Fische

Aalrutte (Lota lota)

Bild: Aalrutte (Lota lota)

Beschreibung

Von den insgesamt knapp 500 Arten der dorschartigen Fische (Gadiformes) ist die Aalrutte der einzige ausschließlich im Süßwasser lebende Vertreter dieser Ordnung. Ihre Färbung ist sehr variabel. Je nach Lebensraum ist der Fisch beinahe schwarz und ohne erkennbare Zeichnung oder - im Normalfall - schön marmoriert mit einer gelbgrünlichen Grundfarbe. Das auffälligste Merkmal ist der einzelne Bartfaden am Unterkiefer, was typisch für die Familie der Dorschartigen ist. Die erste Rückenflosse ist kurz, die zweite lang und reicht bis zur Schwanzflosse. Auch die Afterflosse ist sehr lang. Die Bauchflossen sind kehlständige. Die Haut der Aalrutte ist mit sehr kleinen, tief liegenden Schuppen bedeckt.


Die durchschnittliche Länge beträgt rund 30 cm, wobei der Fisch in großen Flüssen bzw. tiefen Voralpenseen bis zu 90 cm lang werden kann.


Lebensweise

Aalrutten sind nachtaktive, hauptsächlich am Gewässergrund orientierte Fische. Diese räuberisch lebende Fischart bevorzugt kühle, sauerstoffreiche und strukturreiche Gewässer. In den größeren Voralpenseen dringen sie in Tiefen von über 100 m vor. Der Aktivitätshöhepunkt ist im Gegensatz zu den meisten anderen Fischarten in den kalten Wintermonaten.


Die Laichzeit der Aalrutte liegt zwischen Dezember und März. Ausschlaggebend für den Laichzeitpunkt ist eine Wassertemperatur von 0,5 °C bis 4 °C. Nach den zum Teil sehr ausgeprägten Laichwanderungen gibt der Rogner (Weibchen) bis zu einer Million Eier je Kilogramm Körpereigengewicht ab. Die Eier sind nur etwa einen Millimeter groß und anfänglich mit einer Öl-Kugel versehen wodurch sie zuerst frei im Wasser schwebend zu Boden sinken und an Bodenstrukturen bzw. Pflanzen haften bleiben. Flusspopulationen laichen vorzugsweise an seichten Stellen mit sandigem, kiesigem Untergrund, Seepopulationen suchen größere Tiefen auf. Die Entwicklungsdauer vom befruchteten Ei zur frisch geschlüpften Larve beträgt ca. 200 Tagesgrade. Das bedeutet, bei einer durchschnittlichen Wassertemperatur von 4 °C würde die Ei-Entwicklung 50 Tage andauern. Die Larven, welche anfangs ca. 3 mm groß sind, ernähren sich zunächst von Plankton. Nach einem Jahr sind die Jungfische ca. 10 bis 15 cm groß. Mit 3 bis 4 Jahren werden Aalrutten geschlechtsreif.


Als Jungfische ernähren sich Aalrutten von Wirbellosen wie z.B. Bachflohkrebsen und Insektenlarven. Später passt sich die als Opportunist bekannte Fischart dem jeweiligen Nahrungsangebot des Gewässers an, d.h. sie frisst, was gerade verfügbar ist. Ausgewachsene Exemplare bevorzugen jedoch Fische, Krebse und Neunaugen.


Lebensraum

In Kärnten erstreckt sich die Verbreitung der Aalrutte über die Äschenregion (Hyporhithral), die Barbenregion (Epipotamal) sowie die Flussstauen und die größeren Seen. Sie kommt bevorzugt im mittleren und unteren Abschnitt der Drau vor. Auch in den größeren und kleineren Zubringern der Drau sowie in der Glan und Glanfurt und der unteren Möll sind Aalrutten zu finden. Ebenfalls kommen sie im Ossiacher See, Wörthersee und Millstätter See vor.

Gefährdung

Wie viele andere Fischarten ist die Aalrutte durch die zahlreichen Unterbrechungen des Kontinuums unserer Fließgewässer, wie zum Beispiel der Abtrennung von Nebengewässern oder durch den Bau von Querbauwerken stark gefährdet. So verliert die Aalrutte im Laufe der letzten Jahrzehnte den Zugang zu vielen ihrer angestammten Laichplätze und musste dementsprechend viele Verluste von Laicharealen und damit Bestandseinbußen hinnehmen. Die neu entstandenen Fischaufstiegshilfen an der Drau und der Möll ermöglichen der Aalrutte wieder Laichwanderungen zu unternehmen.


Zu erwähnen ist, dass die Aalrutte durch die Fischerei wegen ihres Rufes als Laich- und Bruträuber aber auch wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches gezielt und stark dezimiert wurde. In Österreich und in Kärnten gilt die Aalrutte als gefährdet.


Rote Liste Kärnten: gefährdet

Rote Liste Österreich: gefährdet