründling als Nahrung bevorzugt.


Lebensraum

Der Kessler-Gründling bewohnt die Barben- und Brachsenregion. Weltweit erstreckt sich das Verbreitungsgebiet über Osteuropa im Stromgebiet des Dnister, die untere und mittlere Donau und die obere Weichsel. In Kärnten wurde die Art bislang nur an zwei Stellen im Längslauf der Drau, in der unteren Lavant und der unteren Gurk nachgewiesen.

Gefährdung

Der Kessler-Gründling gilt in Österreich und Kärnten als stark gefährdet, da er eine sehr kleinräumige Verbreitung hat. Die FFH-Richtlinie führt die Art im Anhang II.


Die Untere Gurk wurde aufgrund des Vorkommens des Kessler-Gründlings als Natura 2000-Gebiet nominiert.


Rote Liste Kärnten: stark gefährdet

Rote Liste Österreich: stark gefährdet

Art der FFH-Richtlinie Anhang II