Fische

Karpfen (Cyprinus carpio)

Bild: Karpfen (Cyprinus carpio)

Beschreibung

Der, wenig überraschend, zu den Karpfenartigen zählende, Karpfen hat zwei lange und zwei kürzere Bartfäden. Die Schwanzflosse ist deutlich eingebuchtet. Der Körper der Wildform ist eher langgestreckt und vollständig beschuppt. Durch die Karpfenzucht haben sich jedoch verschiedene, hochrückigere Zuchtformen ausgebildet. Der „Lederkarpfen“ ist schuppenlos, der „Spiegelkarpfen“ verfügt nur über vereinzelte Schuppen und der „Zeilenkarpfen“ hat nur eine oder mehrere Schuppenreihen. Taxonomisch ist der „Wildkarpfen“ jedoch nicht von den Zuchtformen zu unterscheiden.


Die Familie der Cyprinidae ist entwicklungsgeschichtlich relativ jung und hoch entwickelt. So besitzen Karpfen beispielsweise einen Verbindungsgang vom Darm zur Schwimmblase, wodurch ein schneller Druckausgleich im Wasser möglich ist. Auch sind Karpfenartige in der Lage Kohlenhydrate zu spalten, wodurch sie sich auf pflanzliche Nahrung spezialisieren konnten. Karpfen können bis zu 50 Jahre alt werden.


Lebensweise

Als Schwarmfisch sucht der Karpfen mit seinen Artgenossen und auch anderen Friedfischen zusammen den Gewässergrund systematisch nach Nahrung ab. Dabei wird Schlamm aufgewirbelt, was oft eine Wassertrübung zur Folge hat. Mit Hilfe seiner 4 Bartfäden am Maul kann er so seine Nahrung ertasten und erschmecken. Karpfen bevorzugen warme Wassertemperaturen. Sie sind eher dämmerungsaktive Fische und ruhen sich gerne an heißen Sommertagen nahe der Wasseroberfläche aus ohne Nahrung aufzunehmen.


Karpfen laichen im Frühjahr meist an seichten Uferstellen mit ausreichend Pflanzenbewuchs. Hier werden die zahlreichen Eier an Unterwasserpflanzen angeheftet. Die Wassertemperatur beträgt etwa 18 bis 20° C. Die Laichplätze werden auch von anderen Cypriniden (z.B. Brachsen und Rotaugen) genutzt, wodurch es an manchen Tagen zu einer wahren Massenansammlung von Fischen auf engstem Raum kommen kann.


Karpfen sind Friedfische, d.h. sie ernähren sich hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung, welche sie bevorzugt vom Gewässergrund aufnehmen.


Lebensraum

Der Karpfen ist eine Begleitart der Unterläufe der Fließgewässer (Barbenregion, Brachsenregion). Die Art benötigt üppige Bestände an Wasserpflanzen als Einstand, zur Nahrungssuche und als Laichhabitat.


Vor den Eiszeiten war der Karpfen in Europa und Asien weit verbreitet. Die Römer brachten ihn als Speise- und Zuchtfisch zurück nach Europa, wo er seit dem Mittelalter in großen Teichanlagen gezüchtet wird.


Karpfen leben in fast allen Kärntner Seen sowie in den Stauräumen der Drau und werden teilweise ständig nachbesetzt.


Gefährdung

Nach der Roten Liste Österreichs ist die ursprüngliche Wildform des Karpfens in Österreich stark gefährdet. Auch Kärnten gilt die Wildform des Karpfens mittlerweile als „stark gefährdet“, da natürlich reproduzierende Bestände kaum mehr vorkommen.


Rote Liste Kärnten: stark gefährdet (Wildkarpfen)

Rote Liste Österreich: stark gefährdet (Wildkarpfen)