Fische

Europäischer Aal (Anguilla anguilla)

Bild: Europäischer Aal (Anguilla anguilla)

Beschreibung

Der Europäische Aal gehört zur Familie der Anguillidae. Sein Körper ist schlangenförmig mit rundem Querschnitt. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen zusammenhängenden Flossensaum, Bauchflossen fehlen. Der Aal hat eine dicke, schleimige Haut mit tief eingebetteten, sehr kleinen Schuppen. Hinsichtlich der Kopfform unterscheidet man zwei Erscheinungsformen: den Spitzkopfaal, mit kleinem Kopf und den Breitkopfaal, mit großem Kopf und breiter Maulspalte. Beide Formen gehören jedoch zur gleichen Art. Aale werden bis zu 80 Jahre alt. Fische, die in den 1960er Jahren besetzt wurden, können also noch heute in unseren Seen gefangen werden.

Lebensweise

Aale sind insbesondere in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie leben versteckt zwischen Wasserpflanzen, versunkenen Bäumen und Blockwürfen, wo sie sich aufgrund ihrer Körperform auch in kleine Hohlräume zwängen können. Aale aus natürlichen Populationen unternehmen Laichwanderungen (katadromer Wanderfisch) in die Sargassosee im Atlantik. Die Larven (Weidenblattlarve) werden von dort mit der Strömung vertragen und steigen als Glasaale in die Flüsse auf, wo sie als Gelbaale bis zur Geschlechtsreife heranwachsen ehe sie sich als sog. Blankaal wieder auf den Weg in den Atlantik machen. Die zwei Erscheinungsformen des Aals, der Spitz- und der Breitkopfaal, unterscheiden sich auch in ihrer Ernährung. Während Spitzkopfaale Insektenlarven, Würmer und Schnecken fressen, ernähren sich Breitkopfaale räuberisch und machen Jagd auf Fische und Krebse. Es gibt auch Berichte über „geplünderte“ Fischernetze.

Lebensraum

Der Aal ist ein Fisch der Barben- und Brachsenregion und kommt in vielen stehenden Gewässern vor. In Österreich ist er nur im nördlich Waldviertel (entwässert in die Elbe) und in Vorarlberg (Einzugsgebiet des Rheins) heimisch. Die Bestände im Einzugsgebiet der Donau, welches fast ganz Österreich umfasst, gehen auf Besatzmaßnahmen in den 1960er Jahren zurück. Kärntner Vorkommen gibt es zum Beispiel im Millstätter See, Längsee und Afritzer See. Aufgrund von Überalterung und Krankheiten sind die Bestände rückläufig.

Gefährdung

In Österreich wird der Aal als regional Ausgestorben eingestuft, das gilt aber nur für jene Gebiete in denen er auch tatsächlich heimisch ist. In Kärnten ist er nicht heimisch und es besteht ein Besatzverbot.



Rote Liste Kärnten: nicht eingestuft (Neozoon)

Rote Liste Österreich: regional ausgestorben oder verschollen