Fische

Bachforelle (Salmo trutta)

Bild: Bachforelle (Salmo trutta)

Beschreibung

Die Bachforelle gehört zu den Salmoniden (Lachsartigen), und verfügt entsprechend am Rücken vor der Schwanzflosse über eine sog. Fettflosse. Auffällig ist die Färbung der Haut mit den roten Punkten im weißen Hof im seitlichen Bereich. Die Bauchseite ist hell.

Die Bachforelle wird bis zu 18 Jahren alt und erreicht nicht selten eine Körperlänge von 80 cm. In der Möll wurde im Jahr 2000 ein Exemplar mit einer Länge von 93 cm und einem Gewicht von 9 Kilogramm gefangen (Honsig et al., 2016).


Ausgehend von der atlantischen Meerforelle, haben sich drei ökologische Typen ausgebildet welche sich in ihrer Lebensweise stark voneinander unterscheiden. Zwei rein auf Süßwasser beschränkte Formen (Seeforelle bzw. Bachforelle) und Meerforelle, die allerdings zum Laichen ebenfalls in die Flüsse aufsteigt. Die aktuelle Systematik sieht die Bach- und die Seeforelle als Standortvariation derselben Art an.


In Europa können auf Basis genetischer Untersuchungen fünf evolutive Linien unterschieden werden: die Atlantische Linie, die Population des Donau-Einzugsgebietes, der Mediterrane und der Adriatische Formenkreis, sowie die „Marmorata“ (S. marmoratus).


Lebensweise

Die Bachforelle ist in ihrem Lebenszyklus auf mehrere Parameter angewiesen, um eine intakte Population zu bilden. Sie ist eine stark strukturgebundene Fischart mit unterschiedlichen Habitatsansprüchen während ihres Lebenszyklus. Jungfische benötigen flach überströmte Schotterbänke, wobei sie sich zuerst im Lückenraum des Gewässergrundes (Interstitial) und anschließend in den Flachwasserbereichen aufhalten. Mit zunehmendem Alter suchen sie tiefere, strömungsberuhigte Bereiche (Kolke, Buhnen) auf. Die Bachforelle unternimmt im Jahresverlauf längere Wanderungen zwischen dem Winter- und dem Sommerhabitat. Die Art ist rein räuberisch. Jungfische ernähren sich hauptsächlich von Insektenlarven, Krebstieren und Anflug. Mit zunehmendem Alter ernähren sich die Tiere mehr und mehr auch von anderen Fischen und größeren tierischen Gewässerbewohnern.


Bachforellenmännchen werden in einem Alter von 2, Weibchen in einem Alter von 3 Jahren geschlechtsreif. Die Eianzahl liegt zwischen 1.000 bis 1.500 Eier pro Kilogramm Körpergewicht. Die Fortpflanzung erfolgt von Oktober bis Jänner. Bachforellen sind, wie alle heimischen Salmoniden Interstitiallaicher, d.h., sie heben in gut durchströmten Furtbereichen mittels Schwanzschlägen Laichgruben aus in denen die Rogner (Weibchen) ablaichen und die vom Milchner (Männchen) nach der Besamung wieder mit Schotter zugedeckt werden. Die Eientwicklung findet im Interstitial statt und dauert je nach Wassertemperatur zwischen 3 und 18 Wochen. Die Larven begeben sich erst nachdem sie den Dottersack aufgebraucht haben in das Freiwasser, wobei der Zeitraum von der Befruchtung bis zum Schlüpfen zwischen 2 und 6 Monate betragen kann.


Lebensraum

Die Bachforelle ist Leitart der oberen und unteren Forellen- und der Äschenregion (Epi-, Meta- und Hyporhithral). In der Barbenregion (Epipotamal) gilt die Art als typische bzw. seltene Begleitart. Die große Bandbreite ihres Vorkommens zeigt die hohe Anpassungsfähigkeit dieser Fischart.


Die natürliche Verbreitung der Bachforelle umfasst ganz Europa, die Kaukasusregion, Zentralanatolien und Nordafrika.

Jungfische benötigen flach überströmte Schotterbänke, wobei sie sich zuerst im Interstitial und anschließend in den Flachwasserbereichen aufhalten. Mit zunehmendem Alter suchen sie tiefere, strömungsberuhigte Bereiche (Kolke, Buhnen) auf.


In Kärnten kommt die Bachforelle in fast allen Gebirgs- und Bergbächen, sowie Wiesen- und Waldbächen vor. Sie ist jedoch auch in vielen anderen Gewässertypen zu finden. Als „Urforelle“ gilt in Kärnten die Linie aus dem Donau-Einzugsgebiet. In den Bächen der Karawanken leben Bachforellen bis zu einer Seehöhe von 1152 m.


Gefährdung

Die Flusssysteme in Österreich sind einer großen Anzahl an Eingriffen ausgesetzt, welche jede für sich negative Auswirkungen auf die Fischzönose haben und diese in Summe stark beeinflussen.


Beispiele sind wasserbauliche Maßnahmen, Wasserkraftnutzung, welche nicht dem Stand der Technik entspricht (Durchgängigkeit, Restwasserdotation), fehlende Anbindung der Zubringer; Kolmation, aber auch Fressfeinde wie der Fischotter, der sich zusehends wieder in Kärnten etabliert hat.


Natürlich reproduzierende Bestände der ursprünglichen Bachforelle (Donautyp) sind heute nur mehr selten zu finden. Durch Besatzmaßnahmen kam es zu einer weitgehenden Vermischung der heimischen Bachforellenpopulation mit atlantikstämmigen Individuen. Auch der Besatz mit den nicht heimischen Regenbogenforellen hat negativen Einfluss auf die Bachforelle.


Donaustämmige Bachforellen, die sich genetisch über tausende Jahre an die alpinen Bereiche angepasst haben sind Besatzfischen gegenüber jedenfalls überlegen.


Im Nationalpark Hohe Tauern hat sich im Dösenbach eine Bachforellenpopulation erhalten, die sich für eine Weitervermehrung als interessant erwiesen hat. Auch im oberen Görtschitztal zeigt sich teilweise ein sehr ursprünglicher Bachforellenbestand.


Aufgrund der wenigen autochthonen Restpopulationen wird die donaustämmige Form der Bachforelle („Urforelle“) in der Roten Liste Kärnten mit „stark gefährdet“ geführt.


Für die nicht autochthone Form gelten folgende Gefährdungskategorien:

Rote Liste Kärnten: nicht gefährdet

Rote Liste Österreich: Vorwarnstufe