Fische

Sterlet (Acipenser ruthenus)

Bild: Sterlet (Acipenser ruthenus)

Beschreibung

Der Sterlet zählt zur Familie er Störartigen (Acipenseridae). Er ist ein eher kleiner Vertreter dieser Familie. Der Sterlet hat einen haiähnlichen spindelförmigen Körper mit großen Brustflossen, einer weit nach hinten verlagerten Bauchflosse und relativ weit hinten liegenden Rückenflossen. Der Oberlappen der unsymmetrischen Schwanzflosse ist stark verlängert. Die Haut ist schuppenlos, bzw. gibt es nur winzige Schuppen. Der Fisch trägt Knochenplatten, welche in 5 Reihen angeordnet sind. Das Maul ist stark unterständig mit vier Barteln mit kurzen Fransen. Sterlets können bis zu 120 cm lang und 16 kg schwer werden. Die Lebenserwartung des Sterlets liegt bei über 20 Jahren, manche Exemplare können sogar 27 Jahre alt werden.

Lebensweise

Der Sterlet hält sich gerne in der Strömung tieferer Flussabschnitte auf. Jungfische stehen gerne an Sandbänken. Sterlets sind standorttreu und unternehmen kaum lange Wanderungen. Die Männchen werden mit 3 bis 6 Jahren geschlechtsreif, die Weibchen erst ein bis zwei Jahre später. Während der Frühjahrshochwässer führen sie kurze Laichwanderungen flussaufwärts durch, wo sie auf kiesigem Grund ablaichen. Die Männchen finden sich dabei schon bei Wassertemperaturen um 10 °C an den Laichgründen ein, die Weibchen folgen bei etwa 12 °C nach. Die Idealtemperatur für die Reproduktion beträgt zwischen 12 und 17 °C. Sterlets laichen nicht wie andere Fische jedes Jahr ab, sondern setzen teilweise eine Saison aus. Die Nahrung des Sterlets besteht hauptsächlich aus Insektenlarven, Schnecken und anderen Wirbellosen. Jungfische fressen größtenteils Köcherfliegen- und Zuckmückenlarven.

Lebensraum

Ob der Sterlet in Kärnten ursprünglich heimisch war ist umstritten. Es ist eine Fischart der Barbenregion und stehender Gewässer. Aufgrund von Besatzmaßnahmen gab es in Kärnten Bestände des Sterlets in der Drau unterhalb von Villach. Die Vorkommen in den Stauräumen Rosegg und Annabrücke sind unter anderem auf Besatzmaßnahmen durch das Kärntner Institut für Seenforschung zurückzuführen, welches im Juli 1980 die ersten Sterlets aus der ungarischen Donau importierte. Mittlerweile gibt es jedoch keine Berichte über Beobachtung oder gar Fänge mehr, sodass davon auszugehen ist, dass die Bestände wieder erloschen sind. Allerdings gibt es gesicherte Nachweise aus der Slowenischen Drau.


Viele Störartige lassen sich kreuzen und sind dann schwer zu unterscheiden. Die Kreuzung aus Hausen (Huso huso) und Sterlet, ist der sogenannte „Bester“. Im Jahr 2000 konnten zwei solche Hybriden im Wörthersee gefangen werden. Sie waren offensichtlich durch illegalen Besatz in den See gelangt.


Gefährdung

Durch die Verbauung von Fließgewässern werden Laichhabitate zerstört. Spiegelschwankungen durch Kraftwerksbetrieb können sich negativ auf die Jungfischbestände auswirken. Zudem werden durch Kraftwerke die Laichwanderungen erschwert oder gar unmöglich gemacht. Die reduzierten Fließgeschwindigkeiten wirken sich negativ auf den Reproduktionserfolg aus. Auch eine Übernutzung der Bestände ist problematisch.


In der Roten Liste Österreichs wird der Sterlet aufgrund seiner wenigen reproduzierenden Populationen als vom Aussterben bedroht eingestuft. In Kärnten wird er derzeit nicht eingestuft, da unklar ist ob es sich um eine heimische Art handelt.


Rote Liste Kärnten: nicht eingestuft

Rote Liste Österreich: vom Aussterben bedroht

Art der FFH-Richtlinie Anhang V