Fische

Karausche (Carassius carassius)

Bild: Karausche (Carassius carassius)

Beschreibung

Die Karausche gehört zur Familie der Karpfenartigen (Cyprinidae). Im Unterschied zum Karpfen liegt der höchste Punkt des Rückens an der vorderen Ansatzstelle der Rückenflosse oder knapp dahinter. Die Karausche hat keine Barteln und ist immer beschuppt. Auffällig ist ein dunkler Fleck an der Schwanzwurzel. Der erste Strahl der Rückenflosse ist nur schwach gesägt. Karauschen können bis zu 40 cm lang und 2 kg schwer werden.


Der Transport dieser Fischart in Schnee oder feuchten Blättern ist stundenlang möglich. Die lange Überlebensmöglichkeit außerhalb des Wassers wird auf die Weite der Kiemenspalten zurückgeführt, wodurch mehr Sauerstoff aus der Luft aufgenommen werden kann.


Lebensweise

Die Karausche ist als besonders widerstandsfähiger, zäher Fisch bekannt. Gewässer, in welchen andere Fischarten vielfach nicht mehr zu überleben vermögen, werden von ihr bewohnt. Gegenüber niedrigem oder stark schwankendem Sauerstoffgehalt sind Karauschen anspruchslos. Während der kalten Jahreszeit gräbt sie sich in den Boden ein und verfällt in eine Art Winterschlaf. Wenn ihr Wohngewässer auszutrocknen beginnt, verbirgt sie sich im Schlamm. Selbst ein Durchfrieren kann die Karausche überleben. Neuere Untersuchungen zeigen, dass dies durch Alkohol im Blut möglich ist.


Die Karausche ist ein Pflanzenlaicher. Als „Portionslaicher“ geben sie ihre Eier in Raten, verteilt über einige Wochen, ab. Ihre Laichzeit dauert von Mai bis Juli. Die Nahrung besteht aus Pflanzen und kleinen Bodentieren.


Lebensraum

Die Karausche bevorzugt wärmere, stark verkrautete stehende Gewässer. In der Brachsenregion ist sie eine Begleitfischart. Die Art besiedelt den größten Teil Europas bis auf die nördlichsten Gebiete und das Mittelmeer.


In Kärnten kommt sie vor allem in sehr gering durchfluteten und sommerwarmen Augewässern und Teichen, wie dem Tanzenberger Teich, dem Tatschnigteich, dem Dietrichsteiner Teich, dem Webersee und dem Griffner See vor. Aber auch in flachen Bereichen der Unterkärntner Seen (z. B. Keutschacher See) sowie vereinzelt in Flachbereichen der Stauräume der unteren Drau und im Ossiacher Seeabfluss kann die Karausche gefunden werden.


Gefährdung

Aufgrund des Verlustes von Augewässern und natürlichen Kleingewässern vor allem im 20. Jahrhundert, sowie des Besatzes und der Bewirtschaftung mit in den entsprechenden Gewässern nicht vorkommenden Arten ist der Bestand an Karauschen in Kärnten deutlich zurückgegangen. Durch die Schaffung neuer Augewässer (z. B. im oberen Drautal) können wieder Lebensräume für diese Art geschaffen werden. Trotzdem gilt die Art in Kärnten als gefährdet. Österreichweit ist die Karausche sogar stark gefährdet. Die FFH-Richtlinie führt die Art in den Anhängen II und V.


Rote Liste Kärnten: gefährdet

Rote Liste Österreich: stark gefährdet

Art der FFH-Richtlinie Anhang II, V