Fische

Elritze (Phoxinus phoxinus)

Bild: Elritze (Phoxinus phoxinus)

Beschreibung

Die Elritze ist ein kleiner Fisch aus der Familie der Karpfenartigen (Cyprinidae). Im Rumpfbereich ist ihr Körper fast drehrund. Die Mundspalte ist endständig. Die Elritze ist regional unterschiedlich gefärbt. Das Spektrum reicht von dunkeloliv bis graugrün mit goldfarbenem Längsstreifen. Die Männchen haben eine schöne Laichfärbung und beide Geschlechter bilden einen Laichausschlag aus. Die Schuppen sind sehr klein und kaum sichtbar. Die Männchen werden bis 10 cm, die Weibchen bis max. 14 cm lang. Elritzen sind beliebte Labortiere. Vieles, was heute über Sinnesleistungen bei Fischen bekannt ist, wurde an Elritzen erforscht. Elritzen haben keine wirtschaftliche und sportfischereiliche Bedeutung. Früher wurden sie jedoch als Forellen- und Saiblingsköder verwendet.

Lebensweise

Elritzen sind scheue Fische und entfernen sich meist nicht weit von ihren Verstecken, wohin sie sich bei Gefahr schnell zurückziehen. Sie sind Schwarmfische, welcher sich gerne nahe der Wasseroberfläche aufhalten.


Wegen der vielen Fressfeinde, bestehen Elritzenschwärme immer aus gleich großen Tieren, damit Feinde vielen gleich aussehenden Fischen gegenüberstehen und sich schwerer „entscheiden“ können, welchem Individuum sie folgen sollen. Diese Gemeinschaft ist chemisch gelenkt, so wird ein Zusammenhalt auch nachts garantiert.


Die Fortpflanzung findet in der Zeit von April bis Juli statt. In kleinen Schwärmen ziehen die Elritzen an flache kiesige Gewässerstellen. Schon während der Wanderungen zeigt sich die „Hochzeitstracht“ an ihrer Schuppenfärbung. Bei den Männchen verfärbt sich der normalerweise weiße Bauch in ein leuchtendes Rot, beide Geschlechter bilden einen Laichausschlag aus. Sie laichen in Gruppen über feinem Kies oder grobem Sand ab. Ein Weibchen gibt 200 bis 1.000 Eier ab. Die Eier werden locker im Sand vergraben und nach 5 bis 10 Tagen schlüpfen daraus Jungfische. Diese sind zuerst lichtscheu und verstecken sich unter Steinen. Später sind sie auch in Schwärmen mit gleich großen Jungforellen zu finden.


Die Elritze ernährt sich von Bodentieren und Anflugnahrung.


Lebensraum

Die Elritze ist eine Begleitart der Unteren Forellenregion (Metarhithral), der Äschenregion (Hyporhithral) und der Barbenregion (Epipotamal). Sie kommt aber auch in stehenden Gewässern vor.


Die Elritze bevorzugt klare, sauerstoffreiche fließende und stehende Gewässer, kleine Bäche und flache, kiesgründige Gebirgsseen bis in 2.000 m Höhe.


Elritzen findet man von Sibirien bis Europa. Auf dem südlichen Balkan, der iberischen Halbinsel, in Italien und Nordskandinavien fehlt die Art.


In Kärnten kommen Elritzen in folgenden Gewässern vor: Flattnitzer See, Turracher See, Turracher Grünsee, Falkertsee, Stappitzer See und anderen Bergseen. Im Zu- und Abfluss des Weißensees, Lauenbäche und Schotterteiche des oberen Drautals, Altarmen der Drau und der Vellach, Glan bei der Einmündung des Abflusses des Hörzendorfer Sees (Reitnitzbach), Naturschutzgebiet Hörfeld-Moor. Im Koralmstausee wurden Elritzen aus Lunz am See (Oberösterreich) eingesetzt, welche sich dort vermehrt haben. Aktuelle Nachweise fehlen jedoch.


Gefährdung

Zu den vielen Fressfeinden der Elritze zählen nicht nur größere Fische wie Bachforelle und Döbel, sondern auch Eisvögel und Wasserspitzmäuse.


War die Elritze früher ein „Massenfisch“, so ist die Art heute aus weiten Gebieten Mitteleuropas fast verschwunden. Dies geschah als Folge Verschmutzung der Gewässer. Da die Elritze viel Sauerstoff benötigt fühlt sie sich in sauberen Gewässern wohler. Auch der übermäßige Besatz mit Forellen hat den Lebensraum der Elritze gefährdet. Die rote Liste Kärnten führt die Art als „stark gefährdet“. Die Rote Liste Österreich als „nahezu gefährdet“.


Rote Liste Kärnten: stark gefährdet

Rote Liste Österreich: Vorwarnstufe