Fische

Bitterling (Rhodeus amarus)

Bild: Bitterling (Rhodeus amarus)

Beschreibung

Der Bitterling zählt zu den Karpfenartigen. Er ist ein kleiner, hochrückiger, abgeflachter Fisch mit großen Schuppen. Seine Seitenlinie ist nur 5 bis 9 Schuppen lang. Der Bitterling trägt eine blau-grün schillernde Längsbinde von der Körpermitte bis zur Wurzel der Schwanzflosse. Während der Laichzeit ist das Männchen prächtig rot gefärbt. Er ist die kleinste heimische Fischart mit einer mittleren Länge zwischen 5 und 7 cm. Der Name kommt daher, dass sein Fleisch einen bitteren Geschmack hat.

Lebensweise

Der Bitterling nutzt pflanzenbewachsene Uferzonen stehender und langsam fließender Gewässer mit Schlamm- oder Sandgrund. Er kommt aber auch in den Altarmen größerer Flüsse vor. Das Fortpflanzungsverhalten dieses Fisches ist eng an das Vorhandensein von Großmuscheln geknüpft. Das laichreife Weibchen legt seine Eier mittels einer Legeröhre in den Kiemenraum einer geöffneten Muschel ab. Darauf spritzt das Männchen seinen Samen über die Muschel, der mit dem Atemwasser durch die Atemöffnung der Muschel angesaugt wird und die abgelegten Eier befruchtet. Die befruchteten Eier entwickeln sich im Innern der Muschel und die kleinen Bitterlinge verlassen diese nach zwei bis vier Wochen. Als Nahrung dienen Pflanzen und Kleintiere.

Lebensraum

Der Bitterling bewohnt die Brachsenregion und stehende Gewässer der tiefen Lagen. Ein Vorkommen in Kärnten wird für den Wörthersee, den Millstätter See, den Ossiacher See, den Hafnersee, den Keutschacher See, den Längsee, den Goggausee und den Weißensee angegeben. Auch in einigen Teichen wie dem Baldramsdorfer Teich und dem Obiltschnigteich in Keutschach gibt es Bitterlinge. Nachweise aus Fließgewässern gibt es für die Drau, die Gail, die Gurk, die Lavant und die Glanfurt.

Gefährdung

In den Fließgewässern tiefer Lagen Kärntens sind infolge von Regulierungen die Bestände nicht nur der Gemeinen Flussmuschel (Unio crassus) sondern auch anderer Muschelarten stark zurückgegangen. Gleiches gilt für die See, hier jedoch in erster Linie als Folge der Einschleppung der Wandermuschel (Dreissena polymorpha). Infolgedessen haben sich auch die Bitterlingsbestände reduzierten. In der Roten Liste Kärnten ist der Bitterling daher als stark gefährdet ausgewiesen. Auf Gesamtösterreich bezogen gilt die Art als gefährdet. In der FFH Richtline wird der Bitterling im Anhang II geführt.


Rote Liste Kärnten: stark gefährdet

Rote Liste Österreich: gefährdet

Art der FFH-Richtlinie Anhang II