Fische

Europäischer Wels (Silurus glanis)

Bild: Europäischer Wels (Silurus glanis)

Beschreibung

Der Wels ist der größte Fisch Kärntens und gehört zur Familie der Siluridae (Echte Welse). Sein schuppenloser, gestreckter Körper ist grauschwarz marmoriert, wobei die Färbung manchmal auch ins grünliche gehen kann. Der breite Kopf ist abgeplattet, die Augen sind verhältnismäßig klein. Der Oberkiefer trägt ein Paar lange, der Unterkiefer zwei Paar kurze Barteln. Die Rückenflosse ist reduziert, die kleinen Brustflossen sind mit einem gezähnten Hartstrahl versteift. Die Afterflosse ist zu einem langen Saum ausgezogen.


Lt. Literatur erreichen Welse Längen von bis zu 5 Metern und ein Gewicht von fast 370 kg (Dnjepr; Russland). Aber auch einheimische Exemplare können deutlich über 2 Meter lang werden und erreichen über 50 kg.


Der Wels reagiert besonders auf Erschütterungen bzw. Wasserbewegung. Zusätzlich ermöglichen dem Wels Tast- und Geschmacksknospen die Orientierung bei Nacht oder im trüben Wasser.


Lebensweise

Der Wels ist ein Einzelgänger und hält sich vorzugsweise auf weichem, lehmigem Grund langsam fliesender oder stehender Gewässer auf. Totholz oder Vertiefungen nutzt er gern als Unterstand. In der Dämmerung verlässt er sein Versteck und kommt bei der Jagd mitunter bis an die Wasseroberfläche und ins Flachwasser.


Welse werden im 3. bis 5. Lebensjahr mit einer Länge von etwa 60 cm geschlechtsreif. Das Ablaichen erfolgt bei Wassertemperaturen über 20 °C in Wasserpflanzen oder Wurzelwerk nahe dem Ufer in einer Laichgrube. Das Männchen bewacht das Nest und fächelt den Eiern Frischwasser zu. Zwei bis vier Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven. Sie bleiben noch einige Tage am Grund liegen und ernähren sich nach dem Aufbrauchen des Dottersacks von Zooplankton. Die Laven sind in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen sehr lichtempfindlich. Wenn sie keinen Schatten finden, sterben sie ab.


Welse fressen neben Fischen auch Frösche, Krebse, Kleinsäuger und Wasservögel. Ihr Nahrungsspektrum ist breiter als bei den meisten heimischen Raubfischen.


Lebensraum

Der Wels besiedelt die Brachsenregion und viele Seen. Das generelle Verbreitungsgebiet des Europäischen Welses erstreckt sich von Mitteleuropa bis West-Asien.


In Kärnten gibt es Vorkommen im Ossiacher See, im Wörthersee, im Keutschacher See, im Zmulner See, im Goggausee, im Längsee, im Millstätter See und im Pressegger See. Aber auch in potamalen Fließgewässern wie der Unteren Gurk, der Glan oder der Lavant und der Drau unterhalb von Villach ist der Wels anzutreffen.


Gefährdung

Die Ursachen für Bestandrückgänge liegen beim Wels, wie so oft, in der Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Harte Uferverbauungen, vom Hauptgerinne abgeschnittene Altarme und Überfischung sind wesentliche Ursachen für einen Bestandsrückgang. In der Roten Liste Österreichs wird der Wels als gefährdet eingestuft. In Kärnten gilt die Art als nicht gefährdet.


Rote Liste Kärnten: nicht gefährdet

Rote Liste Österreich: gefährdet